Richtig loben

Belohnungen, die nachhaltig zu gutem Verhalten führen

Das Lob für positives Verhalten ist ein wichtiges Element in der Schulbildung eines jeden Schülers. Erfahren Sie, auf welchen Weg Sie erfolgreich belohnen und das gute Verhalten der Schüler stärken. Denn es zählt nicht so sehr, welche Belohnung Sie vergeben, sondern wie Sie sie vergeben.

Eine Hand hält einen weißen Zettel mit einem lächelnden Gesicht.
Das Lob für positives Verhalten prägt die Einstellung der Schülerinnen und Schüler nachhaltig. Foto: athree23/pixabay.com

Nichtöffentliches mündliches Lob

Geben Sie dem Schüler ganz offen zu verstehen, wie zufrieden Sie mit ihm sind. So schaffen Sie eine Vertrauensbasis und motivieren ihn dazu, seine Leistung zu bestätigen. Es ist die wichtigste Belohnung, die Sie Schülern geben können. 

Lob-Notiz

Kleben Sie unauffällig eine Notiz an den Tisch des Schülers. So können Sie Lob erteilen, ohne die anderen Schüler zu stören.

Ihre Zeit

Ihren Schülern sollte bewusst sein, dass sie Ihre Beachtung leichter durch positives Verhalten bekommen als durch störendes. Deshalb kann das Angebot zusätzlicher Lerntreffen mit Gruppen oder einzelnen Schülern ebenfalls gut als Belohnung eingesetzt werden.

Positiver Elternbrief

Die bei Schülern beliebteste Belohnung ist ein lobender Brief an die Eltern. Bereiten Sie A5- oder A6-Fotokopien mit folgendem Text vor:

„Liebe Eltern / Lieber Erziehungsberechtigter, hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich heute in der Schule äußerst zufrieden mit der Leistung / dem Verhalten / der Mitarbeit von ........................... war. Eine zusätzliche Belohnung / Anerkennung seiner / ihrer Leistung von Ihrer Seite wäre angebracht.“

Vergeben Sie den Elternbrief als eine höhere Belohnung. Die Schüler werden diese Belohnung mehr wertschätzen als Sie vielleicht denken. Ich habe mal ein Mädchen unterrichtet, das einen Elternbrief von mir aus der sechsten Klasse noch Jahre später ihren Eltern vor die Nase hielt, wenn diese ihren Einsatz für die Schule in Frage stellten.

Telefonische Benachrichtigung der Eltern

Die Belohnung, die einem Lehrer am unangenehmsten erscheinen mag. Es ist jedoch der effektivste Weg, eine gute Beziehung zu den Eltern aufzubauen. Falls Sie die Eltern nicht gut kennen, fassen Sie sich einfach kurz. Legen Sie sich zurecht, was Sie sagen und wie Sie das Gespräch beenden wollen. Ich fange in der Regel an mit

„Hallo, hier spricht Mr. Dix, Keenans Englischlehrer, ich habe gute Neuigkeiten, haben Sie kurz Zeit?“ und beende das Gespräch mit „Das wär’s auch schon. Vielen Dank für das Gespräch.“

Lob per Überweisung

Schicken Sie einen Schüler entweder während der Stunde oder zu gegebener Zeit zum Klassenlehrer, der ihm weiteres Lob erteilt.

Gutscheine

Die Schüler erhalten Gutscheine, mit denen sie Privilegien geltend machen können. Beispielsweise dürfen sie durch Einlösen eines Gutscheins die Hausaufgaben einmal auslassen oder später abgeben, als Erster das Klassenzimmer verlassen oder sie verdienen sich das Recht, über einen Platz der Sitzordnung zu verhandeln.

Sternchen- und Punktesysteme

Falls Ihre Schule nicht schon ein einheitliches System für Belohnungen hat, können Sie mit einem Punktesystem, bei dem die Schüler Punkte sammeln und diese gegen materielle Belohnungen eintauschen können, einen Anreiz für positives Verhalten schaffen. Vermerken Sie diese „Punkte“ in den persönlichen Lehrbüchern oder in den Hausaufgabenheften der Schüler. Benutzen Sie einen Stempel oder kleine Sticker/Sternchen oder kleine Zettel mit Ihrer Unterschrift und führen Sie auch selber darüber Buch.

Klassenpreis-Urkunde

Setzen Sie dies als eine höhere Belohnung ein und schicken Sie eine Kopie der Urkunde direkt an die Erziehungsberechtigten.


Quelle: Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Fachbuch: Dix, P. (2011), S. 29-31, redaktionell bearbeitet von A. Junge, 22.05.2019, Hannover.

Erfolgreiches Classroom-Management: Teachers Guide