Karl-Martin Ricker

Neobiota: Kein Problem?

Karteikarten, Neobionten
Karteikarten mit Informationen zu verschiedenen Neobionten., Fotos (links) JaStra, pixabay.com, CC0 Creative Commons, (rechts) © ginasanders, 123rf.com

Karl-Martin Ricker

Karteikarten zur Einführung in die Problematik und fürs selbstständige Recherchieren

In der breiten Öffentlichkeit spielt das Thema „Neobiota kaum eine Rolle. Nur wenn die Schäden die ökonomische Existenz bedrohen wie der Feuerbrand bei Obstgehölzen oder wenn Marderhund und Waschbär uns zu nahe rücken , wird uns bewusst, dass wir kaum eine Chance haben, diese ungebetenen Gäste wieder los zu werden.
EU-Verordnung kennen
Ich halte dieses Thema deshalb für den Biologieunterricht für sehr relevant. Im Rahmen des Ökologie-Unterrichts können sich die Lernenden der oberen Klassen der Mittelstufe damit auseinandersetzen. Sie können dafür sensibilisiert werden, dass nicht einfach irgendwelche Lebewesen aus fernen Ländern eingeführt oder gar in die freie Wildbahn entlassen werden dürfen. Die ökologischen und ökonomischen Folgen können unabsehbar sein. Deshalb sollten die Lernenden die Bestimmungen der Unionsliste zur EU-Verordnung (Nr. 1143/2014) über invasive gebietsfremde Arten kennenlernen.Sie enthält ein Besitz- und Vermarktungsverbot und verlangt schnelle Maßnahmen in der frühen Phase der Invasion. Derzeit sind in dieser Liste insgesamt 49 invasive Tier- und Pflanzenarten gelistet. Für bereits weit verbreitete Arten müssen danach geeignete Managementmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.
Thematische Anbindungen
Die Fachaspekte der ökologischen Nische, der Konkurrenz, des Parasitismus und der Infektionsbiologie sind in diesem Zusammenhang gut zu behandeln und an konkreten Beispielen zu erörtern.
Um in das Thema einzusteigen, kann man zum Beispiel einige Topf- oder Gartenpflanzen mitbringen. Anhand des Plakats [Plakat] kann man gut zeigen, dass die meisten dieser Arten auf unsere Pflege angewiesen sind und in der freien Natur keine Überlebenschance haben. Stellt sich die Frage, ob das für alle aus fremden Ländern eingeführte Arten gilt.
Arbeit mit den Karteikarten
Die ausgewählten Beispiele auf den Karten [Karteikarten] [Abb. 1 ] stellen eine bunte Mischung aus Flora, Fauna und Mikroorganismen dar. Die Anzahl der Karten reicht aus, um Partnerarbeit in einer Klasse zu ermöglichen. Leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern kann man einfach nur die Abbildungen geben. Sie müssen dann selbst herausfinden, um welche Art es sich jeweils handelt. Und sie müssen sich die Forschungsfragen selbst überlegen. Für leistungsschwächere Lerner habe ich knappe Aufgabenstellungen formuliert, die eine strukturierte Recherche und Dokumentation erleichtern. Auf den Rückseiten finden sich zudem Lösungsansätze für die Lehrkräfte als Hintergrundinformation. Auf einigen Karten gebe ich bereits Stichwörter zur Herkunft und Problematik vor, die einzelne Schülerinnen und Schüler dann vortragen können. Die Beispiele sind so gewählt, dass die entsprechenden Informationen im Internet leicht zu finden und zu erschließen sind.
Für die Recherche stelle ich je nach Lerngruppe eine bis zwei Unterrichtsstunden zur Verfügung. Die Ergebnisse können in Fünf-Minuten-Referaten mit maximal fünf Bildern präsentiert werden. Einige Themen, wie z.B. die Rosskastanien-Miniermotte, eignen sich auch gut, um Anschauungsmaterial vorzustellen. Neben dem Kompetenzbereich der Kommunikation spielt vor allem die Bewertungskompetenz eine große Rolle. Die Lerner sollen die vorgestellten Arten mit ihren ökologischen, ökonomischen und auch sozialen Auswirkungen bewerten. Zur groben Einordnung dient das Plakat. Vielleicht trägt die Auseinandersetzung mit diesem Thema im Unterricht ja ein wenig dazu bei, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass einerseits nicht unbedacht fremde Arten von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen in unsere Umwelt eingeführt werden dürfen. Und dass wir andererseits auch die unabsichtliche Übertragung im Zuge des globalen Menschen- und Warenstroms durch geeignete Schutz- und Überwachungsmaßnahmen einschränken müssen.
Info | Einwanderung fremder Arten einige Beispiele
Info |...

Friedrich+ Deutsch

Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Jetzt weiterlesen mit Friedrich+ Biologie!

  • Digitaler Vollzugriff auf die Inhalte der Zeitschriften Unterricht Biologie und Biologie 5–10
  • Umfassendes Archiv mit über 400 didaktischen Beiträgen, Unterrichtseinheiten, Arbeitsblättern, Grafiken, Filmen,  Aufgaben, praktischen Experimenten u. v. m.
  • Jährlich über 100 neue Beiträge mit Unterrichtseinheiten zu lehrplanrelevanten Themen

30 Tage kostenlos testen

Mehr Informationen zu Friedrich+ Biologie

Fakten zum Artikel
aus: Biologie 5-10 Nr. 25 / 2019

Neobiota – Gebietsfremde und invasive Arten

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-10
  • Thema: Ökologie
  • Autor/in: Karl-Martin Ricker