Deutschland hinkt hinter her

Mangel an MINT-Fachkräften nimmt zu

Der Fachkräftemangel in den MINT-Berufen nimmt weiterhin zu. Dieses Jahr hat er mit 315.000 unbesetzten Stellen ein Rekord-Hoch erreicht. Für viele junge Menschen ist das Berufsfeld einfach nicht attraktiv genug.

Schematische Wabendarstellung verschiedener MINT-Bereiche
MINT-Berufe stehen bei den Schülern immer noch nicht hoch im Kurs. Foto: geralt/Pixabay

MINT als Berufswunsch: Deutschland hinkt hinterher

Der Mangel in den MINT-Berufen hat laut dem Institut der deutschen Wirtschaft stark zugenommen (MINT-Frühjahrsreport). In diesem Jahr fehlten 315.000 Arbeitskräfte. Damit ist die Lücke im Vergleich zum Vorjahr um 77.000 unbesetze Stellen gewachsen. Früher mangelte es besonders an Akademikern aus dem MINT-Bereich. Heute sind es dagegen Facharbeiter, Meister und Techniker, die der Branche fehlen. Viele junge Menschen meiden technische Fächer und Berufe, insbesondere Mädchen. An beruflichen Schulen herrscht außerdem ein alarmierender Mangel an MINT-Lehrkräften. Der Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger in MINT-Fächern hat sich kaum verändert. Das Studienfach Informatik ist trotz des aktuellen Hypes um Big Data, Künstliche Intelligenz und co. zur Zeit jedoch nicht besonders beliebt. Die Studiengänge Elektrotechnik und Maschinenbau sind da schon mehr im Trend. Der Frauenanteil in den MINT-Fächern an den Unis verharrt mit 30 Prozent auf niedrigem Niveau.

Das MINT Nachwuchsbarometer

Das MINT Nachwuchsbarometer erforscht individuelle Motivationen und gesellschaftliche Entwicklungen bei MINT-Studiengängen und -berufen. Die vorliegenden Datenquellen werden umfassend ausgewertet und systematisch in einer Metastudie zusammengeführt. Der Bericht wird seit 2014 gemeinsam von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Körber-Stiftung herausgegeben. Die Studie wird vom Forschungsinstitut Dialogik erstellt. Sie unterstützt den gesellschaftlichen Dialog zur Nachwuchssicherung und dient als Frühwarnsystem, Planungs- und Entscheidungshilfe für Politiker, Pädagogen und Projektmacher. Das MINT Nachwuchsbarometer 2017 untersuchte die Entwicklung im Zeitraum 2015 bis 2016.