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Turmspringen ins Grüne: Wasserfarben und Augenfarben
Olympia in Rio 2016: Funktionäre und Athleten wunderten sich: Über Nacht war das Wasser im Schwimmbecken in helles Grün umgeschlagen. Im benachbarten Becken erstrahlte es nach wie vor im vertrauten Blau. Die Athleten klagten, dass ihre Augen nach dem Tauchen ins grüne Wasser brannten. Auch Biologen rieben sich die Augen: Über Nacht sollten grüne Algen gewachsen sein? Doch des Rätsels Lösung ist eine ganz andere.
Die Behauptung, dass die grüne Farbe des Wassers im Olympia-Schwimmbecken von Algen stammt, wurde von Journalisten auch dann noch weiter verbreitet, als von den Organisatoren mitgeteilt wurde, dass bei der Klärung des Wassers eine Panne passiert sei. Wie man glauben kann, dass über Nacht Algen explosionsartig wachsen, wird jedem Biologen ein Rätsel bleiben. Nicht aber dem Chemiker der Umschlag des Wassers vom Blau ins Grüne. Die zu Ausfällen von Schadstoffen verwendete Chemikalie löst sich bei verändertem pH-Wert als Eisen(III)chlorid (FeCl3) im Wasser. Die Farbe des Chlorids ist hellgelb. Alles klar?
Das Wasser wurde zwar grün, aber es blieb klar und wurde keinesfalls eine trübe Brühe, wie von massenhaft auftretenden Algen verursacht wird. Das Grün entstand als Mischfarbe aus dem blauen Streulicht des Wassers und dem Gelb des Eisen(III)chlorids. Also war nichts Biologisches im Spiel, nur Chemie und Physik. Das Eisenchlorid wirkt ätzend. Daher klagten die Athleten über brennende Augen.
Mit den Augen kommt dann doch Biologie ins Spiel. Zwischen der Farbe des Wassers und den Augenfarben gibt es eine interessante Parallele: Wie das grüne Wasser entsteht grüne Augenfarbe als Mischfarbe aus blauem Streulicht und einem gelben Farbstoff. Iriszellen des Auges enthalten keinen blauen Farbstoff, sondern nur ein Pigment (Melanin), das je nach Konzentration und Verteilung schwach gelb bis dunkelbraun aussieht. Ähnlich wie reines Wasser, erscheinen Augen durch Streulicht blau, aber nur dann, wenn die Iris wenig Pigment enthält. Grau erscheinen Augen und Wasser bei mehr Pigment bzw. Verunreinigung, grün bei aus Streulicht und Pigment resultierender Mischfarbe, braun die Augen, wenn das Pigment das Streulicht überwiegt.
Die neue Donau (im Bild oben) demonstriert die Parallele zur blauen und grauen Augenfarbe. Sie ist zum Ausgleichen von Hochwasser parallel zur Donau angelegt. Das Wasser sickert als Uferfiltrat in das Kanalbett und ist daher rein (blaue Farbe), während die Donau (im Bild unten) durch ihr Grau die Verunreinigungen durch Schifffahrt und sonstige Nutzung anzeigt.
Ullrich Kattmann
Herzrisiko minimieren: Vor dem Sport zum Kardiologen
Insbesondere Profi- und Wettkampfsportler gehen bei Wettkämpfen und im Training häufig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Das verträgt nur ein gesundes Herz. Wer sich solchen Belastungen mit einem erkrankten Herzen aussetzt, riskiert Komplikationen bis hin zum plötzlichen Herztod. Hierbei müsse zwischen jungen und älteren Sportlern ab 35 Jahren unterschieden werden. Während in der höheren Altersgruppe die Ursache von plötzlichen Herztodesfällen beim Sport meist die Koronare Herzkrankheit ist, sind die Ursachen bei jüngeren Sportlern häufig Herzmuskelerkrankungen und Herzmuskelentzündungen. Weitere Ursachen sind angeborene Anomalien der Herzkranzgefäße, eine frühzeitige KHK, vererbte Erkrankungen von Ionenkanälen am Herzen, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen können, und Herzklappenerkrankungen.
Bei Menschen, die Sport betreiben, gezielt nach diesen Erkrankungen zu suchen, lohnt sich, wie italienische Daten zeigen. Durch die gesetzliche Einführung einer Sporttauglichkeitsuntersuchung für Wettkampfsportler aller Leistungsklassen und Wettbewerbe im Jahr 1982 konnte dort die jährliche Rate des plötzlichen Herztodes beim Sport von 3,6 auf 0,4 pro 100.000 Personenjahre gesenkt werden.
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Biologie Nr. 419 / 2016

Sportbiologie

Beitrag aus Zeitschrift Unterricht Biologie Fachwissen Schuljahr 5-13