Interview

Digital gestützte MINT-Experimente

Eine Möglichkeit, um im Unterricht mit eigenen Messungen für Abwechslung zu sorgen, bietet das C-Lab in Verbindung mit Grafikrechnern von CASIO. Tom Herwig, Schulkoordinator bei CASIO, stellt das mobile Messwerterfassungssystem und dessen Möglichkeiten im Interview vor.

Unterrichtsszene MINT-Experiment
Mit dem C-Lab können die Schülerinnen und Schüler im Biologie- und Chemieunterricht interessante Messungen zu Umweltthemen durchführen. Foto: © CASIO Europe GmbH

bildung+science: Warum sind Experimente in den MINT-Fächern so wichtig?

Tom Herwig: Experimente gehören fest zum Lehrplan, zum Beispiel in Physik, Chemie und Biologie. Sie verdeutlichen Schülerinnen und Schülern theoretische Zusammenhänge. Man könnte sich die Ergebnisse von Experimenten auch einfach anlesen. Doch wenn man etwas selbst umsetzt und erlebt, trägt das dazu bei, dass man sich die Zusammenhänge besser erschließen und merken kann.

Heute kommen präzise elektronische Messwerterfassungssysteme zum Einsatz. Wie wurde das früher gemacht?

Tom Herwig: Bevor es elektronische Messwerterfassung gab, konnte man viele Experimente nicht oder nur eingeschränkt durchführen. Einige Experimente ließen sich mit einfachen Temperatur- oder Spannungsmessgeräten umsetzen. Im Chemieunterricht wurde früher beispielsweise Lackmus-Papier eingesetzt, um den pH-Wert von Flüssigkeiten zu messen. Das alles geht deutlich präziser, seitdem es elektronische Messwerterfassung gibt.

Interview mit

Porträtfoto Tom Herwig

Tom Herwig

Schulkoordinator bei CASIO

Welche Vorteile gegenüber solchen Systemen bietet das C-Lab von CASIO?

Tom Herwig: Das C-Lab arbeitet mit Grafikrechnern* von CASIO zusammen. Schulen, die Grafikrechner von CASIO nutzen, können durch den zusätzlichen Erwerb des C-Lab ein vollwertiges Messwerterfassungssystem einsetzen. Das ist in Summe recht preiswert, da kein komplett neues System angeschafft werden muss. 50 Prozent der Ausstattung ist bereits vorhanden und nur noch das Messinterface – eben das C-Lab – fehlt. Da Schülerinnen und Schüler mit den Rechnern ohnehin vertraut sind, ist die Erweiterung auch nicht besonders schulungsintensiv.

Das C-Lab im Überblick

Das C-Lab ist ein einfach zu handhabendes mobiles Messwerterfassungsgerät.

  • Es arbeitet mit ausgewählten Grafikrechnern von CASIO* oder PCs zusammen.
  • Es sind bis zu drei Sensoren gleichzeitig anschließbar.
  • Es kann Daten von über 50 verschiedenen Sensoren erfassen.
  • Es verfügt über eine hohe Abtastfrequenz von bis zu 100.000 Hz.
  • Es enthält USB-Schnittstellen für Akku-Aufladung und Computeranschluss.

* Das C-Lab kann zum Beispiel mit den Rechnermodellen FX-CG50 oder ClassPad II (FX-CP400) von CASIO verbunden werden.

Kann man mit dem C-Lab auch das Klassenzimmer verlassen?

Tom Herwig: Das C-Lab ist kaum größer als ein Taschenrechner und lässt sich gut mitnehmen. Zum Beispiel kann man im Biologie- und Chemieunterricht interessante Messungen zu Umweltthemen durchführen, etwa Wasserproben aus naheliegenden Gewässern entnehmen und sie auf ihren Sauerstoffgehalt, ihre Leitfähigkeit und andere Kriterien untersuchen. Oder man nimmt das Gerät mit in die Achterbahn und zeichnet die Fahrt mit dem eingebauten Beschleunigungssensor auf, um sie anschließend zu analysieren.

Wie kommt die Arbeit mit Grafikrechner und C-Lab bei den Jugendlichen an?

Tom Herwig: Viele finden es sehr interessant zu verfolgen, wie in Echtzeit etwas auf ihrem Grafikrechner geschieht – sie können ja während der Messung immer die Daten sehen und bei Bedarf anpassen. Das wirkt auch auf Schülerinnen und Schüler motivierend, die sich sonst nicht so sehr für Physik oder Chemie interessieren. Sie bekommen oft Lust, auch selbst mit den Geräten zu arbeiten.

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