Neue Wege in der Technikbildung

Ein Update muss her

Ein Mangel an zeitgemäßer IT-Ausstattung der Schulen und fehlende Fort- und Weiterbildungen von Lehrkräften tragen dazu bei, dass die Entwicklung in der Bildung hinterherhinkt.

Ein alter Computer.
Veraltete Endgeräte und IT-Architekturen in den Schulen, aber auch ein Fortbildungsmangel, tragen dazu bei, dass die digitale Bildung nicht den Erfordernissen entspricht. Foto: © wittayayut/Fotolia

Bildung in der digitalen Transformation

Digitale Kompetenzen lassen sich mit Tafel und Kreide nur schwer aufbauen. "In Deutschland erwerben Schülerinnen und Schüler ihr digitales Knowhow weitgehend in der Freizeit", sagt Ortwinn Renn, acatech-Präsidiumsmitglied und wissenschaftlicher Projektleiter des Trendreports "Schule in der digitalen Transformation". "Drei von vier Neuntklässlern nutzen zu Hause fast täglich den Computer, aber nur ein Prozent auch in der Schule." Auch in den Grundschulen wird zögerlich mit digitalen Mitteln gelehrt: Nur 20 Prozent der 6- bis 8-Jährigen haben regelmäßig Unterricht am PC oder nutzen ihn in Pausen oder Nachmittagsangeboten. An weiterführenden Schulen sind die Lehrinhalte überwiegend auf Internet-Recherchen (81 Prozent) und die Bedienung von Programmen (73 Prozent) ausgerichtet. Technische Grundlagen (36 Prozent) oder das Programmieren einer Website (26 Prozent) werden seltener vermittelt. "Wir alle nutzen digitale Medien, blicken aber selten hinter die Benutzeroberfläche. Dabei wird unsere Welt zunehmend durch Programmcodes gesteuert", sagt Matthias Mayer, Leiter des Bereichs Wissenschaft bei der Körber-Stiftung. "Nur Anwendungskompetenzen zu vermitteln, greift daher zu kurz. Digital mündig werden Schüler erst, wenn sie die Technik in ihrer grundlegenden Funktionsweise sowie ihrer sozialen und ethischen Dimension verstehen."

Eltern und Lehrer sind offen: Hilfe und Fortbildung nötig

Eltern sind erster Ansprechpartner ihrer Kinder, wenn es um den Umgang mit digitalen Geräten geht. 29 Prozent stoßen laut eigener Aussage aber selbst an Grenzen bei der Gerätenutzung und treffen keine Verabredung, welche Inhalte sich ihre Kinder im Netz ansehen dürfen. 59 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Schule Programmierkenntnisse vermitteln sollte und über 80 Prozent wollen in Sachen digitaler Bildung mit Schule und Lehrkräften an einem Strang ziehen. Auch die Lehrkräfte sind keine Technikmuffel, sehen aber Nachholbedarf in der eigenen digitalen Anwendungskompetenz. Nur jeder fünfte wurde im Studium auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht vorbereitet. Dahingehend weitergebildet haben sich knapp über 50 Prozent. Die Herausgeber der Studie fordern eine bessere Qualifizierung der Lehrkräfte, insbesondere hinsichtlich der Umsetzung im Schulunterricht, zudem den gezielten Ausbau von Angeboten zur Talent- und Motivationsförderung, insbesondere mit außerschulischen Initiativen.