Wie ein Gymnasium in NRW die Kreidezeit hinter sich gelassen hat

„Digitalisierung ist der richtige Weg“

Geräte allein reichen nicht – ein Kommentar

Rund 500 Millionen Euro hat die Bundesregierung in ihr „Sofortprogramm Endgeräte“ gepumpt. Schulen sollen damit z.B. Laptops anschaffen und an Schüler*innen ausleihen –
vor allem an jene, die mangels technischer Ausstattung zu Hause abgehängt würden. Das ist löblich, aber blendet eines weitgehend aus: Ohne IT-Management, das zeit- und ortsunabhängig funktioniert, bringen die besten Endgeräte nichts.

Computer sind keine Bücher, die man aus der Bibliothek ausleihen und ohne große Abnutzungsspuren verwenden kann. Sowohl die Vorbereitung eines Geräteverleihs als auch die technische Komplexität von Services, Administration und Sicherheit sind Aufgaben, die Schulen bisher kaum leisten konnten. 
Falls die Geräte bei einer weiteren wochenlangen Schulschließung aus der Ferne verwaltet werden müssen, wird es noch komplizierter. Die Verantwortlichen in den Schulen brauchen daher ein – idealerweise cloudbasiertes –
System, um die Geräte außerhalb der Schule zu managen. Denn zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, …

  • für die datenschutzkonforme und jugendschutzgerechte Nutzung der Leihgeräte bei den Schüler*innen daheim zu sorgen;
  • die Geräte stets auf dem aktuellen Sicherheitsstand zu halten; 
  • Software und Updates unabhängig von Ort und Zeit installieren zu können; 
  • Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen über eine Oberfläche zu steuern; 
  • die Zusammenarbeit zwischen Schüler*­innen und Lehrer*innen mittels pädagogischer Oberfläche zu gewährleisten; 
  • alle Geräte zu supporten und die Benutzer zu managen.

Ohne eine ganz- und einheitliche Plattform – ein Schul-IT-Management inklusive Lern- und Kommunikationsumgebung – sind diese Aufgaben jedoch kaum zu lösen. „Fernmanagement von Geräten und Inhalten in der Pädagogik ist weitaus komplexer als das Management von Geräten vor Ort“, bestätigt auch Thomas Jordans, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters AixConcept. 
Bereits im Rahmen des „DigitalPakt Schule“ hatten viel weniger Schulen eine Förderung beantragt als von BMBF und KMK erwartet. Gut möglich, dass dies beim „Sofortprogramm Endgeräte“ wieder so läuft. Doch nicht etwa, weil den Schulen die Digitalisierung schnuppe ist. Sondern weil sie genau wissen, dass aus modernen neuen Leihgeräten nicht automatisch eine pädagogisch nutzbare Plattform wird.
 

Markus Hofmann

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