Im Distanzunterricht gemeinsam eine Lektüre verstehen und präsentieren

Literatur meets Virtual Reality

Im Fach Deutsch oder in den Fremdsprachen ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um eine Lektüre in Angriff zu nehmen und abzuweichen von den regulären Wegen, die bei der Lektürearbeit in der Regel beschritten werden.

Foto: Comfreak/pixabay.com – Creative Commons CC0

Eine sinnvolle Beschäftigung mit einem literarischen Text umfasst so viel mehr als nur Verständnisfragen und trockene Interpretation. Was gibt es Sinnvolleres, als einen Perspektivenwechsel anzuregen und die gelesene Geschichte visuell und unter Berücksichtigung analytischer Elemente umzusetzen und sie so erlebbar zu machen?

Vom Tagebuch zu einem Roman zu 3D-Welten

Beispielsweise können die Lernenden einen Roman lesen und während des Lesens ein Tagebuch aus der Sicht des Protagonisten oder einer anderen Figur schreiben. Im Anschluss daran werden Gruppen gebildet und die Schülerinnen und Schüler bekommen die Aufgabe, den Roman in 3D gemeinsam zu inszenieren, um in ihn eintauchen zu können. Die Tagebucheinträge können eingesprochen werden, sodass sie die jeweilige Szene begleiten.

Ein Beispiel aus dem Französischunterricht: Fatou Rama
Ein Beispiel aus dem Französischunterricht: Fatou Rama © https://cospaces.io/ (Screenshot des Beispiels von Stephanie Wössner)
Ein Beispiel aus dem Französischunterricht: Fatou Rama
Ein Beispiel aus dem Französischunterricht: Fatou Rama © https://cospaces.io/ (Screenshot des Beispiels von Stephanie Wössner)

Vorgehensweise

Als Vorbereitung dazu legt die Lehrkraft sich einen „CoSpaces Edu“-Account unter www.cospaces.io an und nutzt den Trialcode COSSTEPHANIEWO. Dann wird eine Klasse angelegt und eine Aufgabe für die Klasse erstellt, die aus einem leeren Raum besteht. Weist man diese Aufgabe einzelnen Schülerinnen und Schülern zu, bekommt jeder und jede einen eigenen Projektraum. Weist man die Aufgabe Gruppen zu, kann man die Schülerinnen und Schüler, nachdem sie sich angemeldet haben, in Gruppen einteilen, sodass sie kollaborativ oder kooperativ am Projekt arbeiten können. Diese letztere Vorgehensweise ist zu bevorzugen.

Verschiedene Kapitel können in einzelnen Szenen dargestellt werden. Schließlich müssen sich die Lernenden nur noch mit einem beliebigen Namen, einem beliebigen Usernamen und einem Passwort anmelden. Dazu benötigen sie den Klassencode, der bei der Erstellung einer Klasse angezeigt wird.

Um die virtuellen Räume zu erstellen, können die Lernenden einen Computer mit dem Chrome-Browser benutzen oder auch ein Tablet (iOS oder Android).

Die Erstellung erfolgt mit Figuren aus der Bibliothek, die durch Drag & Drop in den virtuellen Raum hineingezogen werden. Außerdem können Bilder, 3D-Objekte und Videos hochgeladen sowie Audiodateien direkt im Browser aufgenommen werden. Den Schülerinnen und Schülern sollte vorher ein Grundwissen über Urheberrecht und Creative-Commons-Lizenzen vermittelt werden.

Mithilfe von Blockprogrammierung können die Lernenden die einzelnen Elemente programmieren.

„CoSpaces“ ist eine selbsterklärende App, die meist intuitiv bedient werden kann. Hilfestellungen zu allen Funktionen gibt es auf dem YouTube-Channel von „CoSpaces“: https://www.youtube.com/channel/UC6VsnmaKQ9MNRpJbFsIhoGw

3D-Präsentation zu einer Lektüre

Eine weitere Idee wäre, eine Präsentation zur Lektüre in der Form eines 3D-Museums zu erstellen. Ein Tutorial, wie man ein solches Museum füllt, finden Sie hier: https://youtu.be/Rx2NczZy510

Präsentation zu einer Lektüre in einem virtuellen 3D-Museum
Präsentation zu einer Lektüre in einem virtuellen 3D-Museum © https://cospaces.io/ (Screenshot des Beispiels von Stephanie Wössner)
Präsentation zu einer Lektüre in einem virtuellen 3D-Museum
Präsentation zu einer Lektüre in einem virtuellen 3D-Museum © https://cospaces.io/ (Screenshot des Beispiels von Stephanie Wössner)

Hinweise

  • Die entstandenen Räume können entweder an einem Bildschirm oder mit einer VR-Brille (Smartphone mit Cardboard oder Oculus Go) erkundet werden.
  • Alternativ kann statt des 3D-Raums auch ein MergeCube gebaut werden.
  • Bei Problemen und Fragen können Sie sich gerne an mich wenden: steffi(at)steffi-woessner.de

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