Bakterienintelligenz

Ein IQ-Test für Bakterien

Auch ohne Gehirn und Nervenzellen kann intelligentes Verhalten entstehen. Inzwischen wurde selbst für Bakterien ein Intelligenztest entwickelt.

Paenibacillus vortex Kolonie
Paenibacillus vortex bildet im Verbund blumenartige Muster. Foto: Eshel Ben-Jacob, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Bakterien als Intelligenzbestien

Ohne Gehirn keine Intelligenz? Das muss nicht sein. Auch Bakterien zeigen laut einer Forschergruppe der Universität in Tel Aviv intelligentes Verhalten und das, obwohl sie nachweisbar keine Nervenzellen besitzen. Die Intelligenz der Bakterien zeigt sich ihren sozialen Interaktionen. So geben sie zum Beispiel Informationen über ihre Umwelt an andere Bakterien weiter, lernen aus der Vergangenheit und treffen entsprechende Entscheidungen. Auf dieser Grundlage entwickelte das Team um den inzwischen verstorbenen Professor Eshel Ben-Jacob einen Intelligenztest für Bakterien.

Gewinner und Verlierer

Bei diesem IQ-Test wurde das soziale Verhalten von über 500 verschiedene Bakterienstämmen in der Petrischale beobachtet und ihre DNA nach Genen abgesucht, die mit sozialen Fähigkeiten in Zusammenhang stehen. Auf Platz 1 der Rangliste landete das Bakterium Paenibacillus vortex zusammen mit zwei Schwestern-Arten. Paenibacillus-Bakterien sind dafür bekannt,  im Verbund strukturierte, blumenartige Muster auszubilden. Durch chemische Signale stimmen sich die Individuen des Verbandes ab und passen so ihre Wuchsform individuell an das Gesamtbild an. Andere Bakterienstämme, wie die Tuberkulose auslösenden Mycobakterien, sind laut des IQ-Tests weniger intelligent. Bei ihnen konnte keine Kommunikation mit anderen Individuen nachgewiesen werden.

Zeitschrift
Unterricht Biologie Nr. 391/2014 Bakterien

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Was soll ein IQ-Test für Bakterien?

Ein sozialer IQ-Test für Bakterien gibt Forschern die Möglichkeit zu bewerten, wie gut der jeweilige Bakterienstamm für die Forschung genutzt werden kann. Je intelligenter ein Bakterienstamm, desto eher kann er andere, zum Beispiel krankheiterregend Bakterien, in einer Konkurrenzsituation übertrumpfen. So könnten Forscher mit Hilfe von intelligenten Bakterien neue Antibiotika entwickeln, durch welche zum Beispiel die Ausbreitung der gefährlichen Hospizkeime eingedämmt werden könnte. In der Landwirtschaft könnten intelligente Bakterienstämme als biologische Pestizide nützlich sein.


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