Die perfekte Schreibbewegung

Kein Fingerspitzengefühl? Die Feinmotorik entwickelt sich noch!

Feinmotorik meint die gezielte Bewegung einzelner Körperteile. Sie ist die Grundvoraussetzung für eine perfekte Schreibbewegung. Aber keine Sorge, niemand verfügt von Angang an über eine gute Feinmotorik. Lesen Sie hier, wie Ihre Schüler mit Wellen, Kurven und Linien feinmotorische Bewegungen trainieren können.

Eine gestrichelte Wellenbewegung.
Mit Schwüngen, Zick-Zack-Linien, Wellen und Kurven trainieren die Kinder ihre feinmotorischen Bewegungen. Foto: © Friedrich Verlag Gmbh

Beherrschung der eigenen Bewegungen

Grundlegend für die Ausbildung der Schreibmotorik ist die sichere Beherrschung der eigenen Körperbewegungen. Die Entwicklung einer guten motorischen Koordination basiert auf einem stabilen Gleichgewichtsempfinden. Das körperliche Gleichgewicht und die grobmotorische Koordination ermöglichen dem Kind, zielgerichtete Bewegungen zu planen und auszuführen. Eine gute Körperbeherrschung ist überdies die Basis für psychische und mentale Stabilität. 

Automatisierung der Schreibbewegung erfolgt allmählich

Grobmotorik bezeichnet die Bewegung des gesamten Körpers, der Glieder und Gelenke. Feinmotorik meint die gezielte Bewegung einzelner Körperteile und kleinerer Muskeln. Menschen lernen Bewegungsabläufe von den großen zu den kleinen Gelenken. Schreibanfänger bewegen daher überwiegend das Handgelenk und weniger die Finger. Die Feinmotorik fürs Schreiben, die sogenannte Grafomotorik, entwickelt sich daher erst allmählich. Sie bezeichnet die Fähigkeit, feinste, differenzierte, rhythmische und fließende Schreibbewegungen durchzuführen. Diese Bewegungen können nur durch häufiges Ausführen und Ausprobieren erlernt werden. Eine individuell perfekte Schreibbewegung wird erlernt, indem sie immer wieder neu erprobt wird, bis der ideale Bewegungsablauf gefunden wurde. Erst dann wird die Schreibbewegung vom Gehirn automatisiert. Die Automation von Schreibbewegungen ist ein zentrales Merkmal geübten, flüssigen Schreibens. Kinder sollten deshalb beim Schreibenlernen viel Freiraum bekommen, um die eigene Ausprägung ihrer Schrift finden zu können. Manche Kinder haben anfangs Schwierigkeiten mit der Stifthaltung oder der Kraftdosierung beim Schreiben. Sie sollten verschiedene Stifte ausprobieren, um herauszufinden, welcher Stift ihnen am besten in der Hand liegt und mit welchem sie besonders gut schreiben können. 

Übung: Feinmotorik trainieren 

Kinder beginnen in der Regel immer mit den gleichen Formen zu malen. Das Zeichnen von Urkreis und Urkreuz bildet den Ausgangspunkt für alle anspruchsvolleren Formen wie Dreiecke, Spiralen oder Sterne. Diese natürliche kindliche Entwicklung sollte aufgegriffen und unterstützt werden, indem immer wieder neue Varianten mit Schwüngen, Zick-Zack-Linien, Wellen oder Kurven geübt werden. Dies trainiert zum einen die Feinmotorik der Kinder, zum anderen gewinnen sie dabei Sicherheit im Umgang mit Zeichen und Linien. Zusätzlich wird die Konzentrationsfähigkeit verbessert und die grafomotorische Entwicklung gefördert. Aufgaben, wie das Nachvollziehen verschiedener Linienführungen, bieten eine optimale Vorbereitung für das spätere Buchstabenschreiben, bei dem viele Kombinationen aus Linien auf die Kinder zukommen. 


Quelle: Dieser Artikel ist ein in Teilen redaktionell bearbeiteter Auszug aus dem Fachbuch: Eifert, L./ Nagel, T. (2014): Auf dem Weg zur eigenen Schreibschrift. Damit Kinder bessers schreiben lernen., S. 31 & 40, bearbeitet von Lisa Blödorn, 06.06.2019, Hannover.