Service Learning

Lernen beim Helfen

Service Learning (englisch für: "Lernen durch Engagement", kurz "LdE") greift dort an, wo traditioneller Unterricht oft versagt. Es setzt Lehrinhalte in direkten Zusammenhang mit dem alltäglichen Leben und fordert gesellschaftliches Engagement. Die Erfahrungen aus sozialen Projekten werden auf allen Ebenen besprochen, sodass sich Inhalte besser einprägen und direkte Erfolgserlebnisse einstellen.

Fördern Sie Empathie und soziale Kontakter der Schüler untereinander
Fördern Sie Empathie und soziale Kontakter der Schüler untereinander. | Foto: © denys_kuvalev/Fotolia Foto: © denys_kuvalev/Fotolia

Vormittagsunterricht in der 7. Klasse: Die Schüler behandeln in der Biologiestunde das Thema Nachhaltigkeit. Der Lehrer erklärt den Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Forstwirtschaft.

Zwei Stunden später befindet sich die Gruppe im nahegelegenen Wald und hilft dem Förster, mit Unterstützung der NABU-Ortsgruppe eine neue Baumreihe anzulegen. Engagiert schwingen die Schülerinnen und Schüler die Schaufeln und bringen am Ende stolz Namensschilder an den jungen Bäumchen an. Lena hat offensichtlich Spaß an der Aktion: „Im Unterricht ist manchmal alles weit weg, aber hier sehe ich genau, was unser Lehrer gemeint hat.“

Kinder arbeiten gemeinsam im Schulgarten
Engagement und Empathie im Unterricht fördern

Die Kinder und Jugendlichen setzen sich für das Gemeinwohl ein, sei es im sozialen, ökologischen, politischen oder kulturellen Bereich. Das Motto des Projektes lautet: „Tu was für andere – und lern dabei!“ Service Learning ist eine Lehr- und Lernform, die die Sozialkompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördert. Zur Zeit beteiligen sich mehr als 100 Schulen aus 14 Bundesländern am Netzwerk Service Learning. Regionale Partner unterstützen die Schulen bei der Umsetzung, beispielsweise Bürgerstiftungen oder Freiwilligenzentren. Hauptförderer des Projektes ist die Freudenberger Stiftung, die das Netzwerk zusammenhält, und die Mitwirkenden bei Planung und Realisierung unterstützt. Hier können sich Schulen um eine Förderung bewerben.

Lernen durch Erklären

Der Lernerfolg ist nachweisbar am höchsten, wenn Schüler nicht nur Inhalte wiederholen, sondern sie selbst aktiv anderen erklären. Dafür bietet das Konzept des Service Learnings eine geeignete Plattform. Schüler besuchen zum Beispiel Kindergärten, um den jüngeren Kindern naturwissenschaftliche Experimente zu erklären, die sie im Physikunterricht besprochen haben. Die direkte Verbindung von Unterrichtsstoff, praxisnahem Experiment und sozialem Engagement ist ein durchschlagender Erfolg, der den Schülern als gelebte Erfolgserlebnisse im Gedächtnis bleiben. Auch in Altenpflegeheimen oder Bahnhofsmissionen zeigen die Schüler Einsatz. Wer im Seniorenheim aushilft, bearbeiten im Unterricht beispielsweise das Thema Demenz. Wer in der Bahnhofsmission eingesetzt wird, behandelt Themen wie Altruismus oder Rationalismus im Deutsch- und Ethikunterricht.

Am Ende geht es stets darum, Verantwortung zu übernehmen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass man gebraucht wird – die Grundlage für selbstbestimmtes und soziales Handeln.