Dauerbrenner

Das Klassenfahrtziel Nr. 1: Berlin

"Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!" heißt es irgendwann in den meisten Klassen. Die deutsche Hauptstadt steht in der Liste der beliebtesten Ziele bei Klassenfahrten ganz oben. Kein Wunder: Berlin ist hip – die Zahl der Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote riesig. Ob Abschlussfahrt zum Abhängen oder Bildungsreise mit bestimmtem Schwerpunkt, in Berlin ist fast alles möglich.

Das Wahrzeichen Berlins – das Brandenburger Tor. © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Für eine Klassenfahrt nach Berlin gibt es viele gute Gründe: Die Bundeshauptstadt ist nicht nur das politische Zentrum. Sie spiegelt auch wie keine andere Stadt in Deutschland die Pluralität der Gesellschaft. Nirgendwo leben hierzulande Menschen so vieler Nationalitäten zusammen. Und nirgendwo kann man sich so gut mit der deutschen Geschichte der letzten Jahrhunderte auseinandersetzen.

Viele Schülerinnen und Schüler locken vor allem die vielfältigen Freizeit- und Shoppingmöglichkeiten. Auf ihrer Wunschliste stehen oft Programmpunkte wie Madame Tussauds oder Dungeon, Kino, Disco oder der Filmpark Babelsberg weit oben. Die Vorstellungen von Lehrkräften und Schülern klaffen mitunter weit auseinander.

Wichtig ist, dass von vornherein Klarheit über den Charakter der Reise besteht. Das erspart Konflikte bei der Programmgestaltung und enttäuschte Erwartungen.

Zwei Türme: der neue Fernsehturm und der alte Turm der Marienkirche. © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Weniger ist mehr

Die Lehrkräfte sollten die inhaltlichen Leitplanken für die Reise vorgeben und den Schülerinnen und Schülern genügend Freiraum lassen, die Stadt auch auf eigene Faust zu erkunden. Je nach Ausrichtung der Klassenfahrt sind drei bis fünf inhaltlich anspruchsvolle Programmpunkte mit Stadterkundungen, Besuchen von Museen, Gedenkstätten oder des Bundestags bei einer Klassenfahrt von Montag bis Freitag genug. Für einen Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen, des Filmparks Babelsberg oder für einen Abstecher nach Potsdam muss inklusive Anfahrt ohnehin je ein ganzer Tag eingeplant werden.

Gerade in der Klassenfahrt-Hochsaison von April bis Juli und im September/ Oktober sind Orte wie die Gedenkstätte Hohenschönhausen oft überbucht. Eine gute Alternative ist beispielsweise ein Besuch im Stasimuseum. Nur Gedenkstätten oder nur Museen auf der Liste zu haben oder alles zum Thema deutsche Teilung und DDR abzuarbeiten, ist nicht zu empfehlen. Es kommt auf eine gute Mischung an.