Onlineplattform will Schulen besser machen

Über Grenzen hinweg

"Für mehr gute Schulen“ – das ist der Leitspruch des Deutschen Schulportals, einer neuen Onlineplattform. Das Fachmedium richtet sich an alle, die sich für Schul- und Unterrichtsentwicklung interessieren. Das Schulportal stellt erfolgreiche Konzepte aus der Schulpraxis vor, greift aktuelle Debatten auf, informiert über neue Studien aus der Wissenschaft und über neue Entwicklungen in der Bildungspolitik.

Frau tippt auf Laptop
Das Deutsche Schulportal stellt die mit dem Schulpreis gekrönten Konzepte auch in Videos vor, die an den jeweiligen Schulen gedreht wurden. Foto: janeb13/Pixabay

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das die Robert Bosch Stiftung, die Heidehof Stiftung und Die Deutsche Schulakademie gemeinsam mit der ZEIT Verlagsgruppe im Mai 2018 gestartet haben: eine neue Onlineplattform, die das Ziel verfolgt, Schulen in Deutschland besser zu machen.

Die Erfahrung zeigt, dass es Schulen gibt, die sehr erfolgreich arbeiten. Oft haben die Kollegien dort aus der Praxis heraus Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie Inklusion oder Chancengerechtigkeit entwickelt. Zu selten allerdings finden solche Praxisbeispiele den Weg in die Öffentlichkeit. Einmal im Jahr ist das anders. Wenn die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung den renommierten Deutschen Schulpreis verleihen, ist das Medieninteresse an den ausgezeichneten Schulen groß. Das Deutsche Schulportal will solche Beispiele nachhaltig in die Öffentlichkeit tragen. Es will Schulleitungen und Lehrkräfte bei ihren Aufgaben begleiten und inspirieren, sei es bei der Entwicklung ihres Unterrichts oder bei der Gestaltung des Schullebens.

Bewährtes Wissen für alle

„Herzstück des Portals sind die innovativen pädagogischen Konzepte der Schulen, die seit 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Sie geben Lehrkräften und Schulleitungen konkrete Anregungen, Tipps und Hilfestellung für ihre eigene Arbeit“, sagt Uta-Micaela Dürig, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung. „Ob sinnvoller Einsatz digitaler Medien im Unterricht, gelebte Inklusion im Schulalltag oder bessere Teamarbeit im Kollegium – mit dem Deutschen Schulportal können wir dieses bewährte Wissen aus der Praxis mit einer breiten Öffentlichkeit teilen.“ Dabei werden alle Konzepte auch in Form von Videos aufbereitet, um einen möglichst anschaulichen Einblick in die Arbeit der jeweiligen Schule zu bieten.

Debatten um Noten, Digitalisierung und Hausaufgaben

Zugleich will das Schulportal Debatten anstoßen und mit jenen diskutieren, die selbst an der Schule tätig sind. Denn wer könnte besser über Vor- und Nachteile von Noten reden als Lehrerinnen und Lehrer, die täglich Leistungen bewerten? Wer kennt die Herausforderungen im Umgang mit digitalen Medien an Schulen besser als Schülerinnen und Schüler selbst? Und was sagen eigentlich die Eltern zum Thema Hausaufgaben, das so oft das Familienleben am Abend dominiert?

Diese Fragen beleuchtet das Schulportal nicht allein aus der Sicht der Wissenschaft und Politik, sondern auch aus der Anschauung in der Praxis. Eine Redaktion aktualisiert täglich das Portal mit aktuellen Nachrichten, Reportagen, Interviews oder Gastbeiträgen von Expertinnen und Experten. Zudem bietet das Deutsche Schulportal einen Blick über den Tellerrand in andere Bundesländer. Denn auch der Austausch über die Ländergrenzen hinweg – zum Beispiel über geeignete Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel – kann Schule besser machen.

Um ein breites Bild zu bieten, enthält das Schulportal außerdem eine Auswahl relevanter Beiträge, die in anderen bundesweiten Medien zum Thema Bildung und Schule erschienen sind.

Fundament des Deutschen Schulportals

Die Initiatoren

Das Deutsche Schulportal ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung und der Deutschen Schulakademie und entsteht in Kooperation mit der ZEIT Verlagsgruppe.

Die beiden Stiftungen verfolgen das Ziel, die Qualität von Schule in Deutschland zu verbessern. Sie unterstützen bundesweit Schulen bei ihrer Schulentwicklung. Besonders erfolgreiche Schulen werden jährlich mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.

Der Deutsche Schulpreis

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung seit 2006 gute Schulen und ihre innovativen Schulkonzepte aus. Aus dem Wettbewerb ist mittlerweile ein bundesweites Netzwerk von exzellenten Schulen, Schulpraktikern und Bildungswissenschaftlern entstanden, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Schulentwicklung in Deutschland voranzutreiben. Die Ausschreibung für den Deutschen Schulpreis 2019 endete bereits am 22. Oktober 2018.

Die Deutsche Schulakademie

Die Deutsche Schulakademie ist eine bundesweit aktive und unabhängige Institution für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung mit Sitz in Berlin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Modelle ausgezeichneter Praxis aus zehn Jahren Deutscher Schulpreis mithilfe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzubereiten und in die Breite zu tragen. Mit ihrem Angebot wendet sie sich an alle Schulen in Deutschland.

TU Kaiserslautern macht Lehrkräfte fit für die Digitalisierung

Digitale Techniken haben längst Einzug in den Alltag gehalten, auch in Schulen. Wie sie im Unterricht sinnvoll zum Einsatz kommen, daran arbeiten Forscherinnen und Forscher aus Kaiserslautern im Projekt „Unified Education: Medienbildung entlang der Lehrerbildungskette (U.EDU)“. Die Teilprojekte von U.EDU fokussieren jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven das Lehren und Lernen mit digitalen Medien, wie z. B. Smartphone und Tablet-PC. Die Forschungsprojekte werden dabei in engem Austausch mit praxiserfahrenen Lehrkräften bearbeitet; die entstehenden Lehr-, Lern- und Arbeitsmaterialien werden im universitären Lehramtsstudium, der Lehrkräftefortbildung sowie im Schulunterricht eingesetzt. Im Zentrum stehen vor allem die MINT-Fächer. Eine Entwicklung ist ein Fernlehrekonzept für das Fach Physik, das Schülerinnen und Schülern einen „Früheinstieg ins Physikstudium“ ermöglicht. Aber auch ein Lernzirkel zum Thema „Geoökozonen & Ökologie“ am außerschulischen Lernort Botanischer Garten mit Hilfe einer Lernapplikation (App) auf Tablet-PCs steht für Schulklassen bereit.

An der TU Kaiserslautern wurden parallel aus den Ideen und Konzepten für den Schulunterricht entsprechende Lehrkräftefortbildungen entwickelt, die für die Umsetzung der verschiedenen Projekte im Unterricht vorbereiten sollen.

Weitere Informationen zum Projekt

Quelle: Robert-Bosch-Stiftung