Tablet-Klassen

Ein paar Hürden gibt es immer

Die erste große Hürde bei der Durchsetzung von Tablet-Klassen ist mit Sicherheit die Finanzierung. Danach geht es direkt weiter. Die Frage nach der Marke und dem Betriebssystem sind da noch das geringere Übel. Wie gewährleistet man den Eltern einen altersgemäßen Umgang der Schulkinder mit den Tablets?

Man guckt verzweifelt auf seinen Laptop.
Tablet-Klassen sind gerade in aller Munde. Die Vorteile liegen nicht immer direkt auf der Hand. Foto: Tim Gouw/ Unsplash

Nach dem großen Erfolg gehen nun viele Schulen dazu über, das BYOD-Smartphone-Konzept zu beenden. Stattdessen werden einheitliche Lehrer-Tablets eingeführt und die 1:1-Tablet-Klassen erweitert. Der Vorteil eines Tablets im Vergleich zum Smartphone ist der größere Bildschirm, mit dem längere Recherchen, genauere Analysen und komplexere Aufgabenstellungen möglich sind. Zudem enthalten Tablets keine Mobilfunkverbindung, was eine größere Kontrolle der Schülerarbeit durch die Lehrkraft ermöglicht.

Apple oder Android?

Die Vielfalt an mobilen Betriebssystemen (Android & iOS) kann die gemeinsame Nutzung von Tablets schnell an pädagogische und technische Grenzen führen. Zur Festlegung eines zukunftsfähigen Tablet-Betriebssystems werden häufig die folgenden Aspekte ausführlich und teilweise sehr emotional diskutiert: Schulische „Art des Arbeitens“, Anbindung an Mobilgeräteverwaltung, Zuverlässigkeit, App-Auswahl, Updates, Gerätenachfolge, Individualität, Datenschutz und Preis. Nach langen Gesprächsrunden und Produktvergleichen wird dann doch meistens das Betriebssystem iOS von Apple gewählt. Zur einfachen Installation, der Verteilung von kostenpflichtigen Apps, dem Zuordnen von Restriktionen auf Schülergeräte und der Fernwartung ist die Einbindung der Tablets in eine Mobilgeräteverwaltung (Mobile-Device-Management – MDM) zu empfehlen. Über die MDM-Lösung können auch Apps wie Apple Classroom konfiguriert werden, um z. B. alle Bildschirme der Schülerinnen und Schüler zu verfolgen, die Aufmerksamkeit der Lernenden auf eine App festzulegen und Dokumente mit einem Klick an alle zu verteilen.

Hinken die Kinder im Ländervergleich trotzdem hinterher?

Mit der Einführung von Tablet-Klassen in den Schulen, hatten viele Eltern zuerst massive Ängste vor der Übermacht der Geräte und vor der Inkompetenz im Umgang damit. Diese Skepsis wird nun von der Angst überwogen, dass ihre Kinder einen Nachteil im Leben haben könnten, da die Schule nicht digital genug arbeitet. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der „German Angst 4.0“. So gab es bereits einige Wochen nach der Einführung der ersten Tablet-Klassen bei vielen Elternabenden massive Vorwürfe: „Es ist kein Lernzuwachs mit Tablets erkennbar.“, „Es fehlt ein didaktisches Konzept.“ und „Die Lehrer wirken überfordert.“ Auf manche der Aussagen kann man nur antworten: „Ja, das ist momentan noch so. Wir probieren aus, wir lernen selbst täglich dazu, ein pädagogisch nachhaltiges didaktisches Konzept entwickeln wir mit der zunehmenden Unterrichtserfahrung.“