Rechtliches

Lernplattformen datenschutzkonform nutzen

Hausaufgaben erledigen, Noten verteilen, Informationen austauschen – Lernplattformen sind aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Doch auch hier ist für die Nutzung mindestens ein Vorname erforderlich. Ist das noch datenschutzkonform?

Ein Mann mit Maske tippt auf seinem Laptop.
Wie viel Datenschutz muss sein? Sollte sogar der Vorname anonymisiert werden? Foto: rawpixel/Unsplash

Aus Gründen des Datenschutzes dürfen im schulischen Kontext Plattformen wie WhatsApp oder Dropbox nicht genutzt werden. Zum sicheren Umgang mit personenbezogenen Daten werden an vielen Schulen daher eigene Kommunikationsportale entwickelt. An einem Gymnasium in Freiburg wird zum Beispiel Kopano genutzt. Mit ihm können Mails, Termine, Chats, Videokonferenzen und vieles mehr flexibel organisiert werden. Eine eigene Cloud (z. B. Nextcloud) auf dem internen Schulserver (z. B. LogoDIDACT, SBE) ist die Grundvoraussetzung dafür.

Beliebte Lernplattformen

Als großen Mehrwert für den Unterricht in Tablet-Klassen zeigt sich der spontane und flexible Einsatz von Lernplattformen, mit denen individuell und binnendifferenziert gearbeitet werden kann. An den Gymnasium sind derzeit die Lernplattformen Bettermarks, Feedbook und Tipp10 besonders belibet. Wenn Sie alle drei Plattformen testen möchten, probieren Sie es doch mal mit Bettermarks im Fach Mathematik, FeedBook im Fach Englisch und Tipp10 im Fach Deutsch.

Datenschutz gilt auch für Pseudonyme

Bei Bettermarks kann der Lehrende allen Schülerinnen und Schülern Rechenaufgaben in Form eines digitalen Arbeitsblattes passend zum Unterricht zuweisen. Der Lernprozess beim Lösen der Matheaufgabe am Schüler-Tablet wird dabei durch gestufte Hilfen und diagnostische Rückmeldungen konstruktiv unterstützt. Die Lehrkraft sieht auf seinem Tablet sowohl zu Hause als auch im Unterricht, mit welchem Erfolg die einzelnen Schüler das Arbeitsblatt bearbeitet haben. Gleichzeitig wird ihm angezeigt, wenn bei einer gestellten Aufgabe wiederholt Probleme aufgetreten sind. Abhängig von den Ergebnissen, kann er einzelnen Lernenden weitere Aufgabenblätter digital zuweisen oder die problematischen Aufgaben im Unterricht im Plenum besprechen. Aufgrund der hohen Akzeptanz der Lernplattform bei Schülern, Eltern und Lehrern, ist diese inzwischen zu einem alltäglichen und beinahe unverzichtbaren Bestandteil des Mathematikunterrichts geworden.

Da Lernplattformen personenbezogene Daten verarbeiten und speichern, dürfen diese im Unterricht nur pseudonym eingesetzt werden. Im einigen Landesdatenschutzgesetzen gelten aber auch Pseudonyme als personenbezogene Daten. Jede Schule muss daher mit dem Anbieter der jeweiligen Lernplattform einen individuellen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen, der bis zu 14 Seiten umfassen kann.