Arme Schweine

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die für die befallenen Wild- und Hausschweine fast immer tödlich endet. Bisher war die Infektion auf Russland und die angrenzenden Staaten begrenzt. Ende 2018 tauchte das Virus in Belgien auf. Es scheint nur eine Frage der Zeit bis das Virus auch in Deutschland zuschlägt.

Schweine im Transporter
Die Haltung oder der Transport können Einfluss auf die Verbreitung der Schweinepest nehmen. Foto: © A / stock.adobe.com

Es gibt zwei Arten von Schweinepest, die klassische (KSP) und die afrikanische (ASP). Beide werden durch eine Virusinfektion hervorgerufen, zeigen sehr ähnliche Symptome und enden innerhalb einer Woche tödlich. Trotzdem sind die verursachenden Viren nicht miteinander verwandt. Die ASP wird durch ein großes, komplexes DNA-Virus ausgelöst, das aus Subsahara-Afrika stammt. Die natürlichen Wirte des Virus sind Warzenschweine. Über eine Blutmahlzeit der Lederzecken, welche gern die Schweine befallen, gelangt das Virus in den geschlossenen Zyklus der Tiere. Die Warzenschweine zeigen keinerlei Krankheitssymptome.

Unaufhaltsame Ausbreitung

Im Jahr 1957 und 1960 wurde das Virus erstmals nach Spanien und Portugal und von dort in weitere europäische Staaten, nach Südamerika und in die Karibik verschleppt. Abgesehen von Sardinien konnte der Erreger vollständig ausgerottet werden. Die zweite Ausbreitungswelle erfolgte 2007 nach Georgien und von dort in die angrenzenden Staaten, sprich Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen, Moldawien, Litauen, Lettland und Estland. Zuletzt wurden auch Tschechien, Rumänien und Ungarn erreicht. Selbst im Osten Russlands an der Grenze zur Mongolei wurde von Fällen berichtet. Eine weitere Ausbreitung ist sehr wahrscheinlich, da alle Versuche, die Seuche zu kontrollieren, bisher erfolglos waren.

Die Folgen schlechter Haltung

In Russland erfolgt die Schweinehaltung zu 60 Prozent in Großbetrieben mit zum Teil sehr hoher Biosicherheit. Zu 5 Prozent werden die Tiere in kommerziellen Kleinbetrieben mit relativ niedriger Biosicherheit und zu 35 Prozent auf Hinterhöfen mit mangelnder oder fehlender Biosicherheit gehalten. Vor allem der Kontakt zu Wildschweinen spielt hierbei eine bedeutende Rolle, da infizierte Wildtiere einen wichtigen Lebensraum, sprich ein Erregerreservoir, für das Virus bilden. Die Infektion der Hausschweine findet im direkten Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere oder indirekt über Virus-haltige Schweinefleischprodukte, vor allem Wurstwaren, statt. Oft geschieht dies entweder über die verbotene Verfütterung von Speiseabfällen oder das unachtsame Wegwerfen von Lebensmitteln.

Umweltstabil und hochinfektiös

Auch kontaminierte Gegenstände sind eine Infektionsgefahr, insbesondere Transportfahrzeuge. Da Russland seinen Schweinefleischverbrauch aus eigener Produktion nicht decken kann, werden Schweine aus EU-Ländern importiert. Vor Ort muss zwar eine Desinfektion der Transporter erfolgen, diese ist aber vor allem in den Wintermonaten oft suboptimal. Das Virus ist zudem sehr umweltstabil. Es überlebt über mehrere Monate auch bei niedrigen Temperaturen. Für eine Infektion reichen bereits sehr geringe Virusmengen aus.

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Bräche die Seuche in Deutschland aus…

Sobald in einem Schweinemastbetrieb ein Fall von ASP auftritt, müssen sämtliche Tiere gekeult, sprich vorsorglich getötet, und in einem Spezialbetrieb entsorgt werden. Bei etwa 24 000 Betrieben mit rund 27 Millionen Tieren hätte ein Ausbrechen der Virusseuche in Deutschland vermutlich verheerende Folgen. Ein Impfstoff existiert bisher nicht.

Was tun?

Zur Prävention sind Schweinemastbetriebe angehalten, die in der Schweinepestverordnung geregelten Maßnahmen zur Biosicherheit und Hygiene einzuhalten und streng zu kontrollieren. Zum anderen darf seit 2004 Schweinfleisch aus den risikoreichen osteuropäischen Ländern weder eingeführt noch mitgebracht werden - nur hält sich nicht jeder daran. Auch den ohnehin zu hohen Bestand an Wildschweinen durch Abschuss zu reduzieren, wird diskutiert. Dies ist allerdings umstritten. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit geht das höchste Risiko immer noch von Menschen aus, die Speiseabfälle verfüttern oder unachtsam entsorgen. Die Menschen selbst sind übrigens geschützt. Sie können sich nicht mit dem ASP-Virus infizieren. Noch nicht!

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