Ein fleischfreier Tag für den Klimaschutz?!

Methan-Produzent Kuh und die CO2-Äquivalente

Was haben Schnitzel mit dem Klimawandel zu tun? 

1. Unterrichtsabschnitt 

Als Einstieg dienen Lebensmittel oder entsprechende Fotos: Was haben Schnitzel & Co mit dem Klimawandel zu tun? Die Vermutungen werden mündlich oder per Kartenabfrage gesammelt. Erfahrungsgemäß weisen die Schülerinnen und Schüler vor allem auf die energieaufwändige Produktion, Transportwege, Verpackung und Lagerung hin. Wurde eine Kartenabfrage durchgeführt, werden die Karten geclustert und im Raum aufgehängt.

An der Tafel werden die drei wichtigsten Treibhausgase notiert und deren hauptsächliche Quellen im Bereich Landwirtschaft und Viehzucht beschrieben (s. Tabelle). Um einen Vergleich der Klimawirksamkeit der Gase zu ermöglichen, wird die Einheit "CO2-Äquivalente" eingeführt.

Herkunft und CO2-Äquivalente von Treibhausgasen:

Treibhausgas Herkunft CO2e
Kohlenstoffdioxid (CO2) Verbrennung von Kohle, Gas, Erdöl, Holz;
Abholzung von Wäldern
1
Methan (CH4) Viehzucht, Nassreisanbau, Deponien 21
Lachgas (N2O) Stickstoffdüngung, Deponien 310

Anschließend sollen die SchülerInnen aus vier vorgegebenen Rezepten in Einzel- oder Partnerarbeit das "klimafreundlichste" Gericht identifizieren (Material 1). Der Einsatz von Taschenrechnern (oder, falls zugelassen, von Handyrechnern) hilft bei den Berechnungen. Nach dem Austausch der Ergebnisse im Plenum wird diskutiert, warum Treibhausgasbilanzen der Gerichte so unterschiedlich ausfallen und wie man die Rezepte "klimafreundlicher" gestalten könnte: Welche Zutaten können ausgetauscht werden, ohne dass das Genusserlebnis verloren geht?

Lebensmittel verursachen Treibhausgase 

2. Unterrichtsabschnitt 

Nun wird die Frage beantwortet, warum der Emissionswert bei manchen Lebensmitteln höher ist als bei anderen (Material 2). Die SchülerInnen entwickeln Vorschläge, wie sie selbst zur Verringerung oder Vermeidung dieser Emissionen beitragen könnten, und begründen, welche Ideen sie tatsächlich umsetzen würden und welche nicht. 

Anhand von Material 3 wird erarbeitet, warum gerade Wiederkäuer wie Rind, Schaf und Ziege so viele Klimagase verursachen. Wenn die Möglichkeit besteht, kann man abschließend den Kurzfilm "Klimakiller Kuh" zeigen (Spiegel-TV, 11 min). Er bietet Einblicke in aktuelle Forschungen zur Optimierung der Fütterung. Durch eine dauerhafte Fistel am Pansen, einem Loch mit Schraubverschluss, können Forscherinnen und Forscher direkt in den Pansen greifen und Futterproben entnehmen oder einbringen. Den Tieren geht es dabei sichtbar gut. Korrelationen zwischen Futter und Klimaauswirkungen werden diskutiert.


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Alltagsgestaltung mit Zukunft

Alles, was Spaß macht, ist aus Umweltschutzgründen verboten! Überzeugen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler, dass dieses Pauschalurteil nicht stimmt! Vielleicht wird sich in Zukunft ein wöchentlicher "Veggiday" als zukunftsfähiger "Lifestyle" bei Jugendlichen etablieren und damit die Klimagasproduktion in den Mägen von Wiederkäuern reduzieren.

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Ein Veggiday an unserer Schule?! 

3. Unterrichtsabschnitt 

Einstieg in den Unterricht bietet der zweiminütige Kurzfilm "Vegetarisch essen für den Klimaschutz" (ZDF), der den "Veggiedag" in Gent vorstellt. Alternativ informiert die Lehrperson mündlich über das Projekt.

