Die Geschichte der Berliner Mauer

Auf den Spuren einer geteilten Stadt

Die Berliner Mauer ist das zementgewordene Symbol des Kalten Kriegs. Sowohl im Unterricht als auch vor Ort erzählt die Geschichte der Berliner Mauer die Geschichte einer geteilten Stadt, eines geteilten Landes – einer geteilten Welt

Realität und Verklärung: Nachgebaute Baracke am Checkpoint Charlie mit zwei gespielten Wachsoldaten. Direkt dahinter befindet sich das Mauermuseum. © Wikimedia/ Hajotthu 8!9

Es herrscht ein geschäftiges Treiben auf der Friedrich Straße in Berlin. An der nachgebauten Baracke des berühmten Checkpoints Charlie ist immer viel los. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Mauer das Leben der Anwohner vor 1989 hart durchschnitten hat oder dass sich entlang des früheren Todesstreifens menschliche Tragödien abspielten. Die Geschichte der Flüchtlinge wird im Museum „Haus am Checkpoint Charlie“ lebendig. Das Mauermuseum beherbergt originale Gegenstände, die veranschaulichen, wie die Menschen über, unter oder durch die Mauer aus der DDR flüchteten. Bei einer Klassenfahrten nach Berlin empfiehlt es sich, die Besuche bekannter Gedenkstätten und Ausstellungen mit Unterhaltungselementen abzuwechseln. Die Schüler erkunden Berlin per Schiff, Fahrrad und zu Fuß und lernen gleichzeitig den historischen Kontext der Stadt kennen. Der sich ständig wandelnde Charakter der Weltstadt Berlin kann so selber erlebt werden.

Gefangenschaft und Tod: Kreuze erzählen die dramatischen Geschichten gescheiterter Fluchtversuche (Aufnahme von 1990). © Wikimedia/DoD

Mit App auf Spurensuche

Dieser Wandel wird auch am Checkpoint Charlie deutlich. Nur noch wenig erinnert hier an den einstigen Todesstreifen. Ganz im Gegensatz zur Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Hier können die Schüler erhaltene Grenzanlagen besichtigen und den Patrouillenweg der Grenzsoldaten entlanggehen. An verschiedenen Stellen entlang der Bernauer Straße befinden sich Informationssäulen, die die Geschehnisse entlang der Bernauer Straße vom Mauerbau über zugemauerte Fenster und Fluchttunnel bis zum Mauerfall erzählen. Das dazugehörige Dokumentationszentrum hält zeitgeschichtliche Dokumente bereit. Von dessen Aussichtsplattform aus erhält man einen Überblick über die noch bestehenden Grenzanlagen.

Wer sich mit seiner Klasse auf die Spuren der Mauerreste machen will, schnappt sich die kostenlose App „Die Berliner Mauer“ für iOS- und Android-Geräte. Sie bietet unterschiedliche Touren zu über 75 Orten, an denen die Reste der Mauer noch stehen und die über die Teilung Deutschlands berichten. Die App bietet rund 250 Bilder, 50 Audios und 25 Videos, die die dramatischen Ereignisse rund um die Mauer wiedergeben. Im „Entdeckermodus“ können sich die Schüler auch abseits der geführten Touren auf die Spuren der Berliner Mauer begeben.

Erinnern und mahnen: An der Bernauer Straße stehen erhaltene Grenzanlagen als Teil der Gedenkstätte. © Stiftung Berliner Mauer/J. Hohmuth

Unterrichtsmaterialien

Die App wird vom Zentrum für Zeithistorische Forschung angeboten, dass zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) und dem Deutschlandradio die Webseite www.chronik-der-mauer.de betreibt. Auf dieser Webseite finden Lehrer auch etliche Arbeitsblätter für jede Jahrgangsstufe, mit denen sie die Geschichte der Berliner Mauer in den Unterricht integrieren können.

Die BPB bietet darüber hinaus unter den Namen „Mauerbau: Drei Perspektiven“ ausführliche Materialen für eine dreistündige Unterrichtseinheit am Whiteboard an. Anhand von Statistiken, Arbeitsblättern und Bildern werden sowohl die offizielle Darstellung des Mauerbaus in der DDR als auch die ausbleibende Reaktion des Westens sowie die Wahrnehmung der Bevölkerung in Ost und West erarbeitet.