Artenvielfalt

Bizarre Arten

Ein buckliger Krebs, ein anhänglicher Käfer und eine prunkvoll aussehende symbiotische Pflanze gehören zu den zehn skurrilsten Entdeckungen im Tier- und Pflanzenreich. Ausgewählt wurden die Arten - wie jedes Jahr - vom Institut für Artenforschung der State University of New York. Von ganz klein bis riesengroß ist alles dabei.

Sciaphila sugimotoi
Sciaphila sugimotoi, weibliche Blüte. Foto: Takaomi Sugimoto

Ein buckliger Krebs

Forscher entdeckten den Krebs Epimeria quasimodo im antarktischen Ozean. Der Krebs ist weit verbreitet, etwas 50 mm lang und hat einen charakteristischen Buckel auf dem Rücken. Dieses Merkmal erinnerte die Wissenschaftler an Quasimodo, eine der Hauptfiguren aus Victor Hugo 1831 veröffentlichen Roman "Der Glöckner von Notre Dame". Da ist es nicht verwunderlich, dass der Krebs nach der berühmten Romanfigur benannt wurde.

Ein anhänglicher Käfer

Der aus Costa Rica stammende Käfer Nymphister kronaueri ist nur 1,5 mm lang und lebt bei Wanderameisen. Halten sich die Wanderameisen an einem festen Ort auf, bewegt sich der Käfer frei und sucht nach Nahrung. Wenn sie jedoch weiterwandern, beißt sich der Käfer am Bauch einer Ameise fest und reist als "versteckter Anhalter" zum nächsten Ort.

Ein prunkvoller Schnorrer

Die aus Japan stammende Pflanze Sciaphila sugimotoi  ist 10 cm lang, blüht im September und Oktober und hat kleine Blüten. Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen ist Sciaphila sugimotoi heterotroph und lebt in Symbiose mit einem Pilz. Die Pflanzenart ist stark gefährdet und wächst nur noch an zwei Standorten auf der Insel.  

Zeitschrift
Unterricht Biologie Nr. 427/2017 Artenschutz

Für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist ein Umdenken und Handeln absolut notwendig. Die Unterrichtsmodelle geben Einblicke in die methodische Herangehensweise der Artenschutzbiologie, verdeutlichen die gesellschaftliche Dimension und veranschaulichen die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Forschungsgebiete.

16,50 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

Produkt ansehen

Artenvielfalt entdecken

In den aktuellen Top Ten findet man außerdem den 10 cm langen Fisch Pseudoliparis swirei, der im Marianengraben in 8000 m Tiefe lebt, oder den Einzeller Anacoracysta twista, der in einem Aquarium in San Diego entdeckt wurde. Wie dieser Einzeller in der Natur lebt, ist im Moment noch unbekannt. Alle Top-Ten-Arten stammen aus den verschiedensten Teilen der Welt und wurden von den Wissenschaftlern des ESF aus den bislang 18.000 entdeckten Arten ausgewählt. Allerdings warten weitere zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit noch auf ihre Entdeckung - das ist das Fünffache der bisher bekannten Arten.

Biodiversität schützen

Seit 2008 veröffentlicht das ESF jedes Jahr eine neue Top Ten. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Aufmerksamkeit auf die Artenvielfalt und die bestehende Bedrohung zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zu lenken. Denn die biologische Vielfalt (Biodiversität) dient dem Menschen auf vielen Ebenen als Lebensgrundlage und trotzdem ist es der Mensch, der durch sein Handeln das Artensterben vieler Tier- und Pflanzenarten stark beschleunigt. Daher ist für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein Umdenken und Handeln absolut notwendig. Die Unterrichtsanregungen im Themenheft Artenschutz geben Einblicke in die methodische Herangehensweise der Artenschutzbiologie, verdeutlichen die gesellschaftliche Dimension und veranschaulichen die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Forschungsgebiete.

Fakten zum Artikel
Fachwissen Schuljahr 5-13