Lehrer können im „TUMlab“ lernen, Robotik zu lehren

Neues Lernen für die digitale Welt

Im Forum an der Münchner Ludwigsbrücke ist eine hochmoderne Werkstatt eingezogen: das TUMlab – ein Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universität München (TUM) und des Deutschen Museums. Lehramtsstudenten sollen hier neue Konzepte entwickeln, wie man im Unterricht Technologien wie autonomes Fahren oder Robotik vermitteln kann

Schülerin sieht durchs Mikroskop
Im TUMlab erlernen angehende Lehrkräfte nicht nur den Umgang mit modernen Geräten, sondern vor allem, Konzepte für anregenden MINT-Unterricht zu entwickeln. © Deutsches Museum München

Das große Banner, mit dem das Deutsche Museum der Technischen Universität München (TUM) zum 150. Geburtstag gratuliert, hängt unübersehbar an der Fassade des Forums an der Ludwigsbrücke. Und inzwischen ist auch im Gebäude zu sehen, welche Früchte die Zusammenarbeit der beiden großen Münchner Bildungsinstitutionen trägt: Dieses Jahr wurde das „TUMlab-Forum“ im ersten Obergeschoss eröffnet. Ein Ort, an dem Lehramtsstudenten lernen, wie sie digitale Technologien praxisnah und spannend an die nächste Schülergeneration vermitteln können. 3D-Drucker und Lasercutter stehen dafür hier ebenso zur Verfügung wie programmierbare Roboter.

Sich thematisch fit machen

Das TUMlab-Forum wird für die TUM School of Education, die Fakultät für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Technischen Universität München, zu einem wichtigen Instrument im Lehramtsstudium. Das Ziel: Der künftige Unterricht soll Schülerinnen und Schülern dabei helfen, neue Technologien besser zu verstehen und selbst einsetzen zu können. In den Kursen kann man sehen, wie man ihn realisieren kann: Da werden etwa kleine Lkw-Roboter in einem speziellen Parcours erprobt, mit denen die Schüler lernen können, wie man autonomes Fahren mit eigener
Programmierung umsetzen kann. Die Lkw fahren selbstständig und automatisch Master- und auch schon Bachelorstudierende aus dem MINT-Bereich, die künftig an Berufsschulen und Gymnasien unterrichten sollen, lernen hier, wie man den Schülern solche Techniken vermittelt – ganz praktisch. Hier können sie einfache Programmiersprachen und den Umgang mit Arduino-Boards und Mikrocontrollern üben – um dieses Wissen später an die Schüler weiterzugeben. Auch die Arbeit mit 3D-Druckern und Lasercuttern wird erlernt – und die Möglichkeit, wie man solche Technologien praxisorientiert in den Unterricht einbettet.

Nachdem die Studierenden im TUMlab-Forum Projekte für den Unterricht entwickelt haben, geht es ein paar hundert Meter weiter südlich gleich in die Praxis: Im TUMlab im Ausstellungsgebäude des Deutschen Museums leiten die Studierenden den von ihnen konzipierten Schülerkurs selbst. So sammeln sie praktische Erfahrungen für ihren späteren Berufsalltag. Dabei kommt ihnen die Erfahrung des 2005 gegründeten Experimentierlabors der TU München zugute, das schon seit mehr als zehn Jahren Kurse für Schulklassen anbietet. Pro Jahr kommen rund 3000 Schülerinnen und Schüler dorthin.

Schülerin arbeitet an kleinem Roboter
© Deutsches Museum München

Modellhafte Kooperation „Wir führen die historische Partnerschaft zwischen dem Deutschen Museum und der TUM ins digitale Zeitalter“, sagt TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann. „Dabei schaffen wir einen Ort der Bildung, dessen Aufgabe gar nicht wichtig genug eingeschätzt werden kann: ‚digital-kompetente‘ Lehrkräfte auszubilden, die in den Schulen die Grundlagen dafür legen, dass junge Menschen diese neuen Technologien ‚begreifen‘ und damit später die technische Welt mitgestalten. Damit wird auch die TUM School of Education erneut ihrer Vorbildrolle
für ein professionelles Lehramtsstudium gerecht, das auf die konkrete Schulpraxis vorbereitet.“ „Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Kooperationsprojekt im TUM-Jubiläumsjahr verwirklicht werden konnte“, sagt der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl. Für ihn ist das ein erster Schritt, um das Forum an der Ludwigsbrücke wieder komplett für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Die neue Werkstatt ergänzt die erfolgreiche Zwischennutzung im Forum um eine wesentliche Bildungskomponente. „Langfristig wollen wird dort ja ein Forum der Zukunft schaffen, in dem Besucher modernste Technologie erleben und diskutieren können“, sagt Heckl. „Dafür haben wir jetzt einen Einstieg geschaffen.“

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