Nina Ulrich

Stop-Motion- versus Legetechnik

Erklärvideos, Legetechnik, digitale Medien
Berechnung der Stoffmenge mithilfe der Informationen aus dem Periodensystem imLegetechnik-Video erklären, © Nina Ulrich

Nina Ulrich

Erklärvideos im Unterricht zielbestimmt einsetzen

Digitale Medien bieten die Möglichkeit, Erklärvideos von Schülerinnen und Schülern als Lernprodukte erstellen zu lassen. Hierfür stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile bezüglich der Rahmenbedingungen und Möglichkeiten bieten. In diesem Beitrag werden verschiedene Techniken vorgestellt und miteinander verglichen. Dabei werden auch die Einsatzmöglichkeiten im Unterricht diskutiert.
Worum geht es im Lernarrangement?
In diesem Lernarrangement geht es um die Erstellung von Erklärvideos durch Schülerinnen und Schüler. Es ist damit also abzugrenzen von Lernvideos, wie sie zuhauf im Internet (z.B. http://www.simpleclub.com) oder auch von Lehrmittelherstellern angeboten werden und die nur rezipiert werden und beispielsweise in Unterrichtssettings, wie dem Flipped-Classroom, eingebettet sind.
Bei der hier beschriebenen Form des Erklärvideoeinsatzes steht der Erklärprozess als solcher im Vordergrund. Dabei geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler den Lerninhalt, den sie erklären wollen, so weit aufbereiten, dass sie ihn strukturiert und sachgerecht darstellen können. Als Grundprinzip dient das Prinzip „Lernen durch Lehren (LdL, [1]). Es werden zwei Beispiele vorgestellt, bei denen zum einen die Stop-Motion-Technik, zum anderen die Legetechnik zum Einsatz kommt.
Potenziale und Herausforderungen
Beim Erstellen der Videos müssen sich die Lernenden intensiv mit den Inhalten des Videos auseinandersetzen. Dabei müssen sie Wichtiges von Unwichtigem trennen, sich anschauliche Visualisierungen überlegen und sich fehlendes Wissen und Verständnis selbstständig aneignen. Das Erstellen eines Erklärvideos kann die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihre eigenen Verständnislücken zu identifizieren [2]. Auch die Lehrkraft kann das Lernprodukt im Hinblick auf Verständnisschwierigkeiten und Schülervorstellungen analysieren und den Unterricht entsprechend anpassen.
Ein weiteres Potenzial liegt darin, dass dynamische Prozesse, wie z.B. der Löseprozess von Salzen in Wasser, auf der submikroskopischen Ebene dargestellt werden können und somit die Dynamik verschiedener Prozesse für die Schülerinnen und Schüler greifbar wird.
Ein Risiko der Methode kann darin bestehen, dass zu viel Zeit verwendet wird, um ein „perfektes Video zu erstellen. Während der Schwerpunkt des Erklärvideos auf den Inhalten, also der fachlichen Richtigkeit und Vollständigkeit, liegen sollte, legen Schülerinnen und Schüler oft auch viel Wert darauf, dass das Video auch aus gestalterischer Sicht perfekt ist. Daher ist es notwendig, dass die Lehrkraft den Schwerpunkt klar kommuniziert und bei der Bewertung der Lernprodukte auch die Rahmenbedingungen berücksichtigt (vgl. auch Kasten1).
Praktische Tipps
Praktische Tipps
  • Erarbeiten Sie gemeinsam mit der Lerngruppe Kriterien für gute Erklärvideos.
  • Achten Sie beim Einsatz von schülergenerierten Erklärvideos darauf, dass Sie die Anforderungen transparent gestalten insbesondere dann, wenn Sie den Schwerpunkt bei der Bewertung auf den Inhalt und nicht auf die Gestaltung legen möchten.
  • Gestalten Sie die Arbeitsaufträge so offen wie möglich teilweise zeigen sich dabei in der Lerngruppe Talente, die sich sonst eher zurückhalten.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, weitere Lernräume, damit Ihre Schülerinnen und Schüler in Ruhe filmen können. Falls dies nicht möglich ist, können Mikrofone oder Headsets die Aufnahmequalität verbessern.
  • Die Videos können auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgegriffen werden, wenn auf dem Vorwissen aufgebaut werden muss.
  • Videos mit der Legetechnik können bei einem sehr eingeschränkten Themenumfang in einer Doppelstunde erstellt und ausgewertet werden und können somit auch einen spontanen Vertretungsunterricht
Vorbereitung hinsichtlich Material und Technik
Die Vorbereitung unterscheidet sich je nach verwendeter Technik (vgl. ...
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aus: Unterricht Chemie Nr. 177 / 178

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