Klimawandel

Ist die Klimakatastrophe noch abzuwenden?

Hitzewellen im Sommer, Kältewellen im Winter – der Klimawandel ist allgegenwärtig und es wird über dessen Ursachen und Folgen so divers diskutiert wie nie zuvor. Eine neue Studie erklärt, warum das politisch festgelegte 2-Grad-Ziel nicht ausreicht, und fordert ein globales gesellschaftliches Umdenken.

Ausgetrockneter Boden
Durch den Klimawandel droht extreme Trockenheit. Foto: jodylehigh, pixabay.com, CC0 Creative Commens

Der Mensch als Ursache für den Klimawandel

Seit Beginn der industriellen Revolution greift der Mensch massiv in die natürlichen Vorgänge der Erde ein. Durch die Verwendung gewaltiger Mengen fossiler Brennstoffe und die Ausbeutung anderer Rohstoffe wurde enormer wirtschaftlicher, technischer und gesellschaftlicher Fortschritt erzielt. Dieses Wirtschaftswachstum verursachte jedoch Veränderungen in der Natur, die für einige Wissenschaftler sogar eine neue geochronologische Epoche rechtfertigen: das Anthropozän. In Abgrenzung zum offiziellen, aktuellen Zeitalter, dem Holozän, zeichnet sich das Anthropozän durch ein wärmeres Klima, Umweltzerstörung und Artensterben aus.

Stabile Erde versus Treibhaus Erde

Eine Studie von Steffen u.a. (2018) prognostiziert, dass sich der Zustand der Erde in zwei verschiedene Richtungen entwickeln kann: Wenn der Ausstoß und der Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre reduziert werden kann und genügend Kohlenstoffsenken existieren, bleibt das Klima der Erde stabil. Dieses System der stabilisierten Erde kann im natürlichen Zyklus der Warm- und Kaltzeiten verbleiben. Wird aber eine gewisse Schwelle überschritten, kann das System des "Treibhaus Erde" eintreten. Die Autoren vermuten, dass diese Schwelle bereits bei einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur von 2 °C über dem vorindustriellen Niveau erreicht wird. Der Zustand des "Treibhaus Erde" ist dann irreversibel und kann weitreichende Folgen für die Gesundheit, Wirtschaft, politische Stabilität und nicht zuletzt die Bewohnbarkeit des Planeten Erde haben.

Zeitschrift
Unterricht Biologie Nr. 407/2015 Globale Erwärmung

Infolge der globalen Erwärmung veränderten sich die Lebensbedingungen für viele Organismen auf der Erde. Anhand der Unterrichtsmodelle können die SchülerInnen und Schüler aut- und synökologisches Grundwissen zum Verständnis konkreter Klimafolgen einsetzten und auf dieser Basis an der gesellschaftlichen Diskussion teilnehmen.

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Verheerende Folgen durch einen klimatischen Dominoeffekt

Ein zentrales Kennzeichen des "Treibhaus Erde" ist die erhöhte globale Durchschnittstemperatur im Vergleich zur heutigen Zeit. Dadurch werden Kippelemente beeinflusst, die Zustände schnell verändern können und oft nicht mehr umzukehren sind. Die neuen Zustände können dann weitere Kippelemente aktivieren, sodass ein Dominoeffekt entsteht. Ein typisches Beispiel dafür ist, dass durch die Temperaturerhöhung Permafrostböden aufgetaut werden und CO2 sowie Methan freigesetzt werden, die den Treibhauseffekt weiter verstärken. Durch diese positive Rückkopplung steigt die Temperatur noch stärker und löst den nächsten Dominostein aus: Eine Erwärmung der Ozeane lässt die Eismassen an den Polen schmelzen, wodurch weniger Sonnenlicht ins All reflektiert wird. Diese Prozesse der Selbstverstärkung erhöhen die globale Durchschnittstemperatur immer weiter, sodass ganze Ökosysteme zerstört werden können.

Negative Rückkopplung für eine stabilisierte Erde

Das System der stabilisierten Erde kann durch Maßnahmen erreicht werden, die eine negative Rückkopplung auslösen. Dazu gehören vor allem ein verringerter Ausstoß von Treibhausgasen, die Erschaffung von Kohlenstoffsenken, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern, sowie ein Solar Radiation Management, das die Sonneneinstrahlung auf den Erdboden verringert. Dafür muss die ganze Erdbevölkerung mitwirken und es müssen Veränderungen in Verhalten, Technik, Regierungsführung und Wirtschaft eingeleitet werden.

Klimawandel und seine Folgen - wichtige Themen für den Unterricht

Unterricht Biologie fördert u.a. die sachlich begründete Meinungsbildung zu biowissenschaftlichen Fragestellungen. Denn nur wer die Hintergründe versteht und einordnen kann, kann zukünftig Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Deshalb sollten "Klimawandel – Ursachen, Folgen, Handlungsmöglichkeiten" im Biologieunterricht thematisiert werden. Bei Unterricht Biologie sind dazu bereits viele verschiedene Unterrichtsvorschläge für die Sek. I und Sek. II erschienen, die zeigen, wie man man die Facetten des Themas mit dem Curriculum verknüpfen kann.


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Fachwissen Schuljahr 5-13