Das Fördern fördern

"Lesestart für Flüchtlingskinder" mit neuem Schwerpunkt

Das Förderprogramm „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ findet eine Fortsetzung. Sein Fokus liegt auf Unterstützung engagierter Menschen vor Ort, die sich in die Leseförderung von geflüchteten Kindern einbringen. Durch ein breites Seminarangebot sollen sie für ihre Arbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) qualifiziert werden. Erfahren Sie im Text, wie die Leseförderung funktioniert

Eine Lese- und Medienbox mit verschiedenen Büchern
Mit solchen Lese- und Medienboxen will die Bundesregierung die Sprachkompetenz für Deutsch bereits in EAEs fördern. Das kann den Einstieg in die Grundschule deutlich vereinfachen Foto: © Stiftung Lesen

Fortsetzung der Leseförderung

Bis 2021 läuft die neue Runde des Programms. Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, hob Ende 2018 hervor: „Mit ihm wollen wir geflüchtete Familien zum Lesen motivieren und sie beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen. Wir wollen den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Rücken stärken, die sich seit vielen Jahren in Erstaufnahmeeinrichtungen engagieren. Das Programm bereitet sie professionell auf ihre Vorlesetätigkeit vor und bietet ihnen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.“

An Erfolge anknüpfen

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, ergänzte: „Die Entwicklung und Umsetzung des Vorgängerprogramms ‚Lesestart für Flüchtlingskinder‘ im Jahr 2015 war ein großer Erfolg. Mit über 200.000 Sets und Medienboxen konnten wir geflohenen Kindern und ihren Familien bereits kurz nach ihrer Ankunft helfen, sich spielerisch mit ihrer Umgebung und der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre haben wir nun in die angepasste Initiative ‚Lesen bringt uns weiter‘ einfließen lassen. So können wir noch besser lokale Lesefördernetzwerke unterstützen und neue etablieren.“ Das Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“ wurde im Herbst 2015 ins Leben gerufen. Das heute neuaufgelegte Programm „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ wird mit insgesamt 1,6 Millionen Euro für drei Jahre durch das BMBF gefördert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. Das Programm stattet Kinder in EAEs im Alter von 0 bis 5 Jahren mit einem altersgerechten Buch aus. Darüber hinaus stellt es den Spielstuben der EAEs in jedem Programmjahr je eine Lese- und Medienbox für ihre pädagogische Arbeit mit Kindern im Alter von bis zu zwölf Jahren zur Verfügung.

Bedarf für Leseförderung in EAEs weiterhin hoch

Von Januar bis Juli 2018 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 96.600 Erstanträge entgegengenommen. Auf der Grundlage von UNICEF-Schätzungen sind davon rund 15.000 Kinder im Alter zwischen 0 und fünf Jahren. Um jedem Einzelnen das Ankommen und die Integration in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, bedarf es deutscher Sprachkenntnisse. Gerade kleine Kinder erlernen diese spielerisch beim Vorlesen von Papp- und Bilderbüchern, die sie mit neuen Wörtern und dem Klang der Sprache vertraut machen. Die Stiftung Lesen führt bis September 2021 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das bundesweite Programm „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ fort. Das modifizierte Programm baut auf den Schwerpunkten des Vorgängerprogramms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ (Laufzeit 2015–2018) auf. Es dient der bundesweiten Unterstützung von Flüchtlingskindern und ihren Eltern in EAEs. Die kostenfreie, zielgruppengerechte Materialausstattung für die Spielstuben ermöglicht es geflüchteten Kindern, den Alltag in Deutschland kennenzulernen, erste deutsche Wörter zu entdecken und sich mit dem Vorlesen und Lesen vertraut zu machen.


Weitere Informationen:
www.lesen-bringt-uns-weiter.de
www.stiftung-lesen.de