Petra Wlotzka

PowerPoint – mehr als nur ein Präsentationstool

Ethanol
Alkohol - mehr als ein Genussmittel, © knowlesgallery/shutterstock

Petra Wlotzka

Lernumgebungen erstellen mit PowerPoint

PowerPoint ist den meisten Kolleginnen und Kollegen nur als Programm zum Erstellen von Präsentationen bekannt. PowerPoint kann aber noch mehr. Dadurch, dass man die verschiedenen Folien verlinken kann und Internet-Links und Medien-elemente wie Videos oder Tondokumente einbinden kann, lassen sich mit dem Programm Lernumgebungen erstellen, die den Schülerinnen und Schülern ein individuelles und selbstständiges Lernen ermöglichen. In diesem Beitrag wird eine solche Lernumgebung am Beispiel der Struktur-Eigenschaftsbeziehungen von Ethanol vorgestellt und die Vor- und Nachteile für einen Einsatz im Unterricht diskutiert.
Worum geht es im Lernarrangement?
Mit der digitalen Lernumgebung „Alkohol mehr als ein Genussmittel erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig die Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von Ethanol. Die Lernumgebung ist für die Einführungsphase in der Oberstufe gedacht. Eigentlich sollten die Lernenden zu diesem Zeitpunkt schon alle Lernvoraussetzungen zur Erklärung der Eigenschaften des Ethanols aus der Sekundarstufe I mitbringen. Erfahrungen zeigen, dass nur wenige Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I tatsächlich die Ursachen der intermolekularen Wechselwirkungen verstanden haben und diese zur Erklärung von Struktur-Eigenschafts-Beziehungen heranziehen können. Von daher dient die Lernumgebung vor allem auch dazu, Vorwissen zu reaktivieren und Wissenslücken zu schließen. Deshalb stehen Informationen, die zur Erklärung der Phänomene wichtig sind (z.B. polare und unpolare Elektronenpaarbindung, Wasserstoffbrücken, Van-der-Waals-Kräfte) in Form von Hilfekarten zur Verfügung. Die Lernumgebung ist daher nicht dazu geeignet, die zwischenmolekularen Wechselwirkungen neu einzuführen.
Potenziale, Herausforderungen und Ausstattungsvoraussetzungen
Der große Mehrwert digitaler Lernumgebungen besteht darin, dass damit individualisiertes und differenziertes Lernen unterstützt werden kann [1,2,3]. Die Lernenden können ihr Lerntempo selbst bestimmen und individuell bereitgestellte Hilfen nutzen. Sie übernehmen die Verantwortung für die Gestaltung ihres Lernens und werden in ihrer Selbstständigkeit gefördert. Besonders bei abstrakten und komplexen Fachinhalten bieten digitale Lernumgebungen die Möglichkeit, das Lernen durch multimediale Elemente wie Animationen, Simulationen oder Videos zu unterstützen. Die kognitive Belastung von Schülerinnen und Schülern beim Lernen kann so gesenkt und ein erfolgreicher Lernprozess gefördert werden. Weitere positive Aspekte sind, dass durch attraktiv gestaltete digitale Lernumgebungen mit multimedialen Elementen die Lernmotivation gesteigert werden kann und durch die Arbeit im Team kommunikative Prozesse angeregt und dadurch die Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand intensiviert werden.
Digitale Lernumgebungen schaffen für die Lehrkräfte Freiräume, sodass sie einzelne Schülerinnen und Schüler individuell stärker unterstützen und den Lernerfolg der Lerner besser diagnostizieren können. Allerdings benötigt die Erstellung einer digitalen Lernumgebung zunächst viel Zeit. Außerdem müssen seitens der Schule die entsprechende Ausstattung an Endgeräten und ein funktionsfähiges Internet zur Verfügung stehen.
Da digitale Lernumgebungen i.d.R. einen Internetzugang benötigen, besteht natürlich die Gefahr, dass die Lernenden einen Teil der Unterrichtszeit mit unterrichtsfernen Tätigkeiten, wie der Kommunikation auf Facebook oder WhatsApp, verbringen. Von daher ist es nötig, im Vorfeld klare Regeln zum Umgang mit digitalen Geräten zu vereinbaren. Außerdem haben Lernende, die selbstständiges Arbeiten nicht gewöhnt sind, zunächst Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum eigenständig mit einem Thema zu beschäftigen. Von daher empfiehlt es sich, zunächst mit kleinen Unterrichtsbausteinen zu starten und die Schülerinnen und Schüler langsam an solche Unterrichtsformen...
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aus: Unterricht Chemie Nr. 177 / 178

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