Digitale Bildung: Didacta Verband und Uni des Saarlandes forschen

Eintauchen in die Welt von morgen

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für das Lehren und Lernen. Durch eine produktive und kreative Verbindung von analogen und digitalen Bildungsangeboten können Pädagogen neue Lerngelegenheiten kreieren. Sie suchen nach Anregungen? Die Universität des Saarlandes und der Didacta Verband der Bildungswirtschaft unterstützen Sie dabei

Ein Mann probiert auf der didacta eine VR-Brille aus
Auch eine Art außerschulischer Lernort: die digitalen Welten in VR und AR. Dort können Schüler Lernszenarien erleben, die im Klassenraum so nicht realisierbar wären Foto: © Köln Messe

Fach- und Lehrkräfte im digitalen Bereich stärken

Die Universität des Saarlandes und der Didacta Verband der Bildungswirtschaft kooperieren seit zwei Jahren. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die digitale Kompetenz der Fach- und Lehrkräfte zu stärken. Regelmäßig informieren die Partner über bedarfsorientierte digitale Angebote und pädagogisch-didaktische Konzepte für die Bildung in der digitalen Welt. Auf der didacta 2019 in Köln präsentierten sie, in Kooperation mit der Universität Osnabrück, die Ausstellung „Digitale Innovationen“. Die Besucher konnten 18 Lern-Prototypen selbst ausprobieren und testen. So erlebten sie beispielsweise, wie mit Hilfe von VR (Virtual Reality – Virtuelle Realität) und AR (Augmented Reality – Erweiterte Realität) Lernszenarien entstehen, die im Unterricht sonst nicht möglich wären: Sie konnten die Grabkammer der ägyptischen Königin Nefertari erkunden, in einer begehbaren Rakete durch den digital animierten Weltraum fliegen oder den Tank einer komplexen Landmaschine reparieren.

Moderne Lernformate erforschen

Verantwortlich für die Ausstellung waren Professor Julia Knopf von der Universität des Saarlandes und Professor Oliver Thomas von der Universität Osnabrück. „Die digitalen Medien eröffnen völlig neue Möglichkeiten für das Lernen entlang der lebenslangen Bildungskette. Wir müssen sie nur sinnvoll einsetzen“, sagte Julia Knopf während der Ausstellung. Die Didaktikerin und Spezialistin für digitale Lehr- und Lernangebote leitet an der Universität des Saarlandes das Forschungsinstitut Bildung Digital (FoBiD) und entwickelt neue Methoden, um Wissen durch den Einsatz digitaler Medien geschickt zu vermitteln. Mit dem Professor für Wirtschaftsinformatik Oliver Thomas hat sie das Unternehmen Didactic Innovations in Saarbrücken gegründet. Dort gestaltet ein interdisziplinäres Team aus Didaktikern und Informatikern innovative Aus- und Weiterbildungsszenarien für Unternehmen. Moderne Lehr- und Lernformate werden zu einer neuen Verbindung aus Didaktik und Technologie designt. „Es geht uns um die Entwicklung von Konzepten zur Digitalisierung der Aus- und Weiterbildung, die zur nachhaltigen Verbesserung interner Prozesse führen und den Einsatz modernster Technologien ermöglichen“, betonte Oliver Thomas, Experte für Digitalisierung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Professor Wassilios Fthenakis, Präsident des Didacta Verbands
Plädiert für eine Verbindung von analogen und digitalen Lernangeboten: Professor Wassilios Fthenakis, Präsident des Didacta Verbands Foto: Frank Roesner

Alle Lernphasen miteinander vernetzen

„Es gibt nicht die eine digitale Patentlösung für alle Fälle. So funktioniert digitale Bildung nicht. Vielmehr ist es wichtig, die Angebote in ein didaktisches Konzept einzubetten und für unterschiedliche Fächer, Branchen und Altersstufen zuzuschneiden“, erklärt Julia Knopf. „Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit von Didaktikern und Informatikern wichtig. Solche Beispiele aus allen Phasen der lebenslangen Bildungskette vom Kindergarten bis zur Weiterbildung zeigen wir auf der Messe. Wir decken die frühkindliche Bildung, alle Stufen der Schule, Hochschule sowie die berufliche Aus- und Weiterbildung ab“, sagt sie.

Verbindung von analogem und digitalem Unterricht

Auf der didacta 2019 in Köln war ein Märchenwald Schauplatz der Lernangebote für Grundschulkinder. Für das Fach Deutsch scannten die Besucher mit dem Tablet Bilder auf einer Fototapete und lösten anschließend verschiedene Aufgaben: etwa, indem sie Märchenfiguren Charaktereigenschaften zuordneten oder einem Märchenschüler halfen, typische Sätze aus Märchen zu erkennen. Im Fach Mathematik lernten die Besucher, mit Hilfe von AR spielerisch geometrische Formen und Figuren kennen. „Die Ausstellung ‚Digitale Innovationen‘ veranschaulicht, wie analoge und digitale Lernangebote kreativ und produktiv miteinander verbunden werden können. So kann es gelingen, kindliche Lernprozesse und die digitale Kompetenz von Anfang an zu stärken“, sagte der Präsident des Didacta Verbands, Professor Wassilios Fthenakis im Rahmen der Ausstellungseröffnung.


Weitere Informationen:
www.didacta.de