Timm Adam

Faszinierender Mollusk

Achatschnecke, Mollusk,
Ein Schüler hat die relativ große Achatschnecke auf der Hand., Foto: © Timm Adam

Timm Adam

Lebensweise der Achatschnecke untersuchen

An einigen Schulen gibt es so etwas wie ein Klassen-Haustier. Je nach Vorlieben der Klassenleitung können dies auch schon einmal Achatschnecken sein wie es bei mir der Fall ist. Für Schülerinnen und Schüler der 5.Klasse ist es eine gute Gelegenheit, Verantwortung für Lebewesen zu übernehmen, ohne gleich die Verpflichtungen im Zusammenhang mit großen oder kleinen Säugetieren einzugehen. Im Rahmen der „Kennzeichen des Lebendigen setze ich die Schnecken auch im Unterricht ein [Info 1].
INFO 1 | Vorteile von Achatschnecken als Untersuchungsobjekte
INFO 1 | Vorteile von Achatschnecken als Untersuchungsobjekte
Die Afrikanischen Riesenschnecken der Familie Achatinidae lassen sich einfach vermehren; sie können für alle Versuche eingesetzt werden, die man traditionell mit Weinbergschnecken durchgeführt hat; sie sind das ganze Jahr über aktiv und sie stehen nicht unter Artenschutz.
Achatschnecken ...
  • rufen bei vielen Kindern, vor allem in den Klassenstufen 5 und 6, schnell Sympathie hervor.
  • die großen Achatschnecken der Art Achatina fulica sind sehr kostengünstige und einfach zu pflegende Heimtiere im allgemeinen Sinn. Ihre Pflege gelingt auch jungen Menschen ohne große Vorerfahrungen innerhalb kürzester Zeit, und sie können sämtliche Pflegemaßnahmen eigenverantwortlich durchführen.
  • lassen sich einfach vermehren und somit hat man innerhalb kürzester Zeit einen oder falls benötigt mehrere „Klassensätze an diesen Tieren.
  • Es finden sich schnell Verknüpfungspunkte zu unserer einheimischen Fauna und auch Flora.
  • lassen sich ganzjährig im regulären Biologie- oder NaWi-Unterricht für Versuche, Beobachtungen usw. einsetzen.
  • stecken ihre ganze Umwelt mit ihrer endlosen Gelassenheit an. Man ist immer wieder erstaunt, wie ruhig auch die quirligen Schüler sein können, wenn sie einfach einmal ihre Schnecke beobachten und über ihre Hand kriechen lassen [Abb. 1] .
Lebensweise der Schnecke erkunden
Zu Beginn der Unterrichtseinheit habe ich mit meiner Klasse die Kennzeichen des Lebendigen erarbeitet. Ich kündige an, dass wir diese an einem Beispiel untersuchen wollen. Anhand von Versuchen sollen die Schülerinnen und Schüler einige der Kennzeichen am lebenden Objekt beobachten. Diese Arbeit erfolgt in arbeitsteiliger Gruppenarbeit.
Dem Tier begegenen
Da der Anteil an Kindern, die bereits einmal direkten Kontakt mit „Krabbeltieren (Regenwürmer, Schnecken, Spinnen, Käfer usw.) hatten, leider immer noch kleiner wird, ergibt sich das erste Problem, bevor ich richtig mit der Arbeit beginnen kann: Geschlechtsreife Achatschnecken sind größer und schwerer als jede Weinbergschnecke und produzieren demzufolge auch mehr Schleim. Einige Schülerinnen und Schüler empfinden dies als abstoßend und ekeln sich vor diesen großen Schnecken. Daher plane ich für den ersten Schritt, die direkte Begegnung mit der Schnecke und das Herausnehmen der Tiere aus den Behältern, ausreichend Zeit ein.
Ich verwende mittelgroße Tiere von Achatina fulcia [TIPP] [Info 2].
INFO 2 |Gehäuseschnecken Körperbau und Versuche
INFO 2 |Gehäuseschnecken Körperbau und Versuche
Achatschnecken sind Hermaphroditen; sie besitzen funktionsfähige Geschlechtsorgane beiderlei Geschlechts. Im Laufe der Evolution hat sich die asymmetrische Körperform der Schnecken herausgebildet. Der im Gehäuse befindliche Eingeweidesack ist in den meisten Fällen rechts herum in einer Spirale gedreht. Interessant ist auch, dass weder die Spitze dieses Eingeweidesacks noch das Hinterende der Fußsohle das ursprüngliche Körperende der Schnecke darstellen. Man kann also sagen, dass die anatomische Verhältnisse bei den Schnecken recht unübersichtlich sind. Dies kann etwas aufgeklärt werden, wenn man sich die Individualentwicklung (Ontogenese) und die Larvenformen der Schnecken in einer Übersicht betrachtet.
Mittelgroß bedeutet eine Gehäuselänge von ca. 5 bis 9 cm. Schnecken der Art in diesem Alter...

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Fakten zum Artikel
aus: Biologie 5-10 Nr. 24 / 2018

Lebewesen beobachten und untersuchen

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-6