Hollywood-Biologie

Hollywood-Biologie

Unterricht Biologie | Ausgabe Nr. 413/2016

Science oder doch nur Fiction? Zahlreiche Hollywood-Filme verarbeiten biologische Inhalte. Das Spiel mit dem (Un-)Möglichen fasziniert Schüler wie Lehrer und bietet vielfältige Möglichkeiten für den Biologieunterricht.

Inhaltsverzeichnis
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Jugendliche nutzt ein Tablet im Biologieunterricht.
Biologie in Hollywood-Filmen – ein Steinbruch für den Biologieunterricht?!
Friedrich+ Kennzeichnung Fachwissen Schuljahr 5-13

Hollywood-Filme erzeugen Aufmerksamkeit. Pro Monat kommt mindestens ein Spielfilm mit naturwissenschaftlichen Bezügen auf den Markt. Im Biologieunterricht können solche Filme Fragen nach dem Realitätsgehalt der Darstellungen aufwerfen: Was ist pure Fiktion? Was hat einen realen Hintergrund? Über die inhaltlichen Aspekte hinaus lässt sich an Spielfilmen auch das darin transportierte Bild von der Wissenschaft und ihren Repräsentanten beleuchten.

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Kopf einer männlichen Hornisse in Nahaufnahme.
Arielle – Fisch oder Säugetier?
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-13

Die kleine Meerjungsfrau wünscht sich nichts sehnlicher, als statt unter Wasser bei den Menschen an Land leben zu können. Anhand des Films „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ erarbeiten die SchülerInnen die Angepasstheiten von Lebewesen an das Leben unter Wasser und an das Leben an Land. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Kiemen- und Lungenatmung.

 

Ziele

  • Merkmale von Fischen und Säugetieren beschreiben
  • Aufbau und Funktion von Lunge und Kiemen vergleichen
  • das Prinzip der Oberflächenvergrößerung erläutern

 

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Anatomische Darstellung eines laufenden Menschen.
Alle Mann unter Deck!
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-10

Ein typischer Pirat trägt Augenklappe! Oft verbirgt sich darunter jedoch ein völlig gesundes Auge. Die Abdeckung bewirkt, dass das Auge dunkeladaptiert ist. Das erspart lange Adapatationsphasen, wenn es in die schummrige Dunkelheit unter Deck geht. In eigenen Versuchen zum Pupillenreflex entdecken die SchülerInnen, dass Piratenklappen vermutlich nicht nur schmückendes Beiwerk waren.

 

Ziele

  • ein Experiment zum Pupillenreflex planen
  • den Pupillenreflex und die photochemische Adaptation als Anpassungsmechanismen des Auges an unterschiedliche Helligkeiten beschreiben und erklären

 

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Herz-Kreislaufsystem im menschlichen Körper.
Transporter 3 – was der menschliche Körper aushält
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-13

In vielen populären Actionfilmen wird der menschliche Stütz- und Bewegungsapparat weit über die natürlichen Grenzen belastet. Im Unterricht werden ausgewählte Szenen aus „Transporter 3“ auf ihren Realitätsgehalt überprüft, indem die Kräfte berechnen werden, die z. B. bei spektakulären Sprüngen mit Fahrzeugen und bei Schlägereien auf Körperteile einwirken.

 

Ziele

  • Bau und Belastbarkeit verschiedener Knochentypen beschreiben
  • physische Belastungen in Actionszenen modellieren und physikalische Annahmen zur Bilanzierungen nachvollziehen
  • Versuche zur Belastbarkeit von Knochen durchführen
  • die Ergebnisse auf den Menschen übertragen, in einer Stellungnahme zusammenfassen und kommunizieren

 

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Anatomische Darstellung der menschlichen Lunge.
Der Hulk – vom Film zur Realität
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 11-13

Unter Stress wird der Bio-Wissenschaftler Bruce Banner zum riesigen, grünen Hulk mit Superkräften. Schon vor 30 Jahre gaben seine Schöpfer als eine Ursache der Transformation das Protein Myostatin an. Die Muskelmassen der Filmgestalt ist Anlass, über den Aufbau von Muskeln, die Regulation des Muskelwachstums und realistische Möglichkeiten nachzudenken, die zu mehr Muskelmasse führen können.

