Kopenhagens Kulturprogramm stellt Besucher vor die Qual der Wahl

Immer was los am Øresund

Ihre Klassenfahrt geht nach Kopenhagen? Die Stadt gilt als Nordeuropas interessanteste und abwechslungsreichste Festspielstadt. Darum ist es einerlei, wann man die dänische Kapitale an der Ostsee besucht: Das ganze Jahr über finden hier zahlreiche Festivals statt – mit Rock, Pop und Jazz bis hin zu Events mit Film, Theater, Ballett, Design und Kunst.

Die Hafenmeile in Kopenhagen
Der Hafen mit seinen alten Speicherhäusern und Kais gehört zu den beliebtesten Plätzen in Kopenhagen. In den ehemals verruchten Straßen der Hafenmeile am Øresund servieren heute Restaurants und Kneipen Nordisch-Maritimes Foto: Christian Möller/unsplash

Die Kopenhagener Festivals sind international für ihre hohen kulturellen Standards bekannt, und für das gute Händchen, mit dem die Veranstalter bedeutende Künstler gewinnen. Sie verknüpfen dabei stets die Highlights der aktuellen Szenen des In- und Auslands, daher nutzen auch internationale Künstler Kopenhagen gern als Sprungbrett für ihre Karriere. Was in der Hafenstadt am Øresund übers Jahr so los ist, zeigt unser knapper Überblick.

Film

Das 2008 neu aus der Taufe gehobene Movie-Festival CPH: PIX ist aus einer Verschmelzung der beiden bekannten Events „NatFilm Festival“ und „Copenhagen International Film Festival“ entstanden. Die Veranstalter konzentrieren sich dabei auf neue Talente und künstlerisch besonders mutige Projekte, sowohl im Filmprogramm als auch in der Kooperation mit künstlerischen Genres und Kultureinrichtungen. So setzt „CPH: PIX“ einen neuen Standard für die Filmfestivals in Dänemark. Das Festival findet jedes Jahr zum Ende des Jahres statt.

Der Startschuss zu dessen Schwester-Veranstaltung CPH: DOX (Copenhagen International Documentary Festival) erfolgte kurz darauf. CPH: DOX hat sich zu einem der europaweit wichtigsten internationalen Dokumentarfilmfestspiele gemausert. Es bricht mit dem Mainstream und präsentiert neue, ungewöhnliche Filmwerke, auch künstlerisch und politisch Provokantes. Begleitend dazu bietet das Festival Seminare, Vorträge und Diskussionen mit den Regisseuren sowie Musik- und Club-Ereignisse.

Mitunter subkulturell-exotisch geht es bei Mix Copenhagen zu, einem der ältesten Filmevents, das bislang als „Gay & Lesbian Film Festival” bekannt war. Seit fast zwei Dekaden zeigt es jedes Jahr Themen-Kurzfilme, Spielfilme und Dokumentationen und ist damit zu einer der wichtigsten Veranstaltungen ihrer Art in Kopenhagen und in der Welt geworden. Dabei geht es den Initiatoren vor allem darum, die schwul-lesbische Welt auch für das nicht-homosexuelle Publikum zu öffnen.

Das Opernhaus in Kopenhagen
Die architektonischen Gegensätze in und um Kopenhagen sind mitunter krass: avantgardistisch kühn wie das Opernhaus … Foto: leonardofiorentini/pixabay
Die Amalienborg
… und dann wieder historisch-prunkvoll wie Schloss Amalienborg, Wohnsitz der dänischen Royals Foto: Bjonsson/pixabay

Musik

Seit Jahrzehnten eine feste Größe im Reigen der internationalen Rock-Pop-Events ist das Roskilde Festival. Es findet jedes Jahr im Juni/Juli auf einem großen Feld in der Nähe der Stadt Roskilde statt, eine halbe Autostunde von Kopenhagen entfernt. Obwohl es das Festival bereits seit 1971 gibt, ist es populär wie nie: Die rund 70.000 verfügbaren Tickets sind meist schon ausverkauft, lange bevor das Programm veröffentlicht wird.

Wer es gediegener mag, besucht im Juli das Copenhagen Jazz Festival. Jazz hat eine lange Tradition in Dänemarks Hauptstadt, und so geben sich hier stets zahlreiche internationale Musiker-Größen die Ehre. Die vielen Bühnen, die in Kopenhagens Straßen aufgebaut sind, bieten für jeden Jazz-Freund den richtigen Sound, von traditionell bis experimentell. Das Festival-Programm wird üblicherweise im Mai veröffentlicht.

Eingrooven können sich Jazz-Fans übrigens im Januar/Februar – beim Vinter Jazz. Auch hier sind jedes Jahr nationale und internationale Künstler am Start. Außerdem gibt es Wettbewerbe, Kinderprogramme und Preisverleihungen in Kopenhagens Jazz-Clubs.

Beim STRØM Festival erklingt vor allem elektronische Musik. Es umfasst Konzerte, Open-Air-Gigs und DJ-Sessions in der ganzen Stadt – in den Nachtclubs der Stadt, aber auch in Kirchen und auf großen Plätzen.

Feierlich und klassisch wird es im August beim Open-Air des Königlichen Opernhauses. Solisten, Chor und Orchester präsentieren in einer Art Preview das Repertoire der kommenden Saison. Den angemessenen Rahmen für das Konzert bietet der „Eksercerplads“ von Schloss Rosenborg.

Die Innenstadt in Kopenhagen
Die Dänen gelten als entspanntes Völkchen. Überzeugen kann man sich davon beim Bummeln in der Innenstadt oder auf der Kompagnistræde. Ein wachsames Auge auf die vielen Radfahrer sollte man in Kopenhagen aber immer haben Foto: un-perfekt/pixabay

Bühne und Catwalk

Bekennend stolz ist Kopenhagen auf sein Ballett-Festival, das bereits seit 1996 jedes Jahr ins Kulturrepertoire der Stadt gehört: Das Copenhagen International Ballet bietet stets hochkrätige Star-Choreografen und -Tänzer wie auch blutjunge Newcomer auf. Ins Leben gerufen wurde das Festival vom ehemaligen Solotänzer Alexander Kølpin.

In den Innenhof des Polizeipräsidiums bittet der Copenhagen Summer Dance: eine kostenlose Open-Air-Tanzveranstaltung von Tim Rushton und dem Dänischen Tanztheater – die wiederum im Sommer stattfindet.

Unnötig zu sagen, dass auch die Copenhagen Fashion Week in jenem Monat dran ist. Zugegeben: Zutritt zu dieser großen europäischen Modemesse erhalten fast nur VIPs und Fachbesucher. An jedermann und -frau richtet sich aber das zeitgleich laufende Copenhagen Fashion Festival mit volksnahen Catwalk-Shows, Fotogalerien Partys, Wettbewerben, Mode-Lounges und vielem mehr.

Aquarium Den Blå Planet
Den Blå Planet: Nordeuropas größtes Aquarium in Kopenhagen. Obwohl erst ein paar Jahre alt, gilt der spektakuläre Bau bereits als ein Wahrzeichen der Ostseemetropole Foto: StudioKlick/pixabay