Website des Umweltministeriums unterstützt Lehrkräfte

Umwelt im Unterricht

Das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Umweltschutz ist größer denn je. Lehrkräfte, die das Thema Umwelt im Unterricht behandeln möchten, finden auf einer Website des Bundesumweltministeriums aktuelle Informationen und Unterrichtsmaterialien, die sie ohne Angst vor Urheberrechtsverletzungen verwenden und weiter verbreiten dürfen

Bild von einem Wald, der vom Borkenkäfer geschädigt wurde
Beim Thema Wald werden verschiedene Aspekte beleuchtet: Waldsterben – hier verursacht durch den Borkenkäfer – ebenso wie Waldnutzung, hier als Wander- und Erholungsgebiet © Walitzek

Plastikmüll, Kohleausstieg, Artensterben – gerade bei aktuellen Themen hinken Schulbücher oft hinterher. Bei selbst zusammengestellten Materialien aus dem Internet müssen Lehrerinnen und Lehrer nicht nur prüfen und entscheiden, ob die Quellen zuverlässig und die Informationen korrekt sind. Sie müssen auch herausfinden, ob und welche Texte, Bilder oder Filme im Unterricht gezeigt, kopiert und weitergegeben werden dürfen. Denn das Urheberrecht macht auch vor der Schultür nicht Halt.

Unterrichtsmaterialen finden

Auf der Website Umwelt-im-Unterricht.de finden Lehrkräfte Hintergrundtexte, Unterrichtsvorschläge und Arbeitsmaterialien zu Umweltschutz, Umweltpolitik und Fragen der nachhaltigen Entwicklung – für alle Klassenstufen und Schulformen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) erstellt ein Redaktionsteam in Zusammenarbeit mit Umweltfachleuten und Lehrkräften die Materialien. „Der Abgleich mit der Praxis ist uns sehr wichtig“, erklärt Sebastian Kauer, der mit seinem Team die Website betreut.

Thema der Woche

Alle zwei Wochen wird ein „Thema der Woche“ mit Hintergrundinformationen sowie Unterrichtsvorschlägen für die Sekundarstufen und die Grundschule veröffentlicht – meist mit Materialien wie Arbeitsblättern, Handreichungen, Methodentipps, Infografiken, Bilderserien und Filmen. Recherchehinweise zu zuverlässigen kostenlosen Quellen im Internet fehlen ebenfalls nicht. „Wir greifen auch Themen auf, die Kinder und Jugendliche besonders interessieren – zum Beispiel wie sie sich im Internet für die Umwelt einsetzen können“, sagt Sebastian Kauer. So geht es in der Unterrichtseinheit zur Online- Partizipation um politisches Engagement bei Plattformen wie Instagram und YouTube, um Online-Petitionen, Blogs und Memes.

Großes Archiv

Rund 110 Themen der Woche – von A wie Abfall bis Z wie Zukunftsszenarien – sind bereits auf der Website zu finden. Informationen und Materialien zu aktuellen Themen wie Plastikmüll im Meer, Lebensmittelverschwendung und Klimawandel werden von den Lehrkräften besonders häufig abgerufen, weiß Sebastian Kauer. Aber auch das Interesse an ganz klassischen Naturthemen wie Wald, Artenschutz oder Recycling ist groß. „Beim Thema Wald geht es nicht nur um Pflanzen- und Tierarten, sondern wir berücksichtigen immer ökologische, ökonomische und auch soziale Aspekte. Es geht beim Wald also beispielsweise auch darum, dass die Menschen den Wald für verschiedene Zwecke nutzen. Und dass sie diesen Lebensraum verändern, wenn zum Beispiel eine Straße ein Waldgebiet zerschneidet.“

Konzept nachhaltige Entwicklung

Die Unterrichtsmaterialien orientieren sich am Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie am Orientierungsrahmen der Kultusministerkonferenz für den Lernbereich Globale Entwicklung. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen – und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Die meisten Unterrichtsvorschläge sind so konzipiert, dass sie sowohl im Fachunterricht als auch fächerübergreifend, zum Beispiel bei Projekttagen oder -wochen, eingesetzt werden können.

Weitergeben erwünscht

Alle Materialien sind Open Educational Resources (OERs), das heißt, sie sind kostenlos und können auch ohne Registrierung genutzt werden. Damit Lehrkräfte sie problemlos für ihre Zwecke verändern und an das Lernniveau ihrer Klassen anpassen können, sind Arbeitsmaterialien und -blätter überwiegend als Word-Dateien abrufbar. Verändern, weitergeben oder veröffentlichen – beispielsweise auf der Website der Schule – ist bei fast allen Materialien ausdrücklich erlaubt. Die meisten Texte stehen unter offenen Creative-Common-Lizenzen – erkennbar am Kürzel CC. Teilweise muss dabei der Urheber genannt werden (Kürzel CC-BY). Vereinzelt gibt es auch Materialien mit dem Kürzel NC (No Commercial), die im Unterricht, aber nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen. Das kommt vor allem bei Fotos vor. Das Bundesumweltministerium bietet den Service seit 2011 an; das Interesse ist in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Sebastian Kauer. Aktuell greifen monatlich rund 24.000 Nutzerinnen und Nutzer auf die Website zu – „übrigens nicht nur Lehrkräfte“.

Quelle: "Umwelt im Unterricht", bildung spezial 2/2019, S. 28-29.


Weitere Informationen und Materialien:
www.umwelt-im-unterricht.de