Erfolgreiches Zeit- und Aufgabenmanagement

Klassenleitung - das kommt auf Sie zu

Die vielschichtigen Aufgaben der Klassenleitung erfordern Zeit. Doch wie teilen Sie sich diese ein, ohne einen Teil der Aufgaben zu vernachlässigen? Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie als Klassenleitung die Balance erfolgreich meistern.

Die Klassenlehrerstunde ist ein notwendiges Zeit-Budget für alle Klassenlehrer und ihre Schüler. Foto: rawpixel/pixabay.com

Zeiten für Klassenleitung

Ein großes Problem für Klassenleitung ist, Zeit für die umfangreichen Aufgaben zu finden. Erfolgreiche Klassenführung im Unterricht hängt entscheidend davon ab, ob die Unterrichtszeit effektiv für das Lernen genutzt werden kann. Wenn Klassenleiter also in ihrem eigenen Fachunterricht Geld einsammeln oder Listen abhaken müssten, dann wäre das sehr bedenklich. Im Schulalltag stöhnen KlassenlehrerInnen daher oft, wie viel Zeit man „mit solchem Mist“ verliert. Auf der anderen Seite gibt es Situationen, in denen es geradezu fahrlässig wäre, keine Zeit zu „opfern“: Wenn eine Klasse etwa von Konflikten oder Mobbing so in Aufruhr versetzt ist, dass sich viele SchülerInnen nicht mehr aufs Lernen konzentrieren können. Es macht keinen Sinn, darüber hinwegzugehen, sondern dann ist eine „Auszeit“ zur Konfliktlösung angebracht, gemäß dem Satz von Rousseau, dass die wichtigste Regel von Erziehung nicht die sei, „Zeit zu gewinnen, sondern Zeit zu verlieren“.

Wie lässt sich dieser Widerspruch lösen? 

  • Die Klassenlehrerstunde ist ein notwendiges Zeit-Budget, das an vielen Schulen bereits eingerichtet ist. Sie wird genutzt für Klassenrat, Klassenversammlung (unter Leitung der Klassensprecher), Erarbeitung von Regeln, Klären von Konflikten und für soziales Lernen und hat ihren festen Platz im Stundenplan. Falls wider Erwarten einmal nichts ansteht, kann sie aufgespart und zu größeren Zeitblöcken kumuliert werden. 

Der erste Schultag nach den Sommerferien 

Hier einige Vorschläge für Klassenlehrerunterricht am ersten Schultag in Klassen, die man bereits im letzten Schuljahr als Klassenleitung betreut hat: 

  • „Bewegte Landkarte“: Das Klassenzimmer soll Europa darstellen, die Himmelsrichtungen werden definiert und die SchülerInnen stellen sich etwa dort hin, wo sie ihren Urlaub verbracht haben. Wer mag, erzählt dazu.
  • Meinungsbarometer: Wie waren eure Ferien? Eine Linie wird definiert, das eine Ende ist „plus“, das andere „minus“. Die Lernenden stellen sich auf der Linie auf – in der Mitte wäre also „halbe halbe“. Wer mag, erzählt dazu etwas. 
  • Urlaubssouvenirs: Schon vor den Sommerferien wird vereinbart, dass die SchülerInnen ein kleines Souvenir mitbringen sollen. Nicht alle, aber einige werden daran gedacht haben, sei es einen Stein, eine Muschel oder eine Ansichtskarte. Die Klasse sitzt im Kreis und erzählt vom Urlaub. 
  • Neue SchülerInnen stellen sich vor. 

Organisatorisches mit den Schülern besprechen

  • Stundenplan, Materiallisten, erste Termine, Klassensprecherwahl, Erinnerung an bzw. Neufassung von Regeln 
  • Klassenzimmer: Wünsche zur Einrichtung und Sitzordnung 
  • Pausen sollen der Erholung dienen, zumal oft noch Aufsichten zu halten sind. Wenn möglich, sollte die Klassenleitung im Bereich der eigenen Klasse eingesetzt werden, was Möglichkeit für informelle Gespräche gibt. Diese Möglichkeit gibt es auch, wenn die erste Hälfte der großen Pause als gemeinsames Frühstück stattfindet, bei dem vieles besprochen werden kann.

Klassenlehrertage

An vielen Schulen findet am ersten und letzten Schultag des Schuljahres und am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien Klassenlehrerunterricht statt. Diese Tage gut zu nutzen, ist eine pädagogische Herausforderung.  Klassenlehrertage sind auch während des Schuljahrs möglich, beispielsweise für das soziale Lernen oder das Methodenlernen. 

Beratungstag oder Schülersprechtag 

Für Einzel- und Beratungsgespräche Zeit zu finden, ist nicht immer einfach. Eine Möglichkeit dazu bieten ein oder zwei Beratungstage pro Schuljahr, die die Klassenleitung oder das Klassenteam durchführt. 

Klassen-(Themen)Wochen:

Die erste Woche in Klasse 1 und 5 kann komplett als Einführungswoche der Klassenlehrkraft eingeplant werden. Solche Wochen sind aber auch während des Schuljahres möglich und ermöglichen intensiveres und projektorientiertes Arbeiten an einem Thema. Hier können entweder Fachstunden epochalisiert oder Querschnittsthemen wie Drogenprävention oder Sexualerziehung untergebracht werden. Wichtig ist, solche Wochen möglichst im Tandem (die Lehrkräfte ohne Klassen werden dabei verteilt) bzw. mit außerschulischen ExpertInnen und guter Rhythmisierung der Arbeitszeiten zu planen. Ein solches intensives Arbeiten mit der Klasse führt zu intensiveren Kontakten, ermöglicht Handlungs- und Projektorientierung und damit auch Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen, die im normalen Stundenplan oft nicht vorkommen. 


Quelle: Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Fachbuch: Klaffke, T. (2013):
Klassen führen - Klassen leiten. Beziehungen, Lernen, Classroom Management, S. 51-53, bearbeitet von Abelina Junge, 22.05.2019, Hannover.