Mit praktischer Übung für den Unterricht

Wie aus Formen Buchstaben werden

Unser Alphabet kommt mit einer sehr geringen Anzahl unterschiedlicher und einfacher Elemente aus. Jeder Buchstabe besteht eigentlich nur aus Quadraten, Dreiecken oder Kreisen. Deswegen ist es wichtig, dass Kinder die geometrischen Grundformen unterscheiden können – mit diesem Arbeitsblatt klappt's!

Formen und Buchstaben nebeneinander.
Jeder einzelne Buchstabe des Alphabets besteht nur aus den drei geometrischen Grundformen: Quadrat, Dreieck und Kreis. Foto: © Friedrich Verlag GmbH

Geometrische Grundformen

Den 26 Großbuchstaben unserer Schrift liegen in ihrer Konstruktion die drei geometrischen Grundformen Quadrat, Dreieck und Kreis zugrunde. Die Flächen dieser Formen werden beim Lesen erkannt, aber im Allgemeinen nicht bewusst wahrgenommen. Deshalb sind die Innenräume der Buchstaben zur Erkennung genauso bedeutend wie deren Umrisse. Kinder müssen die Grundformen kennen und die Fähigkeit besitzen, diese zu unterscheiden, damit sie die Buchstabenformen auseinanderhalten und sich an sie erinnern können.

Nur drei Linienarten in jedem Buchstaben

Grundsätzlich werden drei Arten von Linien benötigt, um alle Buchstaben daraus konstruieren zu können. Man unterscheidet dabei:

  • waagrechte und senkrechte Geraden,
  • diagonale Linien,
  • und gerundete Linien.

Die Kombination und Anordnung der verschiedenen Linienarten gewährleisten charakteristische Buchstabenformen. 

Merkmale von Großbuchstaben

Die Großbuchstaben unserer Schrift, die auch als Majuskeln bezeichnet werden, haben alle eine einheitliche Buchstabenhöhe. Der Strich jeder Majuskel beginnt in der Regel auf der Grundlinie und endet dann an der Oberlänge. Diese Höhe wird als Versalhöhe bezeichnet. Eine Ausnahme bilden teilweise die Buchstaben von Schreibschriften, die zusätzlich mit Wendebögen ausgestattet sind, wie zum Beispiel G, J und Y der Lateinischen Ausgangsschrift.

Merkmale von Kleinbuchstaben

Bei den Kleinbuchstaben, den Minuskeln, werden verschiedene Buchstabenhöhen unterschieden. Entweder orientieren sie sich an der Höhe des kleinen x, welches die reguläre Kleinbuchstabenhöhe repräsentiert, oder sie ragen nach unten oder oben darüber hinaus. Diese Eigenschaft bestimmt deshalb nicht nur die Höhe der Buchstaben, sondern auch ihre Lage im Wort. Dadurch lassen sie sich besser unterscheiden und begünstigen die Lesbarkeit. 

Übung: Formen zuordnen

Wie bereits zu Beginn erwähnt, standen am Beginn der Entwicklung des griechischen Alphabets die geometrischen Grundformen Quadrat, Dreieck und Kreis. Mithilfe ihrer Formeigenschaften wurden unsere heutigen Schriftzeichen konstruiert. Die Buchstaben stellen eine komplexe Weiterentwicklung der Grundformen dar, weshalb Kindern diese geläufig sein sollten. Formen unterscheiden zu können ist eine ganz wesentliche Voraussetzung, um später auch Buchstaben auseinanderhalten zu können. Dabei kommt es nicht nur auf die definierenden Umrisse an, sondern auch auf die eingeschlossenen Innenformen und die Raumlage. Diese Übung hilft Kindern, den Zusammenhang zwischen den Grundformen und den Buchstaben zu erkennen. Es ist kein Zufall, dass Baukästen oder anderes Spielmaterial, das in den Kitas zur Verfügung gestellt wird, diese Grundformen enthalten.   

Welcher Buchstabe passt in welche Form?
Auf dem herunterladbaren Arbeitsblatt verbinden die Schülerinnen und Schüler Formen mit den dazugehörigen Buchstaben. Sie bekommen so ein Gefühl für den Zusammenhang zwischen Formen und Buchstaben.

Arbeitsblatt: Aus Formen werden Buchstaben


Quelle: Dieser Artikel ist ein in Teilen redaktionell bearbeiteter Auszug aus dem Fachbuch: Eifert, L./ Nagel, T. (2014): Auf dem Weg zur eigenen Schreibschrift. Damit Kinder bessers schreiben lernen., S. 23, 25-26, bearbeitet von Lisa Blödorn, 06.06.2019, Hannover.