Was spricht für, was gegen die Einführung eines Veggidays in der Schule? In einem Rollenspiel sollen bei einer Podiumsdiskussion verschiedene Positionen vorgestellt, alle Argumente abgewogen und schließlich eine Entscheidung getroffen werden (Material 4). Auf dem Podium sitzen zwei Vertreterinnen oder Vetreter der Schülerschaft, je ein Elternteil und ein/e LehrerIn; diese Personen sind stimmberechtigt. Als ExpertInnen wurden geladen: ein "Vertreter der Stadt Gent", ein "Klimaschutz-Experte", ein "Landwirt", der "Betreiber der Schulcaféteria". Die "Schulleitung" (Lehrperson oder moderationserfahrene SchülerInnen) moderiert die Diskussion. Im Publikum sitzen "Redakteure" der örtlichen Tageszeitung sowie der Schülerzeitung einer anderen Schule, an der ebenfalls über einen Veggiday diskutiert wird. Die "Redakteure" haben die Aufgabe, den Argumentationsverlauf für die spätere Reflexionsphase zu dokumentieren. 

Die Rollen können durch Losverfahren, nach persönlichen Neigungen oder gerade im Widerspruch zu den Ansichten der SchülerInnen vergeben werden. Jede Rolle wird doppelt besetzt, so dass jeweils eine Person aktiv spielt und die andere ihr unterstützend zur Seite steht. Ab und zu sollte ein Wechsel der spielenden Person durch "Abklopfen" erfolgen. Rollentypische Utensilien (z. B. Schürze für die Caféteria-Betreiber, Arbeitshandschuhe für die Landwirte) erleichtern die Identifikation mit den Rollen und zeigen außerdem an, welcher Rolleninhaber zurzeit aktiv spielt. Bei SchülerInnen ohne Spielerfahrungen kann man auch beide Rolleninhaber gleichzeitig agieren lassen, um etwaige Hemmschwellen abzubauen. 

Das Rollenspiel beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer ihre Rolle und deren Standpunkt kurz darstellen. Anschließend bringt die "Schulleitung" die Diskussion durch Fragen und direkte Ansprache der Personen in Gang. Später sollten die Teilnehmer selbstständig miteinander diskutieren. Nach etwa 30 Minuten ruft die "Schulleitung" zur Abstimmung auf. Interessant ist das Abstimmungsverhalten der "Lehrer" und "Eltern", da ihre Rollenprofile ambivalent angelegt sind. 

In der Reflexionsphase geben die beobachtenden "Redakteure" zunächst ihre Sicht der Diskussion wieder. Die weitere Reflexion des Rollenspiels erfolgt aus der Außensicht, d. h. die spielenden SchülerInnen legen ihre Rollen ab. Neben dem Ablegen der Utensilien ist eine kurze körperliche "Ausfühlung" zu empfehlen, z. B. durch kurzes Aufstehen oder Umstellen der Stühle. 

Die genannten Argumente werden gesammelt und nach den damit verbundenen ethischen Werten geordnet. Je nach Vorkenntnissen der Lerngruppe kann man einen "Wertepool" vorgeben und die genannten Werte definieren lassen: "Für mich bedeutet der Wert 'Freiheit', dass …". Abschließend wird begründet, warum sich welche Werte und darauf gründende Argumente in der Abstimmung durchsetzen konnten. 

Als Hausaufgabe sollen die SchülerInnen ihren persönlichen Beitrag zur Klimaerwärmung mithilfe des WWF-"CO2-Footprint"- Rechner berechnen. Hier werden neben dem Bedürfnisfeld Ernährung auch andere alltagsbezogene Bereiche wie z. B. "Mobilität" oder "Freizeitverhalten" angesprochen, in denen Treibhausgase anfallen. In der anschließenden Auswertung gibt das Programm den SchülerInnen anschauliche Beispiele, um ihre persönliche Treibhausgasbilanz zu verbessern.

Arbeitsblätter & Material zum Download

Alle Arbeitsblätter zum Veggieday finden Sie hier zum Download im PDF-Format:

Download: Material zum Veggieday

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