Monika Kallfelz und Dorothee Suray

Lebensraum Eiche

Vitrinen zu Bewohnern der Eiche.
Vitrinen zu Bewohnern der Eiche., Foto: Pfalzmuseum für Naturkunde – POLLICHIA-Museum, Bad Dürkheim

Monika Kallfelz und Dorothee Suray

Beziehungen in natürlichen Systemen erarbeiten

Eine Besonderheit am Naturkundemuseum in Bad Dürkheim ist eine große Eiche direkt neben dem Museumsgebäude (Abb.1 ). Bei der Errichtung des Neubaus wurde die Überdachung der Terrasse sogar um die Eiche herumgebaut!
Beim Betreten des Museums fällt der Blick durch die große Glasfront auf der anderen Seite des Gebäudes direkt auf die Eiche. Entsprechend dieser herausgehobenen Anordnung befinden sich im Foyer, mit dem Blick auf die Eiche, zwei Vitrinen (Abb.2 ). In diesen sind typische Bewohner dieser Baumart in Szene gesetzt und mit Informationen ergänzt. Darunter befinden sich zum Beispiel der Buntspecht, der Eichelhäher, das Eichhörnchen, der Eichenprozessionsspinner, der Eichelbohrer, der Hirschkäfer, der Eichenbock, die Gallwespen und Pilze.
Unterrichtliche Anbindung
Ob im Themenfeld „Pflanzen-Tiere-Lebensräume im Lehrplan des Faches Naturwissenschaften in Rheinland-Pfalz oder in den Vorgaben der anderen Bundesländer Begriffe wie Tierbeschreibungen, Angepasstheiten bei Pflanzen und Tieren und Nahrungsbeziehungen kommen auf jeden Fall in der Klassenstufe 5/6 vor. Ab Klassenstufe 7 liegt der Fokus stärker auf den Zusammenhängen im Ökosystem.
Methodische Varianten
Wo immer möglich, sollte man die Begegnung mit echten Lebewesen in der Natur anstreben. Sie hinterlässt den größten Eindruck wenn wir die Lebewesen denn zu Gesicht bekommen. Leider sind sie oft klein, selten, nachtaktiv oder scheu, sodass wir sie normalerweise nur kurz vorbeihuschen sehen oder sie erst gar nicht finden. Alternativ sehen Schülerinnen und Schüler Filme, die einen Eindruck vom lebendigen Wesen, seinen Bewegungen und seinem Verhalten liefern und diese Phänomene oft deutlicher zeigen als die kurzzeitige Naturbeobachtung. Nachteilig sind die fehlende Dreidimensionalität, die schlecht einzuschätzenden Größenverhältnisse und die Schnelligkeit der Abläufe.
Die Situation im Museum lädt Besucher ein, die Tiere in Ruhe und ganz genau zu betrachten. Die Präparate sind echt und dreidimensional. Im Unterricht helfen ersatzweise die Abbildungen auf den Karteikarten oder Tierpräparate aus der Sammlung der Schule. Möglicherweise bringen Schülerinnen und Schüler auch Eicheln oder Eichenblätter mit Gallen mit. So kann eine Bildkarte durch ein mitgebrachtes Anschauungsobjekt ergänzt werden.
Schulklassenprogramm im Museum
„Puh, ist die groß!, meint Lea, als sie staunend an der riesigen Eiche hochschaut (Abb.1), „Schau mal, wie dick der Stamm ist! Spontan fassen sich mehrere Schülerinnen an der Hand und messen den Umfang der Eiche mit ihrer Armspannweite. Dann findet jemand einige Eicheln am Boden, die Blätter unter der Eiche werden ihr zugeordnet und, je nach Jahreszeit, gibt es auch Früchte am Baum zu entdecken. Die spontane Erkundung der Eiche liefert immer wieder unterschiedliche Beobachtungen. Mal finden die Schülerinnen und Schüler ein Insekt, das am Stamm krabbelt, mal zeigt sich ein Vogel. Solange eine Schülergruppe in der Nähe ist, sehen wir eher keine Eichhörnchen, Eichelhäher oder Buntspechte. Diese Szene könnte sich auch bei einem Unterrichtsgang in den Wald oder auf einem Schulhof abspielen.
Der Hinweis auf die Vitrinen macht der Klasse die Vielfalt der Lebewesen, die es bevorzugt an Eichen gibt, umfassend deutlich (Abb.2). In der nächsten Phase wird die Klasse in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Kleingruppe bekommt das AB 1 zur Eiche und eine Karteikarte zu einem Bewohner der Eiche. Die Arbeitsaufträge sind für alle betrachteten Lebewesen gleich. Es geht jeweils um Informationen zur Eiche und um den Zusammenhang zu bestimmten Lebewesen. Das können Nahrungsbeziehungen, Lebensräume oder Symbiosen sein. Die Informationstexte sind so verfasst, dass sie insbesondere die Lebensweise vorstellen und die Beziehung zur Eiche beschreiben. Details, beispielsweise zum Aussehen, berücksichtigen wir nur geringfügig, da die Lebewesen...
Biologie 5-10
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Fakten zum Artikel
aus: Biologie 5-10 Nr. 30 / 2020

Wald erleben

Beitrag aus Zeitschrift Biologie 5-10 Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-6