Erfolgsversprechende Sanktionen

Was hilft bei Fehlverhalten im Unterricht?

Stört ein Schüler mit häufigem Fehlverhalten, leidet die Unterrichtsqualität der gesamten Klasse. Lehrende können darauf mit Sanktionen reagieren, die der Situation angemessen sind. Erfahren Sie, welche Sanktionen zu nachhaltig besserem Verhalten der Schüler führen.

Eine Lehrerin schaut ärgerlich ihre Schüler an.
Beachten Sie bei jeder Sanktion unbedingt Ihre Wortwahl. Foto: © jochenL.E./stock.adobe.com

Verwarnungen

Nach einem Unterrichtsausschluss hört man von Schülern sehr häufig die Beschwerde, dass sie die vorherige Verwarnung gar nicht registriert hätten. Finden Sie eine Methode, wie Sie Ihre Verwarnung ganz klar herausstellen und festhalten können: Nehmen Sie den Schüler zur Seite, legen Sie einen Vermerk (oder eine Karte) auf den Tisch oder machen Sie einen Vermerk im Klassenbuch. Bei jüngeren Schülern können Sie den Namen an die Tafel schreiben. Sie können die Schüler dann später wieder darauf verweisen.

Zusätzliche Hausaufgaben

Schüler bekommen zusätzliche Hausaufgaben, die nach Erledigung von den Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Bereiten Sie Arbeitsanweisungen vor und halte Sie fünf oder sechs Fotokopien bereit. Vermerken Sie auf dem Arbeitsblatt die Konsequenzen für den Fall, dass die Arbeit nicht am folgenden Tag vor Unterrichtsbeginn abgegeben wird.  Die Arbeit sollte etwas mit dem Unterrichtsstoff zu tun haben, relevant, angemessen und differenziert sein und die Bearbeitung sollte ca. eine halbe Stunde dauern. Geben Sie keine eintönigen Aufgaben oder gar mehrmals hintereinander die gleichen, da sie eher mit Widerwillen als mit Verstand erledigt werden.

Wiedergutmachung

Ein Gespräch, in dem das Verhalten des Schülers diskutiert, Grenzen in Erinnerung gerufen und Vereinbarungen getroffen werden und dessen wichtigster Zweck der Schutz der Lehrer-Schüler-Beziehung ist. Es sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. In vielen Schulen ist diese Sanktion mittlerweile an die Stelle der traditionellen Nacharbeit getreten. Durch diese Verlagerung des Schwerpunkts haben sich Lehrer-Schüler-Beziehungen erheblich verbessert und die Anzahl der außerhalb des Unterrichts stattfindenden Sanktionen konnte stark reduziert werden.

Kurzes Gespräch nach der Stunde

Behalten Sie den Schüler nach der Stunde kurz da, um sein Verhalten anzusprechen. Sie zeigen ihm damit, dass Sie ihn wahrnehmen. Dies ist eine angemessene Maßnahme für Schüler aller Altersstufen, auch für erwachsene Schüler.

Verhaltensbericht

Machen Sie über einen vereinbarten Zeitraum in jeder Stunde Anmerkungen zum Verhalten des Schülers. Erklären Sie ihm, dass nach Beendigung des Zeitraums eine Kopie des Berichts an die Eltern, Schulleitung usw. gehen wird. Lesen Sie dem Schüler Ihren Bericht nach jeder Stunde vor und lassen Sie ihn auch unterzeichnen. Belohnen Sie eine Besserung seines Verhaltens. Für Schüler, über die ein Verhaltensbericht geführt wird, gelten die gleichen Regeln und Rituale wie für alle anderen.

Auszeit

Schicken Sie den Schüler aus dem Klassenzimmer, idealerweise unter Aufsicht eines Kollegen, damit er kurz in sich gehen und dann in den Unterricht zurückkehren kann. Die Wortwahl ist hier wichtig. Eine Auszeit hört sich weniger aggressiv an als „Rauswurf“ und greift die Idee der Auszeit im Sport auf, bei der die Spieler Zeit haben, sich abseits des Spielfelds kurz zu sammeln.

Telefonische Benachrichtigung der Eltern

Eine sehr effektive Sanktion, die man allerdings nur vorsichtig anwenden sollte. Lassen Sie sich vom Klassenlehrer über die Lage zu Hause informieren und finden Sie heraus, welche Auswirkungen ein solcher Anruf haben und ob er möglicherweise zu Gewalthandlungen im Elternhaus führen könnte. Überlegen Sie sich gut, zu welcher Zeit Sie anrufen, was genau Sie sagen und wie Sie das Gespräch beenden.

Einen Schüler umsetzen

Es ist wichtig, dass der Schüler über diese Sanktion unter vier Augen informiert wird. Findet die Interaktion zu öffentlich statt, werden möglicherweise andere Schüler einbezogen und es kann zu Demütigungen kommen.

Überweisung in eine andere Lerngruppe

Der Schüler wird in eine andere Klasse überwiesen, in der ein anderer Lehrer unterrichtet. Sprechen Sie sich mit dem Lehrer der anderen Klasse vorher ab, so dass Sie den Schüler mit seiner Arbeit dorthin überweisen können. Geben Sie dem Schüler eine Nachricht oder eine laminierte Karte für den jeweiligen Lehrer mit. Schauen Sie in der Schulordnung nach, da dort vielleicht bereits Abläufe für den Fall eines Unterrichtsausschlusses festgelegt sind.


Quelle: Dieser Artikel ist ein in Teilen redaktionell bearbeiteter Auszug aus dem Fachbuch: Dix, P. (2011): Erfolgreiches Classroom-Management: Teachers Guide, S. 31-32, bearbeitet von Abelina Junge, 22.05.2019, Hannover.