Partnerwahl

Die Größe ist entscheidend

Die Partnerwahl des Europäischen Grasfrosches (Rana temporia) ist viel komplexer als bisher angenommen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Körpergröße der Frösche.

Grasfrosch im Teich
Der Fortpflanzungserfolg des Europäischen Grasfrosches ist abhängig von seiner Körpergröße. Foto: Georg Wietschorke, CCO, pixabay.com

Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Berlin haben in Gebieten in der Nähe von Braunschweig und im fränkischen Steigerwald die Größe von Froschpaaren untersucht. Interessanterweise konnten sie eine Größensortierung bei den Fröschen feststellen: Größere Weibchen paarten sich mit größeren Männchen.

Eine der Ursachen der Größensortierung besteht darin, dass größere Tiere früher zu den Fortpflanzungsgewässern wandern. Aber auch Partnerwahl und Konkurrenz unter Männchen scheint einen Einfluss auf die Partnerfindung zu haben. Kleinere Männchen umklammern schneller die Weibchen und sind dabei vermutlich weniger wählerisch. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie überhaupt eine Partnerin abbekommen. Große Froschmännchen sind im Vorteil, wenn sie in direkter Konkurrenz mit anderen Männchen stehen. Aus den Kämpfen um die Weibchen gehen sie als Sieger hervor. Allerdings hat die Größensortierung keinen Einfluss auf den Befruchtungserfolg. Da jedoch große Froschweibchen mehr Eier legen als kleinere Weibchen, sollten die Männchen größere Weibchen bevorzugen, da sie so mehr potentielle Nachkommen haben.

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