Schüler erklären Schülern das Internet

Wer könnte den Digital Natives den Umgang mit dem Internet besser erklären als einer von ihnen? Bilden Sie ihre Schüler als Medienmentoren aus und teilen Sie sich die Aufgabe mit ihnen. Workshops und Projekte fördern die Medienkompetenz.

Jugendliche schauen gemeinsam auf einen Laptop.
Medienkompetenz beschränkt sich nicht nur auf die Fertigkeit der technischen Handhabung von Geräten. Foto: John Schnobrich/ Pixabay

Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien, müssen Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Kompetenzen zunächst erlernen. Medienkompetenz beschränkt sich nicht nur auf die Fertigkeit der technischen Handhabung von Geräten. Aber wie vermittelt man als "Digital Immigrant" (Gegenteil von "Digital Natives", vor 1980 geboren) den eingeschweißten Internet-Usern aus der Generation der "Digital Natives" diese fehlende Kompetenz und verhindert dabei gleichzeitig wie ein Amateur darzustehen? Unser Tipp: Entwicklen Sie die verschiedenen Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit einem Schulsozialarbeiter. Die Sozialpädagogen kennen die Schüler in der Regel am besten. Sie wissen, welche Themen gerade aktuell sind und wie sie behandelt werden sollten.

Ernennen Sie Medienmentoren

Digitale Projekttage in den niedrigen Jahrgängen und Workshops zum Datenschutz in den höheren Jahrgängen verhelfen den Schülern zu einem sicheren Umgang mit dem Internet. In Kooperation mit einer Behörde wie dem Landesmedienzentrum können Sie den Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung zum Medienmentor anbieten. So teilen Sie sich die Aufklärungsarbeit mit verantwortungsbewussten Digital Natives, die gleichzeitig auf der gleichen Wellenlänge wie die anderen Jungendlichen sind. Für beide Seiten ein Gewinn. Lassen Sie die Mentoren eigene Workshops durchführen. Den verschiedenen Klassenstufen wird so eine Einführung zum Umgang mit sozialen Medien angeboten.

Bleiben Sie konsequent

Auf Grund der zahlreichen Maßnahmen zum kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien, wird Tablet-Klassen meistens ein ständiger WLAN-Zugriff gewährt. Viele Lernende können damit sehr gut umgehen. Der ständige WLAN-Zugang kann jedoch auch mal problematisch werden. Während der meist offenen und projektartigen digitalen Arbeitsaufträge in verschiedenen Räumen, können sich die Schüler an ihrem Tablet durch Onlinespiele ablenken lassen. Das vom Lehrer erwünschte Arbeitsergebnis wird dann nur selten erreicht. Zur Vermeidung solcher Vorfälle können Sie regelmäßige Bildschirm-Kontrollen durchführen. Aber auch diese während des Unterrichts eingesetzte Bildschirm-Kontrolle der Schüler-Tablets durch den Lehrer kann von einigen Schülern durch einen technischen Kniff gekonnt umgangen werden. Wenn dieses Problem auftritt, sollten der Klasse als Konsequenz daraufhin der ständige WLAN-Zugang entzogen werden. Bis eine Besserung bzw. Einsicht eintritt, sollten die Schüler auch in den Ferien ihre Tablets abgeben.

Damit das Tablet in Schülerhand als echter Lerngegenstand wahrgenommen wird, sollten die möglichen Freiheiten (WLAN-Zugang, Restriktionen, Installation von Apps, …) auf die Medienmündigkeit und die päda­gogische Situation der jeweiligen Klasse angepasst werden.