Wissen zu Abfall und seiner Aufwertung erarbeiten

Upcycling im Unterricht

Wann haben Sie das letzte Mal eine Plastiktüte gekauft? Oder bringen Sie Ihre eigene Leinentasche von zu Hause mit in den Laden? Klimaschutz beginnt schon bei den ganz kleinen Dingen. Starten Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern doch mal ein Upcycling-Projekt und regen Sie zum Nachdenken an – mit praktischen Arbeitsblättern zum Download!

Foto: citypraiser/pixabay.com

In diesem Unterrichtsentwurf begleitet die Lehrkraft ihre Schüler in einem Lernprozess zum Thema trash or trea sure – denn nicht alles, was zunächst nach Müll aussieht, muss es auch unbedingt sein. Um ihnen das nachvollziehbar zu machen, erarbeiten sich die Schüler und Schülerinnen zunächst Wissen über die verschiedenen Arten von Müll, beziehen es anschließend auf ihre eigene Erfahrungswelt „Schule“ und entwickeln kreative Lösungen in Form eines Upcycling- Projekts für die Weiterverwendung von zunächst scheinbar wertlos Gewordenem. Ziel ist, eine Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu erreichen, indem sie sich konstruktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. 

Fragen zum Thema Müll stellen 

Als Einstieg in das Thema stellt die Lehrkraft den Mülleimer des Klassenzimmers für alle sichtbar auf das Pult. Ausgehend von dem Müll, den eine Klasse täglich produziert, formulieren die Lernenden in Partner arbeit Fragen: The trash can (BrE: rubbish bin) is emptied daily. When we see the huge amount of trash, we must ask ourselves many questions. Talk to your neighbour and write down at least 3 – 5 questions you have about trash. 

Um die Schüler auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen, empfiehlt es sich, das Wort daily stimmlich hervorzuheben. Die Ergebnisse werden an der Tafel oder über den OHP gesammelt. Sie dienen als Ausgangsfragen für den weiteren Unterrichtsverlauf. Bei Bedarf ergänzt die Lehrkraft folgende Fragen: ƒƒ

  • What kind of trash is there (in our school)? ƒƒ
  • What happens to the trash? ƒƒ
  • Where does the trash go to? 
  • ƒƒHow much trash do we produce? ƒƒ
  • Which resources do we overuse? 

Die Lehrkraft kann Hilfestellung geben, indem sie einige Wörter an die Tafel schreibt: resources (something that a country, person or organization has that they can use, i.e. oil, glass, plants); to overuse (to use something too often or too much); wastebin (a container for waste). 

Hintergrundwissen zum Thema „trash“ erarbeiten 

Um die gemeinsam erarbeiteten Fragen zu beantworten, eignen sich die Lernenden Sachwissen aus Infotexten an. Das Arbeitsblatt  The throwaway society (4.1) bietet Einblick in den Müllverbrauch pro Person in verschiedenen Ländern. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier die allgemeinen Vokabeln, u. a. residual waste, organic waste und packaging, und finden Beispiele hierfür. Anschließend bearbeiten Kleingruppen vertiefende Texte zu Fachbereichen der Müllentsorgung (What happens to our trash, 4.2.1 bis 4.2.5) und bereiten einen Kurzvortrag vor. Während der Vorträge machen sich die Mitschüler Notizen im Heft, sodass sie anschließend die Ausgangsfragen im Plenum beantworten können.

Ein Interview vorbereiten 

Nun folgend sollen die Schüler noch genauer erfahren, dass dieses Thema auch sie täglich betrifft. Sie sollen entdecken, wo Probleme in Bezug auf Müll in der Schule entstehen und welche Ideen zur Lösung des Problems erdacht werden können. Today we are going to prepare an interview about trash in our school. Before we do that, we have to think of two questions: ƒƒ

  • What should you keep in mind before and during an interview? ƒƒ
  • Who and what can we ask about trash? 

Vor dem tatsächlichen Interview erarbeiten die Lernenden, wie ein Interview aufgebaut ist, welche Themen an der Schule relevant sind und welche Personen sie dazu interviewen können (TAFELBILD). Die Erarbeitung geschieht als Kartenabfrage. Die Schüler sammeln ihre Ideen zunächst auf Karten, um sie anschließend als Tafelbild zu strukturieren. Das Ergebnis übertragen sie in ihr Heft. Im Anschluss teilt die Lehrkraft die Schüler in Gruppen ein und ordnet sie den Personen zu. In den Gruppen notieren sich die Schüler mögliche Interviewfragen. 

