Elona Gutschlag

Licht als Risikofaktor

Lichtverschmutzung, Vögel, Orientierung,
In der Nacht kommt es in vielen Großstädten zu Lichtverschmutzung., Foto: © istock.com/ngkaki

Elona Gutschlag

Nächtliche Lichtverschmutzung als Gefahr für Vögel erkennen

Der Winter ist oft dunkel, kalt und ungemütlich. Wie schön, wenn sich dann wieder die ersten Anzeichen des Frühlings zeigen. Die Farben der Natur sind auf einmal so intensiv und stimmen uns wieder viel fröhlicher. Es duftet auch anders! Das scheint auch die Tierwelt zu genießen. Ich mag das sehr und bin in dieser Jahreszeit sehr aktiv und motiviert. Das zeigt sich schon morgens auf dem Weg zur Schule. Es ist viel angenehmer, nicht mehr im Dunkeln zur Schule zu fahren. Ich fühle mich einfach besser. Im Austausch mit meinen Schülerinnen und Schülern und dem Kollegium erfahre ich, dass die meisten ähnlich empfinden. Bei hellem Tageslicht zu arbeiten ist für viele von uns einfach angenehmer.
Viele Menschen um mich herum erwähnen allerdings auch, dass das Schlafen in den hellen Monaten zu einem Problem für sie werden kann. Das kenne ich auch. „Wieso denn schlafen? Es ist doch noch hell!, argumentieren meine Kinder gern bei dem Versuch, sie an am Abend ins Bett zu bringen. Damit haben sie durchaus recht: Der Schlafrhythmus wird bei kleinen Kindern wie bei Erwachsenen von Licht und Dunkelheit beeinflusst. Auch Pflanzen und Tiere lassen sich in ihren Aktivitäten und Rhythmen von Licht und Dunkelheit leiten.
Lichter können so schön sein!
Im Unterricht bearbeiten wir nach „Luft und Fliegen nun das Thema „Licht und Schatten. Es bietet sich an dieser Stelle wunderbar an, beide Themen zu nutzen und die Lernenden auf ein besonderes Problem aufmerksam zu machen: die Lichtverschmutzung. Die Idee kam mir bei der Phoenix-Dokumentation „Lichtsmog der helle Wahnsinn. Diese ist allerdings recht lang. Daher zeige ich zum Anfang der Unterrichtsstunde stattdessen das unter zwei Minuten lange Video „Die elektrische Welt – Die Welt bei Nacht, zu dem die Lernenden zunächst ihre Eindrücke sammeln sollen. Alternativ könnte ich ein entsprechendes Bild auf dem AktivBoard zeigen. Die Bilder aus dem Video beeindrucken meine Schülerinnen und Schülern sehr und sie werden als toll und besonders schön bezeichnet. Obwohl ich sie auf ein Problem aufmerksam machen möchte, ist es ein Vorteil, dass die Lernenden die Erarbeitung dieser Thematik mit etwas Schönem anfangen. Dadurch gewinne ich ihre Aufmerksamkeit. Ich erzähle ihnen, dass sie ein Mystery dazu lösen sollen. Da ihnen Mysterys bekannt sind und sie mit der Methode Erfahrungen haben, ist die weitere Vorgehensweise klar und ich muss sie nicht weiter erläutern.
Schmutziges Licht?
Jetzt zeige ich den Schülerinnen und Schülern auf dem ActiveBoard das Bild einer stark beleuchteten Stadt bei Nacht (Abb. 1, Bildmaterial). Sie schauen es sich genau an und beschreiben es anschließend. Dann suchen wir gemeinsam nach einer passende Überschrift. Einige nennen das Bild „Die Nacht zum Tag machen, andere „Die Dunkelheit besiegen.
Ich frage sie nach Gründen für die starke nächtliche Beleuchtung der Stadt. Neben dekorativen Gründen nennen sie Aspekte der Sicherheit, für Werbezwecke und für Arbeiten bei Nacht. Dabei erwähnen sie auch Autos, Restaurants und Flughäfen, bei denen so eine Beleuchtung zu finden ist. Nun leite ich auf den Begriff „Lichtverschmutzung über. Beim Versuch, diesen zu definieren, haben sie Schwierigkeiten. Sie können sich nicht vorstellen, dass Licht schmutzig ist. Sie verbinden aber folgerichtig, dass Verschmutzung mit der Umwelt zu tun haben könnte. Diese Vorstellung von schadhaftem Licht macht sie noch neugieriger. Im Internet können sie das Kinderlexikon des WDR nutzen. Dort finden sie unter dem Begriff „Lichtverschmutzung eine Erklärung des Phänomens in einfacher Sprache. Aus den neu gewonnenen Informationen erstellen sie dann in Vierergruppen eine Mindmap. Anschließend zeige ich auf dem ActiveBoard ein Bild eines in der Stadt verendeten Vogels (Abb. 2, Bildmaterial). Dieses Mal sind alle betroffen. Die möglichen Überschriften, die sie nennen, fallen entsprechend traurig...

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Fakten zum Artikel
aus: Biologie 5-10 Nr. 32 / 2020

Die Welt der Vögel

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 7-8