Manuel Paschke und Ingo Eilks

Metalle: Eigenschaften, Nutzung, Recycling

Metalle, Recycling
Übersicht über die Gestaltung der Lernkarten, © Ingo Eilks

Manuel Paschke und Ingo Eilks

Ein offenes Lernangebot für kompetenzorientiertes und differenzierendes Lernen

Metalle sind ein typischer Unterrichtsinhalt im Chemieunterricht der Sekundarstufe I. Behandelt werden die Gewinnung wichtiger und weniger gebräuchlicher Metalle, deren Verwendung, der Korrosionsschutz und das Recycling der Metalle. Wichtige Beispiele, die behandelt werden, sind übliche Gebrauchsmetalle (etwa Eisen und Kupfer), Edelmetalle (wie das Gold) aber auch die für die modernen Technologien so wichtigen Seltenerdelemente. Dieser Beitrag stellt ein Unterrichtsmaterialangebot vor, das für die Lehrkraft ein möglichst flexibel einsetzbares Paket von Aktivitäten für kompetenzorientierten und differenzierenden Unterricht sein soll. Das Lernangebot besteht aus einer Unterrichtsmaterialienbox in der in sechs Rubriken jeweils acht Lernkarten mit unterschiedlichen Aktivitätstypen angeboten werden. Diese können von der Lehrkraft zu unterschiedlichen individualisierenden oder kooperativen Unterrichtsszenarien zusammengesetzt werden; sie können aber auch ein offenes Lernangebot für Wochenplanarbeit, wahldifferenzierten oder projektorientierten Unterricht darstellen.
Die Idee von Unterrichtsmaterialboxen am Beispiel der Metalle
Die von uns in einem Projekt Partizipativer Aktionsforschung [1] entwickelten Unterrichtsmaterialboxen enthalten jeweils 48 DINA4 Lernkarten im Querformat mit Vor- und Rückseite (Abb.1 ). In sechs Rubriken gibt es jeweils acht Karten. Die Materialien umfassen Lesetexte, Fakten, Versuche und Rechercheanleitungen.
Bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, dass die Materialien systematisch alle Kompetenzen in den Bildungsstandards ansprechen (Abb.2, ), aber auch, dass wichtige allgemeine Ziele angesprochen werden. Solche Ziele sind etwa Bildung für eine nachhaltige Entwicklung oder berufliche Orientierung. Zum einen werden der Schutz und das Recycling metallischer Gegenstände thematisiert. Zum anderen werden Bezüge zu Wirtschaft und Berufsfeldern aufgezeigt. Das Materialangebot wurde bewusst begrenzt gehalten, um Orientierung und Übersichtlichkeit beim selbstständigen Lernen zu gewährleisten. Jede Rubrik ist mit einer anderen Farbe gekennzeichnet und die Karten sind durchnummeriert. Dies gewährleistet Orientierung und Übersichtlichkeit, hilft aber auch bei der Formulierung bestimmter Aufgaben. Die Karten sind so gestaltet, dass man mit der Nutzung von Vorder- und Rückseite differenzieren kann. Tabelle1 gibt eine Übersicht über die Aktivitäten und ausgewählte Beispiele zu den Metallen.
Die Materialkarten enthalten bewusst nur begrenzt Arbeitsaufträge. Bei den Versuchsvorschriften und Rechercheaufträgen sind diese natürlich gegeben. Bei den Lesetexten, Stoffsteckbriefen, Daten und Fakten oder Texten zur beruflichen Orientierung sind konkrete Arbeitsaufträge aber bewusst weggelassen worden, um der Lehrkraft einen möglichst flexiblen Einsatz zu ermöglichen. Dies geschah gerade auch im Hinblick auf zunehmend unterschiedliche Lernvoraussetzungen bei Schülerinnen und Schülern und damit für den Einsatz in besonders heterogenen Lerngruppen.
Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
Die Materialkarten für die Lernboxen lassen sich zu unterschiedlichen Unterrichtsszenarien nutzen. So kann man zu einem bestimmten Metall oder einer Gruppe von Metallen die entsprechenden Karten auswählen und damit kooperatives Lernen in einem Stationenlernen oder Gruppenpuzzle [2] gestalten. Ein Stationenlernen kann etwa zum Eisen mit oder ohne Verbindung zum Rosten und Recycling angeboten werden. Möglich ist hier etwa, dass die Schülerinnen und Schüler in 2 – 3 Unterrichtsstunden an verschiedenen Stationen Eisen durch die Reduktion von Eisenoxid mit Natriumpercarbonat herstellen und Rost bzw. die Bedingungen des Rostens untersuchen. An anderen Stationen können sie Daten und Fakten zur Eisenherstellung und dem Recycling analysieren, sich über das Sammeln von Schrott oder Berufe im Stahlwerk...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Chemie Nr. 161 / 2017

Kritische Metalle

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