Das Interview üben und durchführen 

Bevor die Lernenden ihr Interview durchführen, sollten sie in der Kleingruppe und im Klassenverband Zeit zum Üben haben. Die Hemmschwelle für das tatsächliche Interview sinkt dadurch. Als Anschauungsbeispiel tragen die Schüler anschließend einige Interviews im Plenum oder Stuhlkreis vor. Sie geben sich gegenseitig Feedback, das sich an den Kriterien an der Tafel orientiert. Hier kann das Tafelbild gegebenenfalls durch Tipps ergänzt werden. In einer weiteren Gruppenarbeitsphase haben die Lernenden die Möglichkeit, die Interviews mit den Verbesserungsvorschlägen zu üben. Sie tragen ihre Interviews erneut vor. Die Lehrkraft kann an dieser Stelle statt des Schülers als Interviewpartner dienen. In der entsprechenden Rolle als Befragter baut sie dann unerwartete Momente ins Gespräch ein. Hiernach reflektiert die Klasse gemeinsam, was besser lief und worauf die Schüler noch achten müssen. Die Schüler halten nun das tatsächliche Interview als Hausaufgabe und stellen die Ergebnisse in der Folgestunde vor. Selbst wenn nicht alle Schüler ihr Interview in englischer Sprache führen werden, so ist die Vorübung durchaus gewinnbringend für die Durchführung des Interviews. In der Stunde müssen die Schüler in der Lage sein, ihre Ergebnisse wieder in Englisch zu formulieren. Eine echte Mediationsübung! 

Ergebnisse im gallery walk sammeln 

In der Folgestunde stellen die Schüler ihre Ergebnisse in einem gallery walk vor. Hierzu schreibt die Lehrkraft die Namen der interviewten Personen auf DIN-A4-Blätter, nummeriert sie und verteilt sie an die Klassenzimmerwände. Nun stellen sich die Schüler zu der Person, die sie interviewt haben (ihre Stammgruppe). Jeder Schüler der Stammgruppe erhält eine Nummer von eins bis vier. Die Lehrkraft bittet alle Einsen zu Person eins, alle Zweien zu Person zwei, usw. Dadurch entstehen gemischte Gruppen mit je einem Experten, der über das Interview mit der Person Auskunft geben kann. Der Beobachtungsauftrag (How can we take care … 4.3) sichert, dass auch die Zuhörer aktiv mitarbeiten. 

Nach Abschluss der Präsentation in den Expertengruppen gehen die Schüler in ihre Stammgruppe zurück. Dort vergleichen sie ihre Mitschriften aus dem Beobachtungsauftrag und halten die Hauptmerkmale in ein bis zwei Sätzen fest. Es folgt eine Plenumsdiskussion über die Umweltprobleme in der Schule und mögliche Lösungen. Which environmental problems do people have at our school? Which ideas do they have to solve these problems? Als Hauptprobleme der meisten Schulen werden sich die Papierflut, die massenhaften Plastikabfälle sowie Energieverschwendung herauskristallisieren. Auf die Energieverschwendung wird in der Hausaufgabe (Think different! 4.4) näher eingegangen. Es handelt sich um eine Zuordnungsaufgabe, welche durch das Lösungswort (upcycling) zum nächsten Unterrichtsschritt überleitet.

Zur Sache: Upcycling

Der Begriff Upcycling leitet sich aus dem Wort Recycling ab. Beide Prozesse dienen dazu, Müll zu vermeiden. Während beim Recycling der komplette Abfall zunächst entsorgt und dann wiederverarbeitet wird, setzt Upcycling schon vor der Entsorgung an. Es geht darum, aus altem Material neue Produkte zu schaffen, z. B. Kleidung, Dekoration oder Aufbewahrungsmittel. Da die Gegenstände meistens per Hand gebastelt werden, verbraucht man beim Upcycling weniger Energie als beim Recycling. Unter folgenden Links gibt es Anregungen und Ideen, auch für außerhalb des Unterrichts: 

  • Eine Unterrichtsidee für Klasse 5/6 gibt es in: Lorenz, Gudrun (2014): “The 3 R’s” – reuse, reduce, recycle. Kreative Ideen zum Umweltschutz entwickeln. Englisch 5 –10. Friedrich Verlag.
  • Viele Upcycling-Ideen für freie Wochenenden: Upcycled Home Projects
  • Das Model Marina DeBris setzt Müll in Szene.

Ein Video zu Upcycling sehen 

Nachdem die Schüler die Hausaufgabe besprochen haben, leitet die Lehrperson zum Thema Upcycling (ZUR SACHE) über: Today we are going to talk about upcycling. Upcycling shows that one person’s trash can be another person’s treasure. Let’s find out how someone makes treasuresout of what you may think is trash. Nun schauensich die Lernenden das Video How to make a plastic bag football bis Minute3: 26 an. Das Video ist über den Link vimeo.com/39763894 erreichbar. Als while-viewing activity bieten sich folgender Auftrag an: Take notes on how the woman makes the football. Write down the individual steps and the material she uses. 

Eigene Upcycling–Produkte erstellen 

Zum Abschluss entwerfen die Schüler in Einzelarbeit oder in Gruppen eigene Upcyling-Ideen, die sie in der Folgestunde selbst basteln. I am sure you have creative upcycling ideas, too. Plan and create a treasure product. Present your product to your class. Your presentation should answer the following questions: ƒƒ

  • What trash did you use? ƒƒ
  • What can you use your product for? ƒƒ
  • What’s the name of your treasure product? ƒƒ
  • Why do you think it now is a treasure? 

Alternativ kann die Lehrkraft hier mit dem Kunstlehrer zusammenarbeiten und die Bastelaktivität auslagern. Als Hausaufgabe sammeln die Schüler Müll für ihr Produkt. In den folgenden Stunden (oder im Kunstunterricht) kreieren die Schüler ihr Produkt, das sie am Ende anhand der Leitfragen vorstellen. 

Material-Download: Fünf Arbeitsblätter zum Thema Trash or Treasure