Vor- und Nachteile der Krankenversicherungen: worauf Sie achten müssen

Gesetzlich oder privat?

Spätestens mit Beginn des Referendariats ist es soweit: Beim Wechsel ins Beamtenleben muss auch Ihr Versicherungsschutz mit der beruflichen Veränderung Schritt halten. Bei der wichtigsten Absicherung, der gegen Krankheit, stehen viele vor der Qual der Wahl und müssen sich entscheiden: Privat oder gesetzlich?

In trockenen Tüchern: Richtig versichert sein erspart viel Ärger. ©Drobot Dean - stock.adobe.com

Anders als bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ist es bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) üblich, dass der/die Versicherte die Behandlungskosten vorstrecken muss. Demgegenüber entfällt bei der GKV die Rechnung, aber dafür übernimmt sie die Kosten für komplizierte oder alternativ-medizinische Behandlungen, für Chefarztbehandlung und Einzelbett-Unterbringung nur teilweise oder gar nicht. Das macht je nach persönlichem Anspruch private Zusatzversicherungen notwendig, die dann unterm Strich so teuer werden können wie die PKV eines altgedienten Beamten. Und: Während der Arbeitgeber bei Angestellten im Rahmen der GKV einen Teil der Krankenversicherungsbeiträge übernimmt, erhalten GK-versicherte Beamte von Ihrem Dienstherrn – ihrem Bundesland – nichts. Sie müssen somit die Gesamtkosten ihrer KV in vollem Umfang selbst übernehmen. Die Monatsbeiträge der GKV berechnen sich aus dem Einkommen der Staatsdiener. Je höher ihr Verdienst, desto höher auch die monatlichen Kosten für die KV – bis zu 804,74 Euro im Monat.

Faktor „Beihilfe“

Mit der Beihilfe zur Krankenversicherung kommt der Dienstherr seiner Fürsorgepflicht für seine Staatsdiener nach. Wie hoch diese im Einzelfall ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab: So spielen z. B. die familiäre Situation des Beamten sowie die Bestimmungen des jeweiligen Dienstherrn wesentliche Rollen. Beihilfeanspruch haben Beamte jedoch nur im Rahmen der PKV, nicht in der GKV! Die Beihilfe deckt zu einem großen Teil – aber eben nicht ganz – die anfallenden medizinischen Kosten, etwa für Klinikaufenthalte, Arztkosten oder ähnliches. Um Lücken zu schließen, bieten Privatversicherer spezielle Beihilfetarife, die nur jene fehlenden Anteile abdecken.
Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn erstreckt sich neben den Beamten auch auf deren Familie. So berücksichtigt die Beihilfe etwa die Ehepartner oder die Kinder des Staatsdieners. Insbesondere Kinder profitieren davon, denn sie können bereits bei einem verbeamteten Elternteil – bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres – kostengünstig in der PKV mitversichert werden: Hier liegt der Beihilfesatz bei etwa 80 Prozent, für Ehegatten bei 70 Prozent. Aber auch diesbezüglich gibt es bundesland-spezifische Sonderregelungen. Informieren Sie sich daher, welche Beihilfebestimmungen in Ihrem Bundesland gelten.

Rein finanziell betrachtet, ist die PKV für Beamte auf Widerruf meist attraktiver, zumal die Leistungen deutlich besser sind. Es gibt jedoch Aspekte, die Sie bei Ihren Überlegungen berücksichtigen sollten:

  • Falls Sie Familie haben, kann die GKV aufgrund der kostenfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern ohne eigenes Einkommen günstiger sein.
  • Sind Sie bereits 34 Jahre alt oder werden es während des Referendariats, ist u. U. die GKV günstiger, da der ermäßigte Beitragssatz der PKV für Sie nicht mehr gilt. Andererseits bieten einige Gesellschaften gesonderte Ausbildungskonditionen für Lehramtsanwärter an. Ein solcher Beitrag beläuft sich je nach Gesundheitszustand des Referendars zwischen 90 und 100 Euro. Die GKV ruft dagegen meist um die 150 Euro auf.
  • Falls Sie chronisch krank sind, kann eine PKV, die vor Versicherungsbeginn immer eine Gesundheitsprüfung vornehmen lässt, Sie ablehnen oder Ihnen nur einen Tarif mit hohen Risikoaufschlägen und/ oder eingeschränkten Leistungen anbieten. Die GKV dagegen versichert Kranke genauso wie Gesunde.
  • Die Beiträge in der PKV steigen unabhängig vom monatlichen Einkommen mit dem Alter kontinuierlich an und werden auch im Ruhestand nicht ermäßigt. Doch betrifft das meist die Angestellten eines Schulbetriebs, denn mit dem Renteneintritt erhalten diese keinen Arbeitgeberanteil mehr. Beamte hingegen bekommen bei Eintritt in die Pension eine höhere Beihilfe – 70 statt den anfänglichen 50 Prozent

Vieles müssen Sie bedenken, wenn Sie als Referendar in den Beamtenstatus wechseln. Neben einer Absicherung bei Krankheit werden noch weitere Versicherungen wichtig, mit denen Sie sich vor möglichen finanziellen Risiken schützen. Lassen Sie sich beraten und wägen Sie danach ab, welche Absicherungen Sie benötigen.

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es geschehen: Ein Kind verletzt sich auf dem Pausenhof oder während der Klassenfahrt. Schlimm für den Schüler – und vielleicht
auch für den verantwor tlichen Lehrer. Hat er grob fahrlässig seine Aufsichtspflicht verletzt, kann der Unfall für ihn verheerende finanzielle Folgen haben. Schutz bietet in solchen Fällen
eine Diensthaftpflichtversicherung.

