Petra Hoppe

Krankheiten und Unverträglichkeiten des Magen-Darm-Trakts

Petra Hoppe

Im Zusammenhang mit unserer Ernährung und unserer Verdauung gibt es zahlreiche Erkrankungen. Diese spielen auch im Schulalltag eine große Rolle. In diesem Artikel stelle ich einige der in Europa sehr häufig auftretenden Krankheiten und Unverträglichkeiten im Bereich Ernährung und Verdauung vor. Die Darstellung soll den Lehrkäften wichtige Hintergrundinformationen für den Umgang mit betroffenen Schülerinnen und Schülern liefern. Worauf muss ich bei den einzelnen Krankheiten achten? Wie sehen die Symptome aus? Was kann ich im Notfall tun? Wie und an welcher Stelle thematisiere ich die Krankheit im Unterricht? Diese und ähnliche Fragen sollen so leichter zu beantworten sein.
Eine Einteilung der Krankheiten im Bereich Ernährung und Verdauung ist schwierig. Krankheiten, wie Laktoseintoleranz oder Diabetes, entstehen durch das Fehlen wichtiger Enzyme oder Hormone. Andere beruhen auf Veränderung an den Organen selbst, wie bei einer Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür. Es gibt auch Krankheiten des Magen-Darm-Trakts mit psychosomatischen Komponenten. So lassen sich einige Krankheiten zu Gruppen zusammenfassen. Dieser Beitrag stellt folgende drei Gruppen näher vor:
  • 1. Unverträglichkeiten und Intoleranzen
  • 2. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • 3. Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
Gruppe 1: Unverträglichkeiten und Intoleranzen

Gruppe 1: Unverträglichkeiten und Intoleranzen
Glutenintoleranz (Zöliakie)
Die Zöliakie ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Sie wird durch eine Immunreaktion auf das Klebereiweiß Gluten ausgelöst. Dies ist in vielen Getreidesorten, wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel, enthalten.
Patienten mit Zöliakie bekommen bei der Aufnahme glutenhaltiger Nahrungsmittel Bauchschmerzen, starke Blähungen, Übelkeit und Durchfälle. Durch Veränderungen der Dünndarmschleimhaut kommt es zudem zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen. Dies kann zu einer Unterversorgung des Körpers führen. Darüber hinaus treten auch Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen auf.
Ursache
Ausgelöst durch Glutenbestandteile, bildet der Körper Antikörper gegen einzelne körpereigene Enzyme und Bindegewebsschichten um Muskelfasern. Die Reaktion der Antikörper mit den körperfremden Stoffen, konkret der Antikörper-Antigen-Komplex, führt zu weiteren Reaktionen des Immunsystems. Zudem verursachen auf Gluten spezialisierte Lymphozyten Entzündungsreaktionen im Dünndarm.
Therapie
Bisher beschränkt sich die Therapie hauptsächlich auf eine lebenslange glutenfreie Ernährung, sodass die Beschwerden nicht mehr auftreten. Bleibt Zöliakie unbehandelt, können sich Komplikationen entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel eine Laktoseintoleranz oder Krebserkankungen im Magen-Darm-Trakt.
Laktoseintoleranz
Bei Laktoseintoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, führt der Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel (Abb. 1) zu Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Blähungen und auch Durchfall.
Ursachen
Laktoseintoleranz wird durch einen Mangel beziehungsweise den Aktivitätsverlust des Enzyms Laktase verursacht. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Laktoseintoleranz kann zum Beispiel genetisch bedingt sein. So sind einige Menschen aufgrund ihrer genetischen Voraussetzung nicht in der Lage, genügend Laktase zu bilden. Als Folge lässt die Enzymaktivität nach der Babyzeit allmählich nach und Laktose kann nicht länger in Einzelzucker gespalten werden. Die so entstandene Unverträglichkeit nennt sich primäre Laktoseintoleranz.
Laktoseintoleranz kann aber auch infolge verschiedener Erkrankungen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Darmkrankheiten, wie Morbus Crohn oder eine Magen-Darm-Grippe. Da auch Operationen mit einem Laktasedefizit einhergehen können, kann auch im Anschluss daran eine Intoleranz auftreten. In beiden Fällen sprechen wir von einer sekundären Laktoseintoleranz. Klingt die primäre Erkrankung ab,...
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Fakten zum Artikel
aus: Biologie 5-10 Nr. 28 / 2019

Rund um die Verdauung

Beitrag aus Zeitschrift Biologie 5-10 Fachwissen Schuljahr 5-10
  • Autor/in: Petra Hoppe