Klassenleitung mit System

Verfolgen Sie eine klare und konsequente Linie

Die Unterrichtsstunden gestalten Lehrende differenziert, immer angepasst an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler. Im Gegensatz dazu sollten die einzelnen Schüler im Hinblick auf Belohnungen und Bestrafungen einheitlich behandelt werden. Lesen Sie hier, wie Sie als Lehrer konsequent, einheitlich und transparent agieren.

Vier Personen legen die Hände aufeinander und demonstrieren Teamgeist
Um eine einheitliche Linie in der Schulpraxis zu erreichen, sollten Lehrerinnen und Lehrer sich gegenseitig unterstützen. Foto: rawpixel/pexels.com

Auf Klassenebene

  • Einheitliche und transparente Strategien der positiven Verstärkung: konsequentes Hervorheben, Ermutigen, Loben und Belohnen erwünschten Schülerverhaltens durch den Lehrer
  • Einheitliches und transparentes System für Sanktionen und konsequente Durchsetzung durch den Lehrer
  • Einheitliche und transparente Rituale und Routinen und konsequente Durchsetzung durch  den Lehrer
  • Festsetzung klarer verbaler und nonverbaler Signale, die den Schülern klare Botschaften vermitteln

Alle ziehen an einem Strang: einheitliche Linie auf Schulebene

  • Schulweite Förderung erwünschten Schülerverhaltens durch Strategien der positiven Verstärkung sowie positive Formulierung von Regeln und Erwartungen
  • schulweite Verhaltensregeln für Schüler und Lehrer und ein schulweites System für Belohnungen und Sanktionen
  • kohärentes Erscheinungsbild der Schule nach innen sowie nach außen:
    • Spiegelung von Grundwerten in der Gestaltung der Räumlichkeiten
    • Förderung eines positiven Schülerbilds
    • Förderung einer gemeinsamen Identität innerhalb der Schule
    • Formulierung und Verfolgung gemeinsamer Ziele

Wie konsequent Sie sich verhalten, beurteilen nicht nur Ihre Schüler, sondern auch Ihre Kollegen. Wenn Sie Ihre Kollegen um Unterstützung bitten, müssen sie sicher sein können, dass Verlass auf Sie ist und Sie sich an vereinbarte Abläufe halten. Für einen Kollegen, der sich eines vom Unterricht ausgeschlossenen Schülers annimmt, ist es nicht sehr angenehm, folgendes Gespräch zu führen:

„OK, sag mir, was passiert ist.“
„Ich wurde rausgeschickt.“

„Du musst doch etwas getan haben.“
„Nö, der hat mich echt ohne Vorwarnung rausgeworfen und ich hab doch bloß Kaugummi gekaut.“
„Aha … So ist das also.“

Beidseitige Unterstützung 

Wenn Kollegen von Schülern regelmäßig die Rückmeldung bekommen, dass Sie sich inkonsequent verhalten, wird ihre Bereitschaft, Sie zu unterstützen, in Zukunft automatisch nachlassen. Reagieren Sie auf leichte Regelverstöße häufig mit unverhältnismäßig harten Sanktionen, können Kollegen leicht misstrauisch werden und Ihnen im Zweifelsfall ihre Unterstützung versagen, wenn sie einmal wirklich nötig ist. Verhalten Sie sich vor Schülern wie vor Kollegen jedoch stets konsequent, vermitteln Sie ihnen implizit die Botschaft, dass man Ihnen vertrauen kann. Und sollten Sie dann einmal auf die uneingeschränkte Unterstützung von Kollegen (und der Moment wird sicherlich kommen) und/oder die der Schüler wirklich angewiesen sein, können Sie ganz sicher auf sie zählen.


Quelle: Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Fachbuch: Dix, P. (2011), S. 25-26, redaktionell bearbeitet von A. Junge, 22.05.2019, Hannover.

Erfolgreiches Classroom-Management: Teachers Guide