 

Ziele

  • Formen des Muskelwachstums beschreiben und auf der Ebene der Organe, Zellen und Moleküle erläutern
  • Regulationsmechanismen des Muskelwachstums erklären
  • Methoden zur Hemmung der Myostatin-Wirkung auf das Muskelwachstum benennen und diskutieren

  

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3D Illustration eines DNA-Strangs.
„Die Insel“ – Klone als Lebensversicherung
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 11-13

Grundlage des Klonens ist die Rückwandlung ausdifferenzierter Körperzellen in embryonale Stammzellen. Diese Zellen können in der Forschung, zur Therapie von Krankheiten genutzt werden, lassen sich auch zu Fortpflanzungszwecken missbrauchen. Die Menschen, die auf „Der Insel“, leben, sind Klone – hergestellt als Ersatzteillager für Menschen in der Außenwelt. Anhand des Films vergleichen die SchülerInnen Fiktion und Realität und kommen zu einem eigenen Werturteil.

 

Ziele

  • Methoden und Anwendungsmöglichkeiten der Klonierung erläutern
  • diese unter Berücksichtigung gesellschaftlich verhandelbarer Werte und Normen beurteilen
  • eigene und fremde Wertorientierungen wahrnehmen, nachvollziehen und begründen

 

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Schülerinnen untersuchen eine Pflanze.
Synchronsprecher gesucht
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-13

Das Vertonen von Sachfilmen hat einen hohen Motivationswert. Beim Verfassen eines adressatenbezogenen Textes wird Fachwissen gefestigt. Die SchülerInnen arbeiten kooperativ und beurteilen die Ergebnisse nach selbst entwickelten Bewertungskriterien.

 

Ziele

  • Fachinformationen zielgerichtet verarbeiten und darstellen
  • biologische Phänomene adressaten- und situationsgerecht erklären
  • Arbeitsergebnisse kriteriengeleitet bewerten

 

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Sonnenlicht scheint in einen Nadelwald.
Wirksame Konkurrenz
Friedrich+ Kennzeichnung Abitur & Prüfung Schuljahr 11-13

Die karibischen Anolis-Echsen sind neben den Darwin-Finken und den Buntbarschen der ostafrikanischen Seen ein gut untersuchtes Beispiel für adaptive Radiation. Die SchülerInnen beschreiben, erläutern und begründen die Wirkung von Beutegreifern und Populationsdichte als Selektionsfaktoren auf die auf den Bahamas lebende Anolis-Population.

Unterrichtsvoraussetzungen

  • Ökologische Einnischung,
  • Evolutionstheorie
  • Variation
  • Selektion
  • Selektionsfaktoren

  

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Buntbarsch im Wasser.
Ausweichmanöver
Friedrich+ Kennzeichnung Abitur & Prüfung Schuljahr 11-13

Das Verbreitungsgebiet der grünen Echse ist Florida und der gesamte Südosten der USA. Die Bahamas-Echse breitet sich nun als invasive Art zunehmend im Südosten der USA aus. Forscher haben anhand verschiedener Experimente die evolutive Wirkung invasisver Arten untersucht. Die SchülerInnen analysieren und erläutern die Ergebnisse, bewerten, ob eine phänotypische Variation oder eine selektive Angepasstheit vorliegt und erklären abschließend auf Grundlage genetischer Untersuchungen die Evolutionsgeschichte der grünen Echse. 

Unterrichtsvoraussetzungen

  • Konkurrenz (interspezifisch)
  • Konkurrenzausschluss
  • Kontrastbetonung (Merkmalsverschiebung, Character displacement
  • Koexistenz
  • ökologische Einnischung
  • Synthetische Evolutionstheorie (Variation, Selektion)
  • Population
  • Genpool
  • Artausbreitung
  • allopatrische Artbildung