Umwelt- und Klimathemen in der Grundschule

Schluss mit Schmutz

Die Aktivisten von Greenpeace sind besonders bekannt für ihre spektakulär- medienwirksamen Initiativen etwa gegen Walfänger oder auch zu TTIP und CETA. Doch auch in seiner Bildungsarbeit packt Greenpeace brisante Themen an – und vermittelt dabei Spaß an der Naturwissenschaft.

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik gelangen Jahr für Jahr in die Meere – eines von vielen Themen der Umweltbildung, an denen sich Greenpeace mit Unterrichtsmaterial und Vorträgen beteiligt. © sunya50suknuy - Fotolia.com

Das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Umweltthemen ist groß. Das hat Greenpeace in seiner Studie nachgewiesen, dem Nachhaltigkeitsbarometer. Die Organisation will daher Lehrkräfte dabei unterstützen, aktuelle Umweltthemen in ihren Unterricht zu integrieren, und entwickelt dafür Schulmaterial.

Mit dem Bildungsmaterial möchte Greenpeace den respektvollen, nachhaltigen Umgang mit unseren Lebengrundlagen vermitteln. Solidarität und Mitverantwortung sind nur zwei der wichtigen Kernkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung. Kinder- und Jugendliche sollen neben dem Erkennen und Bewerten von Umweltproblemen durch die Arbeitsvorschläge auch Anregungen zur aktiven Mitgestaltung erhalten: Sie erleben, dass sie selber etwas bewirken können. So soll das Verhältnis „global denken, lokal handeln“ (be)greifbar gemacht werden.

Das Material greift Ereignisse auf, die über einen längeren Zeitraum in den Medien auftauchen, z. B. Ölunglücke, Lebensmittelskandale, Energiewende oder Atomkraft – Themen, die die Schülerinnen und Schüler beschäftigen.

Die Unterlagen bieten Lehrerinnen und Lehrern weiterführende Ergänzungen zur Bearbeitung dieser Themen an, sie ersetzen keine Schulbücher. Für die Aufgaben ist Vorwissen notwendig, das im Lehrplan vorkommt. Dort, wo die Schulbücher aufhören, setzt das Material an. Es ist für verschiedene Altersgruppen aufbereitet und berücksichtigt unterschiedliche Leistungsniveaus. Die Aufgaben knüpfen an die Lebenswelt der Jugendlichen an und schärfen das Bewusstsein für das eigene Handeln.

Aktuelle Umweltthemen begreifbar machen

Die didaktische Kompetenz liegt bei den Lehrkräften, Greenpeace hat sich deshalb bewusst gegen genaue kleinteilige Unterrichtseinheiten entschieden. Stattdessen bietet der Verein eine Vielfalt an Impulsen und offenen Methodenvorschlägen an. Lehrerinnen und Lehrer sind die Experten für eine unterrichts- und altersgerechte Aufarbeitung. Das Greenpeace-Material baut auf dieser Kompetenz auf und regt dazu an, vielfältige Themen auf vielfältige Art und Weise zu bearbeiten.

Analog zur gesellschaftlichen Rolle von Greenpeace als „Interessenvertretung für den Umweltschutz“, beginnt das Lehrmaterial dort, wo der Unterricht oft aufhört: Es soll zu vertiefenden Diskussionen anregen, beim Deuten und Einordnen des Faktenwissens in aktuelle Zusammenhänge helfen und beim Ausbilden einer eigenen Position.

Material zum Thema Meeresschutz

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Schätzungen zufolge haben sich dort bereits mindestens 150 Millionen Tonnen angesammelt. In einigen Meeresregionen bildet der Müll gewaltige Strudel. Aber auch kleinste Teilchen, sogenanntes Mikroplastik, belastet in großen Mengen die Ozeane. Für die Meeresbewohner birgt Plastik in allen Größen Gefahren: In Netzen können sie sich verfangen, Mikroplastik können sie mit Nahrung verwechseln. Auch heimische Meerestiere wie der Schweinswal sind gefährdet. Um die Ozeane als Lebensquelle auch für zukünftige Generationen zu erhalten, ist es wichtig, Kindern den Wert des Meeres und seiner Bewohner nahezubringen.

„Mit dem Thema Plastikmüll sprechen wir die junge Generation direkt in ihrer Lebenswelt an. Ob Tüten, To-Go-Becher oder Pommes-Gabel – Wegwerfprodukte aus Plastik gehören längst zum Alltag. Über Flüsse gelangt der Müll, teils in mikroskopisch kleiner Form, auch in die Meere und wird dort zur unsichtbaren Gefahr für das Ökosystem“, sagt Nicole Knapp, Leiterin der Kinder- und Jugendprojekte bei Greenpeace.

Das kürzlich aktualisierte Heft mit dem Titel „Meer entdecken!“ orientiert sich an den Lehrplänen für den Unterricht in den Klassen 3 und 4. Ziel ist es, das Bewusstsein der Kinder um Umweltprobleme und um die Möglichkeiten aktiver Mitgestaltung zu stärken. Sie erleben bei Übungen innerhalb und außerhalb des schulischen Umfelds, dass sie selbst etwas für den Schutz der Meere bewirken können.

Eine Vorlesegeschichte mit Infografik führt die Schülerinnen und Schüler an das Problem Plastikmüll heran. Recherche-Aufträge, Quizaufgaben und Experimente zum Filtern von Mikroplastik regen zum selbständigen Arbeiten an. Ausgewählte Literatur-, Link- und Filmtipps ergänzen die Aufgaben. Das Bildungsmaterial enthält zusätzlich Arbeitsblätter zu Ostsee, Schweinswal, Fischstäbchen und Meeresschutzgebiet.