Dörte Ostersehlt

Wie wirkt sich plyometrisches Training auf die Muskulatur aus?

Dörte Ostersehlt

Unterrichtsvoraussetzungen
Antagonistische Wirkprinzipien der Muskelkontraktion, grundlegender Aufbau der Muskelfibrille (Aktin und Myosin), Kenntnis der Myosinschwerketten -Isoformen MHC I, MHC IIa und MHC IIx
Lösungshinweise und
Anforderungsbereiche
Aufgabe 1
Das Prinzip des plyometrischen Trainings ist, durch Dehnen des Muskels die Innervation der Fasern zu fördern, was bei der folgenden Muskelkontraktion eine höhere und schnellere Kraftentwicklung des gleichen Muskels auslöst. (AFB I)
Aufgabe 2
Während der Landung ist der Biceps femoris (Agonist) kontrahiert und bewirkt das Beugen des Beines. Gleichzeitig bremst dieser Muskel quasi die Bewegung in der Hocke durch anhaltende Kontraktion. Der Quadriceps ist als Antagonist in der Hocke stark gedehnt. Zum Absprung aus der Hocke kontrahiert der Quadriceps (Agonist) während der Biceps femoris (Antagonist) entspannt ist. (AFB III)
Aufgabe 3
Die Studienergebnisse zeigen, dass alle Muskelfasertypen nach dem Training einen höheren Faserdurchmesser besitzen und eine höhere Maximalkraft gemessen in mN aufzeigen. Die Muskulatur ist demnach hypertrophiert. Auffällig ist, dass die Hybridfaser Typ IIa/IIx eine höhere Maximalkraft entwickelt als Typ I und Typ IIa bei vergleichbarer Zunahme des Faserquerschnitts. Hybridfasern vom Typ IIa/IIx entwickeln demnach aufgrund der Anteile des MHC IIx eine höhere Kraft. (AFB II)
Aufgabe 3
Insgesamt zeigt sich eine Verschiebung des Muskelfasertypenspektrums. Die Typ I-, Typs IIx- und Typ IIa/IIx-Fasern nehmen relativ zur Gesamtmuskelmasse ab. Nur der Anteil von Einzelmuskelfasern, in denen die Myosinschwerketten vom Typ IIa exprimiert werden, steigt von 33% auf 41% an und ist damit sehr ausgeprägt.
Plyometrischen Training bewirkt demnach eine anteilige Umwandlung der Typ IIx-Fasern in Typ IIa-Fasern. Da Typ IIa/IIx-Fasern eine höhere Maximalkraft aufweisen als der Typ IIa (Studienergebnisse aus Abb. 3b) werden die Muskelfasern demnach etwas an Kraft verlieren, was aber durch die Zunahme des höheren Faserdurchmessers bei allen Fasertypen sich ausgleichen wird. (AFB IIIII)
Literatur
Malisoux, L./Francaux, M./Nielens, H./Theisen, D. (2006). Stretch-shortening cycle exercises: an effective training paradigm to enhance power output of human single muscle fibers. Journal of Applied Physiology, 100 (3), S. 771779
Weineck, J. (2010). Sportbiologie. Ballingen: Spitta Verlag

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Biologie Nr. 419 / 2016

Sportbiologie

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