Stammesgeschichte spielerisch erkunden

Evolution des Menschen und seiner Verwandten

Mit einem Würfelspiel erkunden die Schülerinnen und Schüler die Stammesgeschichte des Menschen und seiner Verwandten. Dabei wird deutlich: Das Glück spielt eine große Rolle, denn unvorhergesehene Ereignisse haben unter Umständen einen starken Einfluss auf die Entwicklung einer Lebensgemeinschaft.

Ein Puzzleteil in der Stammesgeschichte des Menschen - der Neanderthaler
Die Stammesgeschichte des Menschen ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. ©ginettigino - stock.adobe.com

Menschen und Menschenaffen gehören zu den Primaten

Wegen ihrer offensichtlichen Ähnlichkeit ordnete bereits Carl von Linné Menschen und Menschenaffen einer gemeinsamen Gruppe zu: den „Primaten“. Tatsächlich stimmt die DNA von Menschenaffen und Menschen zu rund 98 % überein und die DNA von Schimpanse und Mensch ähnelt einander mehr als die DNA von Schimpanse und Gorilla. Das heißt: Der Schimpanse ist mit dem Menschen enger verwandt als mit dem Gorilla.

Die Stammesgeschichte des Menschen beginnt in Afrika

Der erste gemeinsame Vorfahre von Menschenaffen und Mensch lebte vor 12 – 16 Millionen Jahren im tropischen Regenwald Afrikas. Millionen Jahre lang kletterten die Primaten auf Bäumen mit langen, starken Armen von Ast zu Ast und streckten dabei ihre gekrümmte Vierbeiner-Wirbelsäule. Sie ernährten sich vor allem von Blättern und Früchten. Manchmal bereicherten vermutlich Maden, Vogeleier, vielleicht auch mal kleine Echsen oder Aas den Speiseplan.

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Der aufrechte Gang hat Vorteile

Einige Gruppen dieser Vorfahren legten kurze Strecken auf dicken Ästen oder am Boden aufrecht auf zwei Beinen zurück. Der Aufrechtgang hat Vorteile: Man hat einen besseren Überblick und kann Feinde besser erspähen. Und man hat Arme und Hände frei, um damit Nahrung zu sammeln und zu transportieren. 

Außerdem benötigt ein Mensch beim Aufrechtgang nur ein Viertel der Energie, die ein Schimpanse auf vier Beinen für die gleiche Strecke aufwenden muss. Je länger die Schritte sind, desto weniger Muskelarbeit muss geleistet werden und desto niedriger ist der Energieverbrauch!

Klimaveränderungen beeinflussen die Stammesgeschichte des Menschen

Vor etwa 6 Millionen Jahren wurde das Klima in Ostafrika wärmer und trockener. Anstelle eines üppigen Regenwalds breitete sich nun eine Graslandschaft aus. Die Strecken, die zwischen zwei Bäumen zurückgelegt werden mussten, wurden immer länger. Nun waren Zweibeiner klar im Vorteil: Sie konnten ausdauernder laufen, Feinden eher entkommen und ihre Hände als Werkzeuge nutzen. 

Die Schnauze und das Gebiss, wichtige „Werkzeuge“ der Menschenaffen, entwickelten sich zurück. Der opponierbare Daumen ermöglicht einen präzisen Griff. Die Stirn wurde steiler, das Gehirn nahm mehr Platz im Schädel ein. In der Evolution gab es mehrere Arten aufrechtgehender Menschenaffen. Heute ist der aufrechte Gang ein hervorstechendes Merkmal des Menschen.

Die Stammesgeschichte des Menschen spielerisch erkunden

In diesem Spiel wird die Stammesgeschichte des Menschen, seiner Verwandten und ihrer längst ausgestorbenen Vorfahren im Zeitraffer auf dem Papier nachvollzogen. Der Stammbaum hat eine Zeitachse: Die heute lebenden Arten stehen ganz oben nebeneinander (Orang-Utan, Gorilla, Mensch, Bonobo und Schimpanse).

Über Ereignisse in der Evolution entscheidet die Würfelzahl

Genauso zufällig wie die Augenzahl beim Würfeln sind Ereignisse in der Evolution. Gabelungen im Stammbaum entsprechen Artaufspaltungen und können nicht übersprungen werden. Bei jedem Gabelungsfeld entscheidet ein Entscheidungswurf und damit der Zufall, ob eine Spielfigur z. B. in der Stammeslinie des Menschen oder der Schimpansen landet.

Gelangt eine Figur auf ein bereits besetztes Feld, wirkt die „innerartliche Konkurrenz“: Die Figur, die zuerst auf dem Feld war, wird hinausgeworfen. Sie beginnt dann ein neues Leben, das ganz anders als ihr erstes verlaufen kann: Evolution wiederholt sich nicht!

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Jede Spielfigur steht für eine Population

Eine unverzweigte Stammeslinie stellt eine Art dar. Jede Spielfigur steht somit nicht für ein einzelnes Individuum, sondern für eine Population. Bei jedem Würfeln und Setzen entsteht eine neue Generation. Entsprechend beziehen sich die Aktionskarten auf Populationsereignisse.

Unterschiedliche Ereignisse wirken auf die Populationen

Außer den Gabelungsfeldern gibt es in einer Stammeslinie Ereignisfelder. Diese Ereignisse können negativ für eine Population sein (z.B. Aussterben durch eine Katastrophe oder sehr langsame Evolution) oder positiv (z.B. schnelle Evolution durch den Flaschenhals-Effekt). Eine Spielfigur kann hinausgeworfen werden, aussetzen oder vorrücken. Ein Zurücksetzen gibt es nicht, weil Evolution nicht rückwärts gegen die Zeit verlaufen kann. Meist schaffen es nicht alle Spieler ins Ziel – viele Arten sterben aus.

Die Evolution des Menschen und seiner Verwandten - Spielanleitung, Spielplan, Kennkarten und Ereigniskarten


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