#innovationsland Deutschland

Lern-Apps als Innovationstreiber

Innovation im Schulunterricht – das Thema ist Teil einer neuen Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): Unter dem Titel #innovationsland Deutschland werden verschiedenste Köpfe vorgestellt, die mit ihren innovativen Ideen anregen und inspirieren. Zwei davon sind Alexander Giesecke und Nicolai Schork, die mit digitalen Lerninhalten die Innovation im Bildungsbereich vorantreiben wollen.

simpleclub-Gründer Nicolai Schork (links) und Alexander Giesecke / Quelle: simpleclub

Mit über 100 Lehrerinnen und Lehrern sind Giesecke und Schork per Chat verbunden – ein zentraler Pfeiler ihrer Arbeit bei „simpleclub“. Die Lern-App bietet digitale Inhalte, aufbereitet in kleinen Häppchen. Doch das Angebot richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler: Lehrende können das Online-Angebot mit aktuell über 3.000 Lernvideos, unterstützt von Übungsaufgaben und      Zusammenfassungen, in ihren Unterricht einbinden.

Duktus und Tonalität von „simpleclub“ erinnern an Influencer in den Sozialen Medien, die Vermittlung von Lehrstoff erfolgt bewusst kurzweilig und unterhaltsam. Seit dem Corona-bedingten Übergang zum Lernen auf Distanz ist der Bedarf an digitalen Lerninhalten enorm gestiegen und hier können auch privatwirtschaftliche Akteure wie die Edutech-Unternehmer Giesecke und Schork Impulse geben.

Corona-Lockdown: Kostenlose Zugänge

Den klassischen Schulunterricht nachzuahmen, ist nicht das Ziel der beiden „simpleclub“-Gründer – sie verstehen ihr Angebot vielmehr als eine neue Art der Wissensvermittlung, die effizient ist und perspektivisch auch Schulbücher ersetzt.  Die App, die ursprünglich im Nachhilfebereich zu Hause war, bietet mittlerweile vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Hybridmodell oder beim heimischen Lernen.   

Seit dem Frühjahr, als die Schulen geschlossen wurden, ist die Nachfrage nach digitalen Lernangeboten groß: Giesecke und Schork stellten Schulen 1,9 Millionen kostenlose Zugänge zu „simpleclub“ zur Verfügung. In mehreren Nachtschichten legte das Team um die beiden Gründer die Logins an – anfangs noch händisch      am heimischen Computer, bis klar wurde: Die Nachfrage übersteigt bei Weitem ein paar Hundert Anfragen. Für viele Lehrende stellen die digitalen Inhalte von „simpleclub“ und anderen eine wertvolle Unterstützung dar: „Mit diesen Hilfsmitteln war ich schnell in der Lage, für alle meine Schüler individuelle Lernpläne zu erstellen, was mir ohne die digitale Unterstützung bei der Anzahl der zu betreuenden Schüler deutlich schwerer gefallen wäre”, erklärt Lisa Reinheimer, Lehrerin für Englisch und Sozialkunde an einer Integrierten Sekundarschule (ISS) in Landau (Pfalz).    

Raus aus der Nachhilfe, rein in die Schule      

Die beiden „simpleclub“-Gründer sehen ihr Angebot als Ergänzung des Schulunterrichts. „Wir entwickeln alle Inhalte gemeinsam mit unserer Community, und zwar genau so, wie es der Schüler und dann auch der Lehrer perspektivisch braucht“, sagt Gründer Nicolai Schork. „Mittlerweile kommen Lehrerinnen und Lehrer proaktiv auf uns zu, geben Feedback und sagen, wo sie Bedarf haben.“

„Der Vorteil unserer App ist, dass Angebote individuell auf die jeweilige Schülerin oder den jeweiligen Schüler zugeschnitten werden können. Damit haben wir einen Vorteil gegenüber statischen Lehrbüchern: Mit unseren Inhalten ist individuelles Lernen möglich, beispielsweise kann im eigenen Tempo gelernt werden – und das kann die Lehrenden entlasten“, so Nicolai Schork. Mitgründer Alexander Giesecke weist darauf hin, dass viele Lehrende „simpleclub“-Inhalte schon seit Jahren in ihren Unterricht integrieren.

Wer als Lehrerin oder Lehrer in diesem Jahr vom einen auf den anderen Tag auf Fern- oder Hybridunterricht umstellen musste, weiß: Der Bedarf an Ideen und Impulsen ist groß, denn die Erwartungen sind immens und im Schulalltag oft nur schwer abzubilden.

Ein Beitrag mit: Pressebüro #innovationsland Deutschland

Umfrage zeigt: Bildungsbereich braucht mehr Innovation

Da ist es wenig überraschend, dass auch in der öffentlichen Wahrnehmung Innovationen im Bildungsbereich als besonders dringlich gelten: In einer bundesweiten, vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführten Umfrage* wollte „#innovationsland Deutschland“ wissen, in welchen Bereichen Deutschland am dringendsten Innovationen brauche. „Bildung“ wurde mit rund 54 Prozent weit häufiger genannt als alles andere. Der Bereich „Digitale Infrastruktur“ folgte mit über 40 Prozent auf Platz 2, gefolgt von „Mobilität“ mit rund 34 Prozent.

Mehr Innovation im Bildungsbereich: ein gesamtgesellschaftlicher Kraftakt. Die BMBF-Kampagne „#innovationsland Deutschland“ stellt mit den „simpleclub“-Gründern zwei Innovatoren aus der Privatwirtschaft vor – ein Baustein von vielen.

*Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte im Oktober 2020 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 2.500 Personen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.