Chemisches Profil

Erstaunliches aus der Evolution

Grabwespen haben einen Hautschutzmantel, der sie vor dem Austrocknen und vor Krankheitserregern schützt. Meistens ist diese Schutzschicht für jede Art ganz spezifisch. Aber als einige Grabwespen andere Beutetiere jagten, veränderte sich plötzlich auch der chemische Schutzmantel ihrer Haut. Gibt es einen Zusammenhang?

Die Grabwespe
Eine Grabwespe mit einem erbeuteten Käfer. Foto: Heike Feldhaar

Grabwespenweibchen der Gattungen Philanthus und Cerceris  fangen Bienen, andere Wespen oder Käfer. Sie lähmen ihre Beute mit einem Stich und legen sie in der Brutklammer ab. Die Brutkammern befinden sich am Ende eines langen Ganges, den die Weibchen zuvor in den Boden gegraben haben. Auf die wehrlose Beute legen sie ihre Eier ab. Schlüpfen die Larven, haben diese sofort etwas zu fressen.

Grabwespen konservieren ihre Beute für ihre Larven

Da der Boden feucht ist, besteht die Gefahr, dass die Beutetiere von Pilzen befallen und zersetzt werden, bevor die Larven geschlüpft sind. Daher konservieren die Grabwespen ihren Fang. Sie lecken dazu die Beutetiere ab und überziehen sie dabei mit einem Kohlenwasserstoffgemisch. Diese chemische Schutzschicht ist wasserabweisend und verhindert, dass Pilzsporen keimen. Da die Wespen nur einen Kohlenwasserstoff-Mix in spezialisierten Zellen ihre Körpers produzieren können und von dort zum Ort des jeweiligen Gebrauchs transportieren, sind der Schutzmantel der Wespen und die Schutzschicht zur Konservierung chemisch gleich.  

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Die Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten nun nachweisen, dass sich im Laufe der Evolution der chemische Schutzmantel bei Grabwespen in Abhängigkeit von der Verderblichkeitsrate der Beutetiere verändert hat. Grabwespen die Käfer jagen, haben eine andere chemische Zusammensetzung als Grabwespen, die Bienen oder andere Insekten jagen. Daher haben käferjagende Grabwespenarten sehr viel artspezifischere Kohlenwasserstoff-Profile als andere Grabwespenarten.

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