Knochenfische

Die Schwimmblase: Struktur und Funktion

Weit verbreitet ist die Alltagsvorstellung, dass ein Fisch durch Auftrieb in höhere Wasserschichten gelangt, indem er seine Schwimmblase stärker mit Gas füllt. Aber das funktioniert so nicht, denn - anders als ein Tauchboot - hat ein Fisch keinen starren Körper und auch die Schwimmblase hat keine starren Wände.

Fische besitzen eine Schwimmblase.
Die Schwimmblase lässt Fisch durch das Wasser schweben. Foto: petrastanley, pixabay.com, CC0 Creative Commens

Modellversuch zur Schwimmblase fördert Alltagsvorstellung

Der verbreitete Modellversuch zur Schwimmblase mit einem Luftballon in einem „Flaschenfisch“ ist falsch. Ein Fisch, der um aufzusteigen, seine Schwimmblase füllen würde, wäre ein potenzieller Selbstmörder. Die gefüllte Schwimmblase würde sich aufgrund des nach oben niedriger werdenden Wasserdrucks immer weiter aufblähen und der Fisch schließlich hilflos an der Wasseroberfläche zappeln. Das geschähe ebenfalls, wenn die Ausgleichsfunktion der Schwimmblase gestört wäre

Fachbuch
Alltagsvorstellungen im Biologieunterricht Schüler besser verstehen

Dieser Band behandelt die Gefahren und Chancen von Alltagsvorstellungen, die Schülerinnen und Schüler von biologischen Sachverhalten haben. Das Heft zeigt außerdem, wie das gelernte Konzept auf neue Beispiele übertragen werden kann.

24,95 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

Produkt ansehen

Die Schwimmblase dient nicht dem Schwimmen sondern dem Schweben

Die Schwimmblase reagiert auf den hydrostatischen Druck der Wassersäule, der die Gasblase in ihr ausdehnt oder zusammenpresst. Die Dichte des Wassers ist überall gleich, denn Flüssigkeiten können nicht zusammengedrückt werden. Die Schwimmblase dient nicht dem Auf- und Absteigen, sondern dem Schweben.

  • Wenn ein Fisch – aktiv mit den Flossen – nach oben schwimmt, dehnt sich seine Schwimmblase durch den erniedrigten hydrostatischen Druck der Wassersäule aus. Dadurch erniedrigt sich die Dichte des Fischkörpers. Er ist jetzt also weniger dicht als das ihn umgebende Wasser. Der Auftrieb ist damit erhöht, sodass der Fisch ohne gegensteuernde Flossenbewegung zur Oberfläche getrieben würde. Zum Ausgleich entlässt der Fisch Gas aus seiner Schwimmblase, bis er wieder im Wasser schwebt.
  • Das gegenläufige passiert, wenn ein Fisch nach unten schwimmt. Seine Schwimmblase wird durch den erhöhten hydrostatischen Druck zusammengepresst, dadurch wird die Dichte seines Körpers geringer als die des Wassers. Der Auftrieb vermindert sich. Der Fisch würde stetig bis zum Grund absinken, wenn er nicht Gas in seine Schwimmblase hineinpresste, bis er wieder schwebt.

Ihre Funktion erfüllt die Schwimmblase, indem sie die Dichte des Fisches beim Schwimmen in einer bestimmten Wassertiefe angleicht. Die Schwimmblase sollte daher besser Schwebeblase heißen.

Weitere Alltagsvorstellungen von Schülerinnen und Schülern von A wie Abstammung bis Z wie Zufall finden Sie hier.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-10
  • Thema: Zoologie
  • Autor/in: Ulrich Kattmann