Kerstin Kremer und Katrin Sommer

Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser, Wasserfußabdruck, Nachhaltigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung
Wasserfußabdrucks nach Herkunft des verwendeten Wassers , © Ferdian Hardiansyah/Shutterstock.com; Dark Moon Pictures/Shutterstock.com; Zohanov/Shutterstock.com; Dedmitayay/Shutterstock.com; sauletas/Shutterstock.com; Vereshchagin Dmitry/Shutterstock.com

Kerstin Kremer und Katrin Sommer

Über das Konzept des virtuellen Wassers Nachhaltigkeitsziele verstehen und umsetzen

Durch fachübergreifenden oder fächerverbindenden Unterricht können die Nachhaltigkeitsziele (SDG) und dahinterstehende komplexe Herausforderungen ganzheitlich angesprochen werden. Dieser Beitrag bezieht sich im Besonderen auf das Nachhaltigkeitsziel 6 „Sauberes Wasser und Sanitärversorgung (Kasten1) und verknüpft dieses Ziel mit dem Nachhaltigkeitsziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum [1]. Lernperspektiven sind im Hinblick auf SDG 4 „Hochwertige Bildung explizit auf ein Verständnis des Konzepts „Virtuelles Wasser als konzeptuelles Lernziel gerichtet und leiten auf der sozial-emotionalen Lernzielebene die Herausbildung von Verantwortlichkeit für den eigenen Wassergebrauch ab. Auf der Ebene der verhaltensbezogenen Ziele wird die Reduktion des individuellen Wasserfußabdrucks durch Verhaltensänderung angesprochen.
Der Artikel führt in die Konzepte ein und stellt ein Unterrichtsmodell zur Integration in den fachübergreifenden Chemieunterricht vor, wie es beispielsweise beim Lehrplanthema „Wasser denkbar ist. Die Umsetzung des Konzeptes wäre aber auch im Rahmen eines fächerverbindenden Projektes zum Thema „Virtuelles Wasser möglich.
1|Lernperspektiven für das SDG 6 „Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
1|Lernperspektiven für das SDG 6 „Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
Kognitive Lernperspektiven:
1. Der Lernende versteht, dass Wasser von grundlegender Bedeutung für die Existenz von Leben überhaupt ist, hierzu zählen die Bedeutung von Wasserqualität und -quantität, die Gründe, Effekte und Konsequenzen von Wasserverschmutzung und Wasserknappheit.
2. Der Lernende versteht, dass Wasser Teil vielfältiger und komplexer globaler Zusammenhänge und Systeme ist.
3. Der Lernende kennt die global ungleiche Verteilung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung.
4. Der Lernende versteht das Konzept des „virtuellen Wassers.
5. Der Lernende versteht das Konzept des integrierten Wasser Ressourcen Management (IWRM) und andere Strategien, die den Zugang und die nachhaltige Verteilung von Wasser und sanitärer Versorgung sicherstellen.
Sozial-emotionale Lernperspektiven:
1. Der Lernende ist in der Lage, an Aktivitäten teilzunehmen, die sich auf lokaler Ebene der Sicherung und Verbesserung des Wasserzugangs und der sanitären Versorgung zuwenden.
2. Der Lernende kommuniziert über Wasserverschmutzung, Wasserzugang und Einsparmethoden und macht auf diese Weise Erfolge sichtbar.
3. Der Lernende übernimmt Verantwortung für seinen Wasserkonsum.
4. Der Lernende erkennt die Bedeutung einer guten sanitären Grundversorgung und hygienischer Standards.
5. Der Lernende ist in der Lage, sozio-ökonomische und Gender-Differenzen in Hinblick auf den Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Versorgung in Frage zu stellen.
Verhaltensorientierte Lernperspektiven:
1. Der Lernende ist in der Lage, mit lokalen Entscheidungsträgern in Hinblick auf die lokale Versorgung zu kooperieren.
2. Der Lernende kann auf lokaler Ebene zur Wassernutzungsstrategie beitragen.
3. Der Lernende kann seinen persönlichen Wasserfußabdruck anpassen und Wasser in täglichen Handlungen sparen.
4. Der Lernende kann Aktivitäten planen, umsetzen und evaluieren, die zur Sicherung der Wasserqualität beitragen.
5. Der Lernende partizipiert in und evaluiert Entscheidungen über die Steuerung von lokalen, regionalen und internationalen Strategien zur Wasserverschmutzung .
Quelle: [1, 2]
Der Wasserkreislauf als Grundlage für die Wasserverteilung
Die Erde ist zum größten Teil mit Wasser bedeckt. Den Hauptteil des Gesamtwassers der Erde stellt mit 96,5% das Salzwasser der Meere dar, während Süßwasservorkommen lediglich 3,5% ausmachen. Davon bilden nur etwa 0,02% das Oberflächenwasser in Flüssen und Seen. Der Rest des Süßwasservorkommens ist im Eis und Schnee (Gletscher, Eiskappen etc.) sowie im Grundwasser...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Chemie Nr. 172 / 2019

Nachhaltigkeit

Friedrich+ Kennzeichnung Praxis Schuljahr 7-10