Beamte haften persönlich für Schäden, die sie während ihrer dienstlichen Tätigkeiten durch Fahrlässigkeit oder Fehlverhalten verursachen. Bei Personen- oder Vermögensschäden können hohe Schadensersatzforderungen entstehen, die aus dem Privatvermögen nicht zu begleichen sind. Auch der Dienstherr selbst kann als direkt Geschädigter Schadensersatzansprüche geltend machen. Mit einer privaten Haftpflichtversicherung kann in solchen Fällen das Haftungsrisiko nicht abgesichert werden. Denn die private Haftpflicht übernimmt nur die Schäden, die Sie als Privatperson verursachen.

Die Diensthaftpflichtversicherung prüft und reguliert Ersatzansprüche von Dritten, wenn der Schaden während Ihrer beruflichen Tätigkeit verursacht wurde. Des Weiteren fängt sie Regressansprüche auf, die Ihr Dienstherr Ihnen gegenüber geltend machen kann, falls Sie bei der Ausübung Ihres Dienstes Schäden verursachen, die er Dritten ersetzen muss.

Schulschlüsselversicherung: Die meisten Schulen verfügen über Schließanlagen. Geht ein Schlüssel verloren, muss meist die ganze Schließanlage ausgetauscht werden und das kann teuer werden. Wenn Sie den Ihnen anvertrauten Schlüssel verlieren und nicht belegen können, dass Sie nicht fahrlässig gehandelt haben, müssen Sie für die Kosten aufkommen. Verfügen Sie jedoch über eine Schulschlüsselversicherung, haftet diese für Sie.

Eine Absicherung in diesen Bereichen ist auch über Berufsverbände und Gewerkschaften möglich. In den Mitgliedsbeiträgen sind oft wichtige Versicherungen bereits enthalten. Genauer prüfen sollten Sie die Versicherungssummen. Ist die Absicherung für Personen- und Sachschäden auf drei Millionen Euro beschränkt, kann diese im Ernstfall eventuell nicht ausreichen. Tipp: Prüfen Sie die Versicherungskonditionen aller Anbieter vor Abschluss sehr genau und lassen Sie sich von einem unabhängigen Experten beraten.

Verbeamtet – und jetzt?

Alle Referendare werden zwischen dem zweiten Staatsexamen und dem ersten Schultag mindestens sechs Wochen arbeitslos. Die Beihilfe entfällt nach 31 Tagen, wenn kein neues Beamtenverhältnis entsteht. Falls Sie nach dem Referendariat verbeamtet werden, können Sie in der PKV bleiben oder in diese eintreten. Dann aber gilt der normale Beitragssatz.
Freiwillig in der GKV versichern kann sich Spezialist für den Öffentlichen Dienst. Sie geben alles. Wir geben alles für Sie: mit der DBV Krankenversicherung. Besonders als Lehramtsanwärter /-in leisten Sie täglich viel im stressigen Schulalltag. Wir sichern Sie dabei von Anfang an ab mit den erstklassigen Leistungen der privaten DBV Krankenversicherung zur Beihilfe. Und das zu besonders günstigen Ausbildungskonditionen. Lassen Sie sich von Ihrem persönlichen Betreuer in Ihrer Nähe beraten oder informieren Sie sich unter www.DBV.de. DBV, Motiv Lehrerin, Bildung und Referendare, ET 24.04./27.09.2019 ein verbeamteter Lehrer indes nur, wenn er es bereits während des Referendariats war. Falls Sie als Lehrer im Angestelltenverhältnis arbeiten, müssen Sie in der GKV bleiben. Es sei denn, Ihr Bruttogehalt übersteigt die Jahresentgelt- bzw. Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro (Stand: 2019). Dann dürfen Sie auch als angestellter oder freiberuflicher
Lehrer in eine PKV wechseln.

Anwartschaft bei Arbeitslosigkeit

Melden Sie sich in einer Phase der Arbeitslosigkeit arbeitssuchend und beziehen Arbeitslosengeld, entsteht dadurch eine Versicherungspflicht in der GKV – oder es gilt ein Übergangstarif der PKV. Viele Private bieten ihren Kunden an, den Versicherungsschutz für den Zeitraum der Arbeitslosigkeit als „kleine Anwartschaft“ zu führen. Der PK-Versicherte muss sich dann gesetzlich krankenversichern, da er während der Anwartschaft keinen Anspruch auf PKV-Leistungen hat. Allerdings ist es möglich, nach der Arbeitslosigkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung in seinen PKV-Tarif zurückzukehren. Achtung: Haben Sie sich während des Referendariats für einen günstigen PKVTarif entschieden, möchten aber später in einen Tarif mit besseren Leistungen wechseln, so ist dies oft nur mit erneuter Gesundheitsprüfung und mit Zustimmung des Versicherers möglich.

Fazit

Dass die PKV generell für Referendare die empfehlenswertere ist, wäre eine viel zu pauschale Aussage. Sicherlich ist sie für viele eine gute Option, jedoch sind die individuellen Voraussetzungen, Zukunftspläne und nicht zuletzt die Konditionen der Anbieter so unterschiedlich, dass wir Ihnen nur diesen wichtigen Rat geben können: Lassen Sie sich unbedingt von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten und versuchen Sie, dabei möglichst viele Zukunftsszenarien zu berücksichtigen.