Schwarmverhalten

Würmer machen beliebt

Menschen und Tiere schützen sich, in dem sie Kranken aus dem Weg gehen. Fische, die mit einem Parasiten infiziert waren, werden jedoch häufiger als Schwarm-Partner gewählt als gesunde Tiere. Biologen haben eine Hypothese, die das überraschende Ergebnis erklären könnte.

Der Stichling
In der Linse des Stichlings sind die Wurmlarven als helle Strukturen am Rand der Pupille schwach zu erkennen. Foto: Lisa Drolshagen / Uni Bonn

Das Forschungsexperiment 

Stichlinge wurden mit dem Parasiten Diplostomum, einem Wurm der die  Augenlinse von Fischen befällt, infiziert. Anschließend konnten gesunde Tiere zwischen zwei Fischschwärmen wählen. Der eine Schwarm bestand nur aus gesunden Tieren und der andere zur Hälfte aus Fischen, die von dem Parasiten befallen waren. Entgegen den Erwartungen entschieden sich die Testfische signifikant häufiger für den kranken Schwarm.

Zeitschrift
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Schwächen nutzen 

Schwärme bieten für das Individuum Vorteile bei der Nahrungssuche und zum Schutz vor Fressfeinden. Allerdings gibt es auch Nachteile. Um jede knappe Ressource, wie zum Beispiel Nahrung oder Partner zur Fortpflanzung, wird konkurriert. Und hier liegt vielleicht der Grund für das überraschende Ergebnis der Untersuchung. Die durchführende Wissenschaftlerin Anna Rahn vermutet, dass sich infizierte Fische möglicherweise im Kampf um Ressourcen seltener durchsetzen können, da sie durch den Parasitenbefall in ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt sind. Ob diese Hypothese zutrifft, lässt sich anhand der Experimente allerdings noch nicht belegen.

Fakten zum Artikel
Fachwissen Schuljahr 5-13