Programmieren im Unterricht wird kontrovers diskutiert

Müssen Kinder coden können?

Digitale Kompetenzen sind entscheidend für den Erfolg in der Arbeitswelt. Davon ist ein Großteil der Unternehmensentscheider und Lehrkräfte an deutschen Schulen überzeugt. Allerdings ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass die Vermittlung digitaler Kompetenz hierzulande bisher nur schlecht gelingt. Stimmt das?

Mädchen, Roboter, Programmieren
Die Industrie 4.0 setzt auf automatisierte Arbeits- und Herstellungsprozesse. Unternehmen mahnen daher die Schulen, das Programmieren in die Lehrpläne aufzunehmen. Viele Lehrkräfte sehen das aber skeptisch – oder haben es gar nicht im Blick. © science foto / stock.adobe.com

Unterschiedliche Ansichten zwischen Lehrkräften und Unternehmensentscheidern gibt es beim Thema Programmieren: Während fast jeder zweite Unternehmensentscheider der Ansicht ist, dass Schüler im Unterricht programmieren lernen sollten, befürwortet dies nur jeder vierte Lehrer. Was aber muss konkret passieren, damit unsere Kinder fit für die digitale Zukunft werden und welche Rolle spielt das „Coding“ dabei?

Digitale Bildung schreitet zu langsam voran

Eine Umfrage von Microsoft und dem Meinungsforschungsinstitus YouGov hinterfragt genau dieses Problem. Wenn es um die Vermittlung digitaler Kompetenz geht, sehen Deutschlands Lehrer schwarz. Gerade mal fünf Prozent der befragten Lehrkräfte finden, dass diese derzeit sehr gut gelingt. Die Beurteilung der Arbeitgeberseite fällt vergleichsweise besser aus: In der Gruppe der Unternehmensentscheider finden immerhin 13 Prozent der Befragten, dass die Schulen an dieser Stelle einen sehr guten Job machen. Doch auch dieser Wert stellt dem deutschen Bildungswesen ein schlechtes Zeugnis aus. „Die Umfrage belegt eindringlich, dass wir beim Thema digitale Bildung noch immer viel zu langsam vorankommen. Wir müssen jetzt handeln, denn die Digitalisierung und insbesondere das Vordringen künstlicher Intelligenz in alle Lebensbereiche wird unsere Arbeitswelt in den kommenden Jahren massiv verändern. In Zukunft müssen Menschen auf intelligente Art mit Maschinen zusammenarbeiten, darauf müssen wir unsere Kinder jetzt vorbereiten“, erklärt Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland.

Umfassende Kompetenzen zu Digitalthemen gefordert

Dem stimmen auch jeweils 93 Prozent der deutschen Unternehmensentscheider und Lehrkräfte zu und bewerten den Erwerb digitaler Kompetenzen für wichtig bis äußerst wichtig. Weitgehend Einigkeit herrscht auch darüber, welche digitalen Kompetenzen in der Schule vermittelt werden sollten: Mit 77 Prozent der Befragten empfinden sogar mehr Arbeitgeber die Vermittlung ethischer Grundlagen und einen kritischen Umgang mit Digitalthemen in der Schule für besonders wichtig als die befragte Gruppe der Lehrer mit 63 Prozent. Die große Mehrheit aller Befragten will durch den Einsatz digitaler Technologien nicht nur digitale Fertigkeiten selbst, sondern insbesondere auch Kompetenzen wie Teamarbeit und Wissensaustausch im Klassenzimmer fördern.

Programmieren noch nicht im Klassenzimmer angekommen

Am stärksten klaffen die Meinungen von Lehrern und Arbeitgebern beim Thema Programmieren in der Schule auseinander. Während fast jeder zweite Unternehmensentscheider der Ansicht ist, dass Schüler programmieren sollten, findet das nur gut jeder vierte Lehrer.

„Die meisten europäischen Länder haben Coding bereits in den Lehrplan aufgenommen, in Deutschland verschenken wir an dieser Stelle immer noch große Chancen. Denn beim Coden in der Schule geht es nicht nur darum, Algorithmen zu schreiben, sondern vor allem auch darum, digitale Technologien kreativ einzusetzen und selbstständig innovative Lösungen zu entwickeln. Damit werden letztlich Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz und ganzheitliches Denken gefördert, die unsere Kinder fit für die digitale Gesellschaft machen“, so Astrid Aupperle.

Bringen Sie das Programmieren auch an Ihre Schule – mehr Informationen:

www.code-your-life.org